Kreis widerspricht Stadt Unna: Mountainbike-Park musste nicht abgerissen werden

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Beim Abriss des Mountainbike-Parcours im Bornekamp war die Stadt womöglich zu voreilig. Die Kreisverwaltung meldet sich jetzt zu Wort und bestreitet, den Rückbau angewiesen zu haben.

Unna

, 11.09.2019, 15:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im August hat die Stadt im Bornekamp Fakten geschaffen. Sprungschanzen und Kurvenverstärkungen, die sich die Mountainbiker dort gebaut haben, um im sogenannten „Bombentrichter“ östlich von Billmerich ihren Sport leben zu können, wurden beseitigt. Die Erklärung, dass dies auf Anweisung der Kreisverwaltung geschehen sei, hat im Kreishaus Irritationen ausgelöst.

Ludwig Holzbeck, im Kreishaus Dezernent für Bauen und Umwelt, tritt nun an die Öffentlichkeit – und widerspricht der Darstellung der Stadt. „Die Stadt ist von uns definitiv nicht aufgefordert worden, die Anlagen abzuräumen“, stellt er klar. Und er ergänzt: Mit einer entsprechenden Initiative aus Unna könne es durchaus möglich sein, das Mountainbiking im Bombentrichter zu legalisieren.

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So hatte es ein Antrag der SPD-Fraktion ans Rathaus vorgeschlagen, und damit nahm das Verhängnis wohl auch seinen Anfang. Um die Frage zu prüfen, ob eine Legalisierung der Radsporttreffs im Landschaftsschutzgebiet möglich ist, hatte sich das Rathaus an die Kreisverwaltung gewendet. Von dort gab es eine Einschätzung der Rechtslage, aber ausdrücklich keine Handlungsempfehlung oder gar Anweisung, betont Holzbeck.

Mountainbiking verstößt gegen Regeln, aber diese ließen sich ändern

Es sei wohl tatsächlich so, dass sich die Montainbike-Nutzung im Bombentrichter zurzeit nicht mit den Regeln für dieses Gebiet vereinbaren lässt, räumt Holzbeck ein. Die Fläche stehe im Biotopkataster. Der Landschaftsplan weise eine Reihe von Verboten aus – etwa das Verbot, dort Aufschüttungen vorzunehmen, wie sie beim Streckenbau der Mountainbiker erforderlich sind. Allerdings weist Holzbeck daraufhin, dass es immer auch Befreiungsmöglichkeiten gibt und sich der Kreis dabei als flexibel erweist, wenn er gefragt wird.

Einfach ist die Legalisierung des Mountainbikings im Bombentrichter demnach wohl nicht, aber zumindest denkbar. Zunächst müsste die Stadt ein öffentliches Interesse aufzeigen, das als Gegengewicht zum Naturschutz in die Wagschale gelegt wird. Sport und Jugendarbeit könnten dafür genannt werden.

Zweitens müsste die Stadt Ersatzmaßnahmen für die ökologischen Eingriffe aufzeugen, wie es oft auch bei Bauvorhaben erforderlich ist. Vermutlich müsste wohl auch die Forstbehörde einbezogen werden. Für Unna selbst mag sich dann noch die Frage der Verkehrssicherungspflicht ergeben, die sich einem Waldbesitzer normalerweise nicht stellt.

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