Mit Video: So sehr belastet der Flugverkehr die Anwohner in Unna-Massen schon jetzt

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Der Massener Erwin Floer ärgert sich seit etlichen Jahren über Fluglärm. Er befürchtet, dass es schlimmer wird, wenn die Landebahnschwelle des Dortmunder Flughafens weiter in Richtung Unna verlegt wird.

Massen

, 07.10.2019, 16:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vier Flugzeuge fliegen zwischen 15 und 16 Uhr über das Haus von Erwin Floer hinweg. Ein Szenario, das so fast täglich stattfindet. Und das seit rund 20 Jahren. Floer wohnt am Massener Kirchweg: in der Einflugschneise des Dortmunder Flughafens in Unna-Massen. Er kämpft seit Jahren gegen den Fluglärm. Auf das Vorhaben des Flughafens, die Landeschwelle um 300 Meter in Richtung Unna-Massen zu versetzen, reagiert er besorgt.

„Eigentlich habe ich nichts gegen Flugzeuge“, sagt Floer. „Aber der Lärmpegel stört bereits jetzt enorm.“

„Wenn ich auf dem Dach stünde, könnte ich den Piloten quasi ‚Guten Tag‘ sagen.“
Erwin Floer

Dass die Maschinen gegebenenfalls noch tiefer über sein Haus hinweg fliegen könnten, sei für ihn kaum vorstellbar, denn auch aktuell befinden sich diese schon in unmittelbarer Nähe zum Wohngebiet im Landeanflug: „Wenn ich auf dem Dach stehe, kann ich den Piloten quasi ‚Guten Tag‘ sagen“, beschreibt Floer das Szenario.

Fluglärm beeinträchtigt Schlaf

Besonders in den Abendstunden beeinträchtigen Starts und Landeanflüge das Leben des Masseners: „Um 22.30 Uhr gehe ich ins Bett. Wenn danach noch ein Flieger landet, bin ich wieder hellwach.“ Und das kommt bei Verspätungen nicht selten vor – Ausnahmeregelungen erlauben eine Landung bis 23.30 Uhr 16 Mal im Monat.

Mit Video: So sehr belastet der Flugverkehr die Anwohner in Unna-Massen schon jetzt

Dicht über dem Wohngebiet: Je nach Flugroute sind die Maschinen über der linken oder rechten Straßenseite im Landeanflug. © Marcel Drawe

Aber auch tagsüber sei die Lärmbelästigung ein schweres Los für Floer: „Wenn man im Sommer auf der Terrasse sitzt, versteht man sein Gegenüber nicht mehr, sobald ein Flieger kommt – und das bei nur 50 Zentimetern Abstand.“ Ein gemütlicher Grillabend oder entspannte Familienfeste werden so schnell zur Zerreißprobe.

Versucht hat Floer in den vergangen Jahren einiges, um gegen die Lärmbelästigung vorzugehen: Er war Mitglied in der Schutzgemeinschaft Fluglärm, hat sein Haus selbstständig gedämmt und Dachklammern angebracht, um für mehr Schallschutz und Sicherheit zu sorgen. „Der Windzug vom Flieger kann so ein Dach durchaus abfegen“, meint er. „Es ist ein Wunder, dass bis jetzt noch nichts passiert ist.“

Auch habe er sich mehrfach direkt an die Flughafengesellschaft in Dortmund gewandt. Von dort habe es immer nur geheißen, dass laut Richtlinien und Lärmpegelmessungen kein Verstoß gegen die Vorschriften vorliege. Rechtlich hat Floer also nichts in der Hand. Er fühlt sich machtlos. Zu klagen hat er gar nicht erst versucht: „Deswegen will ich mich nicht verschulden“, sagt er.

Lärmbelästigung variiert je nach Fluggesellschaft

Eine weitere Option, etwa wegzuziehen, kommt für ihn nicht mehr in Frage. Früher habe er zwar mit dem Gedanken gespielt, jetzt sei es aber zu spät: „Meine Kinder und Enkel wohnen in der Nähe“, sagt er. „Hier bin ich großgeworden.“ Also arrangieren er und seine Familie sich mit dem Lärm, der je nach Windstärke, Flugrichtung und Fluggesellschaft variiert: „Die kleinen Maschinen der Billigfluggesellschaften haben eine schlechtere technische Ausstattung“, sagt Floer. Deshalb seien diese deutlich lauter als die Flieger, die etwa größeren deutschen Fluggesellschaften angehören.

Diesem Sachverhalt bleibt Floer wohl auch künftig ausgesetzt. Dass man den Flughafen nicht wegbekomme, sei ihm ohnehin klar. Aber er hofft zumindest, dass der Zustand sich nicht weiter verschlechtert. Solange die Landebahn nicht tatsächlich weiter in Richtung Unna wächst, sollte das auch der Fall sein.

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