Mittlerweile über 60 Anzeigen wegen zerstörter Autos in Massen

Vandalismus

Mittlerweile liegen der Polizei über 60 Anzeigen zu zerstörten Autos in Massen vor. Der 33-jährige Täter ist für die Polizei kein Unbekannter:Er randalierte er auch schon auf der Wache.

Massen

, 12.11.2018, 10:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mittlerweile über 60 Anzeigen wegen zerstörter Autos in Massen

Die Autobesitzer, deren Autos von dem Täter mit einem Beil attackiert wurden, haben die Heckscheiben notdürftig mit Planen gesichert. © Michael Neumann

Mit blinder Wut muss der Mann auf die Scheiben eingeschlagen haben: Die Heckscheiben der am Straßenrand geparkten Autos in den Straßen Im Kamp, Siegfriedstraße, Nordstraße, Kletterstraße, Große Wiese und Bismarckstraße sind völlig zerstört.

Von 55 zerstörten Autos sprach die Polizei am Sonntagmittag, mittlerweile haben sich jedoch weitere Autobesitzer gemeldet, deren Fahrzeuge ebenfalls beschädigt wurden. „Uns liegen um die 60 Anzeigen mittlerweile vor“, sagt Polizeisprecherin Vera Howanietz am Montagmorgen im Gespräch mit unserer Redaktion.

Täter offenbar geistig verwirrt

Der Grund für die Zerstörungswut des 33-jährigen Unnaers, die zu einem geschätzten Gesamtschaden von über 50.000 Euro führte, ist nach wie vor unklar. Die Polizei hatte am Sonntag den Verdacht geäußert, dass der Mann möglicherweise aus Frust zugeschlagen habe: Sein eigenes Auto war mit Motorschaden am Samstagabend liegengeblieben.

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„Das ist nur eine Mutmaßung“, betont Vera Howanietz. Eine Vernehmung des alkoholisierten und offenbar geistig verwirrten Mannes sei nicht möglich gewesen. Er sei mit Unterstützung des Ordnungsamtes in die LWL-Klinik nach Dortmund eingewiesen worden.

Für die Polizei ist der Mann kein Unbekannter: Wie Polizeisprecher Thomas Röwekamp unserer Redaktion bestätigt, handelt es sich bei dem Täter um denselben Mann, der im September auf der Wache an der Oberen Husemannstraße randaliert hatte. Am selben Tag wurde er dabei beobachtet, wie er an der Holbeinstraße mit einem Messer ein Auto zerkratzte.

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Kosten werden nicht von jeder Versicherung übernommen

Diejenigen, deren Auto beschädigt wurde, können nicht in jedem Fall darauf hoffen, dass die Versicherung den Schaden übernimmt. „Standardmäßig müssen Kunden mit Teilkasko-Policen den Schaden aus der eigenen Tasche bezahlen“, sagt Bodo Temme vom Bezirksverband Dortmund/Unna des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute. „Bei einigen Teilkasko-Tarifen können Glasbruchschäden durch Vandalismus mitversichert sein“, so Temme. Betroffene sollten in ihre Versicherungsbedingungen schauen, um Klarheit zu bekommen.

Auf der sicheren Seite sind dagegen Autoinhaber, die eine Kfz-Vollkasko-Versicherung abgeschlossen haben. „Dann übernimmt die Versicherung die Kosten für neue Scheiben“, sagt Temme. Wer den Schaden selbst zahlen muss, kann sich das Geld dafür theoretisch über den gerichtlichen Klageweg vom Täter zurückholen. Ein Gerichtsverfahren ist jedoch mit weiteren Kosten und einer ungewissen zeitlichen Dauer verbunden.

Der Versicherungsvermittler von der Morgenstraße hat außerdem einen Tipp an alle, die betroffen sind: Sie sollten Fotos von den Schäden machen. Bis zu einer Schadensmeldung von etwa 1000 Euro reicht den meisten Versicherungen ein Foto aus. Bei höheren Schäden kann die Versicherung zur Beurteilung einen Beauftragten schicken.

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