Die Jugend von heute ist aktiv und rücksichtsvoll. Zumindest gilt dies für die Anhänger des Mountainbike-Sports, die nun mit einer bemerkenswerten Anfrage an die Stadt herantreten.

Unna

, 27.11.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wo grobe Stollenreifen den Boden umgraben und Wanderer vor fliegenden Fahrrädern zur Seite springen, spricht der Verwaltungsmensch gern trocken von einem „Nutzungskonflikt“. Das Mountainbike an sich ist gut geeignet, um mit Belangen des Umweltschutzes oder einfach mit anderen Freizeitgästen zu kollidieren. In manchen etablierten Wanderrevieren gelten Mountainbiker als Störfaktor. Unnas „Szene“ allerdings scheint großen Wert darauf zu legen, so etwas zu vermeiden. Sie will zwar „richtig brettern“, ohne aber jemandem zu schaden.

Jugendliche suchen die Kooperation mit der Stadt

Die Suche nach einer geeigneten Spielwiese für ihren Sport liegt nicht nur im eigenen Interesse der Szene selbst. Anfragen an die Stadt zeigen, dass es den zumeist jungen Menschen ganz bewusst darum geht, ihr Hobby sozialverträglich auszuüben. Die ersten Kontakte deuten eine interessante und konstruktive Art der Zusammenarbeit von Stadt und jungen Bürgern an - vielleicht vergleichbar mit dem Miteinander beim Entwurf des Skateboardparks an der Hansastraße.

Das Thema hat die Stadt auf verschiedenen Wegen erreicht. Ratsherr Bernd Dreisbusch war in seiner Funktion als Vorsitzender der Oberstadt-SPD angesprochen worden und will das Thema über die Partei an den Bürgermeister herantragen. Aber auch das Kinder- und Jugendbüro der Stadt ist schon in Gesprächen mit den Mountainbikern gewesen, erklärt Rathaussprecher Christoph Ueberfeld. Das Anliegen der Jugendlichen beschreiben Dreisbusch und Ueberfeld ähnlich: Sie suchen einen Ort, an dem sie sich mit dem Rad ausleben können, ohne dabei mit anderen Naturnutzern aneinander zu geraten oder die Umwelt zu strapazieren.

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Was fehlt, ist eine geeignete Fläche

Die Mountainbiker selbst sind von der Stadt bereits um Zuarbeit gebeten worden: Auf ihren Touren in der Region mögen sie bitte die Augen aufhalten, um potenziell geeignete Flächen zu finden. Das mag im dicht besiedelten Unna durchaus eine Herausforderung sein: Was nicht bebaut ist oder von der Landwirtschaft genutzt wird, unterliegt oft dem Natur- oder Landschaftsschutz. Ideal wäre eine ungenutzte Fläche ohne besonderen Biotopwert.

Ratsherr Bernd Dreisbusch empfiehlt dabei eine Zusammenarbeit mit Fröndenberg und Holzwickede. Nach einem Treffen mit der Szene schätzt er, dass sie sich zu ausgewogenen Teilen aus Jugendlichen aller drei Kommunen zusammensetzt. Und da ein Mountainbiker mit seinem Sportgerät automatisch mobil ist, könne sich eine interkommunale Zusammenarbeit anbieten.

Das Kinder- und Jugendbüro der Stadt spricht von etwa 50 Jugendlichen, die ein Interesse daran anmelden, einen etwas ambitionierteren Mountainbike-Parcours zu bekommen. Zurzeit bleibt den jungen Leuten in Unna nur ein Training in freier Natur. Dort allerdings drohen ihnen besagte Nutzungskonflikte und der Umbau der Landschaft mit Sprunghügeln und Kurvenüberhöhungen wäre natürlich auch nicht gestattet.

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