Diesmal auf zwei Rädern: Unerlaubter Kraftverkehr im Bornekamp bleibt ein Ärgernis

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Unerlaubter Fahrzeugverkehr scheint im Bornekamp zunehmend ein Thema zu werden – wieder einmal. Denn auch die „physischen Sperren“ am ersten Teich lassen sich überwinden.

Unna

, 21.05.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass Kraftfahrzeuge das wichtigste Naherholungsgebiet der Unnaer Oberstadt als Abkürzung benutzen, ist ein wiederkehrendes Problem. Neue Regeln sind oftmals nur schwer durchzusetzen. Und selbst wenn es gelingt, ist die Wirkung nicht von Dauer.

Das zeigt sich auch nun wieder. Die bislang letzte Maßnahme der Stadt bestand darin, im Jahr 2017 „physische Sperren“ durchzusetzen, sprich: Poller. Schilder, die nur Landwirten und Anliegern eine Durchfahrt mit moderatem Tempo gestattet hatten, waren zuvor zunehmend ignoriert worden.

Mit dem Auto vorfahren, um frische Luft zu schnappen

Anlieger und Spaziergänger machten zwei Gruppen von Regelbrechern aus: So hatte die Bornekampstraße augenscheinlich für Durchreisende eine Bedeutung als Alternative zur Hertingerstraße erlangt. Darüber hinaus fuhren aber auch Erholungssuchende mit ihrem Auto tief in die grüne Lunge Unnas, um dann die gute Luft dort genießen zu können.

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Doch auch die Poller wurden gelegentlich mit Rohheit und Dreistigkeit behandelt. Überliefert sind Berichte von Autofahrern, die die Verschlussbolzen mit einer Rohrzange oder sogar einem mitgebrachten Spezialschlüssel öffneten, um sich den Weg frei zu machen. Die Bodenhülsen wurden schon einmal mit Steinen zugestopft, als die Poller gerade herausgenommen waren. Im weichen Boden neben der Bornekampstraße wurden schon Poller samt Fundament aus dem Boden gehebelt oder einfach auf der Wiese umfahren. Die Stadt legte schließlich große Gesteinsbrocken aus, um auch dieses Schlupfloch zu schließen.

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Gemessen daran ist ein aktuell wieder stärker auftretendes Problem fast schon einfallslos. Ein Anwohner schildert, dass zuletzt immer häufiger Motorräder und -roller auf einem Abschnitt verkehren, der eigentlich als Geh- und Radweg ausgeschildert ist. Die motorisierten Zweiräder fahren zwischen den Pollern einfach hindurch. „Gerade jetzt bei schönem Motorradwetter fahren da so viele, dass es nicht das gelegentliche Versehen eines Einzelnen sein kann“, so der Anlieger, der seine Beobachtungen auch dem Ordnungsamt geschildert hat.

Im Rathaus kehrt damit ein Problem zurück, das nur schwer und offenbar auch nicht nachhaltig zu lösen ist. Stadtsprecher Oliver Böer kündigt an, dass der Ordnungsdienst die Thematik nun bei seinen Streifengängen ins Auge fassen soll. Zugleich schränkt Böer ein, dass die Überwachung des fließenden Verkehres gar nicht in die Zuständigkeit der Stadt falle, sondern in die der Polizei. Gemeinsame Kontrollen sind zwar möglich, aber eben nicht rund um die Uhr an jedem Punkt der Stadt.

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