Mit Video: Saftlosen Weiden geht es ans Geäst

dzNatur in Unna

Viele kleine Baumschneide- und Umweltschutzaktionen ersetzen den im kommenden Januar ausfallenden „Tag der Weide“ in Unna. Die Corona-Pandemie zwingt auch hier zu neuen Ideen.

von Sebastian Pähler

Mühlhausen/Uelzen

, 21.11.2020, 17:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der „Tag der Weide“ – eigentlich ist er das Ereignis, bei dem Naturfreunde gleich zu Beginn des Jahres im Naturschutzgebiet in Mühlhausen-Uelzen ihre Tatkraft beweisen können. Doch Corona kennt auch hier keine Gnade – und so wird die eigentlich große Aktion in mehrere kleine aufgeteilt.

Die Helfer, die bei der ersten Aktion dabei waren, waren mit viel Engagement bei der Sache.

Die Helfer, die bei der ersten Aktion dabei waren, waren mit viel Engagement bei der Sache. © Stefan Milk

Bei der ersten Schneitel-Etappe am Samstag zeigten sich dennoch einige Helfer bereit, auch ohne die Belohnung durch das gemütliche Miteinander mit anzupacken. Los ging es an der Obstwiese Kölke, wo die vielen Weiden entlang des Mühlpfads daran erinnern, um was es bei Unnas größte Naturschutzaktion ursprünglich eigentlich ging. Später kamen die Naturschutzhelfer am Storcksbachbruch zusammen, um dort Weidenäste zu schneiden und zusammenzutragen.

Anreiz für die Natur

„Die Totholzhaufen sind neben den Weidenköpfen der größte Reiz für die Natur. Da wohnt das Leben drin“, erläuterte Georg Wöstmann.

Das Totholz bietet vielen Tieren einen wertvollen Lebensraum.

Das Totholz bietet vielen Tieren einen wertvollen Lebensraum. © Stefan Milk

Als einer der Organisatoren der Aktion hatte er den eigentlichen Weidenschnitt schon vorab vorgenommen und Freunde und freiwillige Helfer für die weiteren Arbeiten eingeladen. Und die kamen nicht nur aus dem Doppeldorf, sondern aus ganz Unna, um etwas zum Umweltschutz beizutragen.

Sicherheit geht vor Geselligkeit

Der Vorteil der kleineren Gruppen erlaubte es, Corona-Richtlinien wie Abstandsregeln und Nachverfolgungslisten einzuhalten. Trotzdem ist der Umstand, dass das große Miteinander ausfallen muss, für Wöstmann sehr bedauerlich. „Wir können keine Getränke verteilen und am Lagerfeuer treffen wir uns nachher auch nicht. Außerdem sind aus Vorsicht viele Ältere nicht gekommen.“

Video
Weidenschnitt in Mühlhausen-Uelzen

Ganz ähnlich sah es auch Christian Bullenda, der mit seiner Familie an der Aktion teilnahm. „Die Bratkartoffeln sind natürlich die Hauptmotivation“, scherzte er. Aber dass man vielen Mitmenschen, die man sonst im ganzen Jahr nur beim „Tag der Weide“ trifft, diesmal nicht begegnet, war für ihn sehr bedauerlich. „Ich glaube, gerade für die, die das hier mal gegründet haben und die sonst immer vorbeischauen, ist das heute sehr schade, dass sie nicht dabei seien können.“

Hoffen auf die nächste Generation

Dafür hatte er aber mit seinen Kindern gleich die nächste Generation dabei, die kräftig mit anpackte. Eines Tages, so hofft er, werden die es schließlich sein, die sich um die Weiden und die restliche Natur in Mühlhausen und Uelzen kümmern werden. Dann ist es gut, wenn sie wissen ,wie es geht und wenn sie positive Erinnerungen mit der Aktion verbinden.

Kein Nachteil für die Weiden

Für die Weiden ist es im Übrigen kein Problem, dass sie fast drei Monate verfrüht geschnitten werden. Bereits jetzt haben sie den wenigsten Saft und wenn im Frühjahr dann die Brutsaison der Vögel beginnt, werden die Weiden wieder ausschlagen – ganz so, wie in jedem anderen Jahr. Und vielleicht kann 2022 der „Tag der Weide“ dann auch wieder wie gewohnt stattfinden.

Kontakt

Helfer willkommen

  • Wer Lust hat, sich ein wenig an der frischen Luft zu betätigen und dabei dem Naturschutz einen Dienst zu erweisen, kann bei den Pflege- und Aufräumaktionen des Vereins für Heimat und Natur Mühlhausen-Uelzen und des Nabu-Kreisverbands Unna mitmachen.
  • Über Jahrzehnte wurden die Aktivitäten gebündelt am ersten Samstag eines jeden Jahres. Wegen Corona gibt es in dieser Saison keinen „Tag der Weide“, sondern viele einzelne Aktionen. Nur in Kleinstgruppen und mit viel Abstand arbeiten die Freiwilligen an Weiden, Zäunen, Gräben Böschungen und Wiesen, um der Natur unter die Arme zu helfen.
  • Es gibt Arbeitseinsätze im November, Dezember und Januar. Wer Interesse hat, kann sich bei Organisator Christian Freese melden, Tel. 0173 524 6237, oder per E-Mail: TdW2021@freenet.de

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