Mit Video: Nutria ist nun auch am Bornekampteich in Unna heimisch

dzWildes Unna

Unnas Wildnis ist um ein Kapitel reicher: Die Nutria hat zumindest vorübergehend die Bornekampteiche für sich erobert. In einem Video ist ein Tier zu sehen, das den Teich durchquert.

Unna

, 22.08.2019, 13:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Thomas Urban war wie fast jeden Tag mit seinem Hund im Bornekamp unterwegs. Dabei hielt der Unnaer auch Ausschau nach einem Reiher, der zuletzt mehrere Tage lang auf einem kleinen Hügel stand und Ausschau nach Nahrung hielt.

Am Freitagabend,16. August, aber war es ein anderes Tier, das Thomas Urbans Aufmerksamkeit erregte. Am „Reiher-Platz“ saß ein pelziges Tier. „Es fraß etwas und tauchte dann ins Wasser ab“, erinnert sich der Spaziergänger. Was für ein Tier er genau gesehen hatte, war ihm nicht klar. Allerdings ahnte Thomas Urban schon, dass es sich um eine Nutria handeln könnte.

Nutrias wandern auch über Land

Dieser Verdacht hat sich nun bestätigt. Unnas Umweltamtsleiter Rolf Böttger hat sich das Video angesehen und auch noch weiteren fachmännischen Rat eingeholt. „Eindeutig Nutria“, sagt er. Überrascht ist er nicht. Nutrias breiten sich in Deutschland immer weiter aus, an der Ruhr und an der Lippe sind sie schon lange heimisch.

„In Unna haben wir Meldungen bisher nur aus dem Bereich der Amecke, also eher in Hemmerde“, weiß Böttger. Und: „Nutrias wandern auch über Land.“ Das sei etwa dann denkbar, wenn während einer Hitzeperiode Gewässer austrocknen. Bei dem Tier, das in dem Video zu sehen ist, handele es sich um eine vergleichsweise junge Nutria.

Video
Nutria schwimmt durch Bornekampteich

Im Video sieht man zunächst, wie die Nutria durch eine Gruppe von Enten hindurch schwimmt, die das Ganze scheinbar gelassen hinnehmen. Nachdem die Nutria kurz ans Ufer geschwommen ist, positioniert sich dann aber eine Enten-Mama zwischen sich und ihre Küken – offenbar um ihren Nachwuchs zu schützen. Schnatternd lenkt sie das Pelztier von den Küken ab.

Nutrias sind kälteempfindliche Nager

Grund zur Sorge hätte die Stockente aber gar nicht haben müssen. Nutrias sind fast ausschließlich Pflanzenfresser. Nur in seltenen Fällen fressen sie auch Schnecken, Würmer oder Muscheln. Die Tiere leben monogam, können sich das ganze Jahr über fortpflanzen. Empfindlich reagieren die Nager, die auch Biberraten genannt werden, trotz ihres Pelzes allerdings auf Kälte. Deswegen kann sich nicht jede Kolonie, die sich an Gewässern bildet, auch auf Dauer halten.

Laien können die Unterschiede zwischen einer Nutria und einer Bisam-Ratte vor allem dann erkennen, wenn das Tier auch an Land kommt. Nutrias haben nämlich deutlich längere Beine. Zugleich sind Nutrias aber kleiner als Biber. Sie sind vor allem in der Dämmerung aktiv.

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