Mit Video: Jens Ole Wilberg will der Bürgermeister für das „gesunde Unna“ sein

Kommunalwahl 2020

Seine bislang höchste Position war die zweite Bundesliga. Jetzt will Jens Ole Wilberg für Unna punkten. Statt auf eine Partei hinter sich setzt der Volleyballer dafür auf sportlichen Mannschaftsgeist.

Unna

, 08.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jens Ole Wilberg am „Siebenklang“ im Bornekamp. Der grüne Freiraum zwischen Unna und Billmerich liegt für den studierten Sportwissenschaftler fast direkt vor der Haustür. Hier atmet er durch – entweder kraftvoll beim Joggen oder tiefenentspannt beim Spaziergang.

Jens Ole Wilberg am „Siebenklang“ im Bornekamp. Der grüne Freiraum zwischen Unna und Billmerich liegt für den studierten Sportwissenschaftler fast direkt vor der Haustür. Hier atmet er durch – entweder kraftvoll beim Joggen oder tiefenentspannt beim Spaziergang. © Sebastian Smulka

Der Mann meint es ernst, obwohl Jens Ole Wilberg in seinem Auftreten und Schaffen etwas Unterhaltsames hat. Eventmanager, PR-Berater und neuerdings auch Sportlehrer – die Unnaer kennen ihn eher von den schönen Seiten des Lebens. Und wer ihn vor Kurzem noch nicht kannte, der hat vielleicht inzwischen über das leicht clowneske Porträt auf Wilbergs Wahlkampfmobil geschmunzelt.

Wilberg hat in seinem bisherigen Berufsleben zumindest mehr für Unna getan, als vielen Unnaern bekannt ist. Als Mann hinter den Kulissen hat er Veranstaltungen für den City-Werbering organisiert, die Innenstadt in eine Beach-Volleyball-Anlage verwandelt und jungen Familien mit seiner Kids-Markt-Reihe in der Stadthalle dazu verholfen, günstig Kleidung und Spielzeug für die Kinder zu erstehen. Jetzt will Wilberg Bürgermeister werden. Einen Bruch sieht er darin nicht.

Video
Bürgermeisterkandidat Jens Ole Wilberg im Interview

„Ich will etwas tun für diese Stadt und die Zeit scheint mir jetzt günstig“, verweist der studierte Sportwissenschaftler auf das Ende der Ära Kolter. Saß der aktuelle Bürgermeister so fest in seinem Bürosessel, dass sich für die zurückliegende Wahl 2015 nicht einmal ein einziger Gegenkandidat fand, so werden die Karten jetzt neu gemischt. Nach Kolters Abschied wollen acht Kandidaten Bürgermeister werden. Wilberg ist einer von ihnen – und dabei einer von zwei Parteilosen.

Wilbergs Kandidatur ist in diesem Sinne auch ein Test: Ist die Zeit reif für einen Verwaltungschef ohne eigenen Parteiapparat und ohne eine Fraktion im Stadtrat hinter sich? Wilberg kann es sich vorstellen und räumt ein, dass Entscheidungen im Rathaus mit ihm als Bürgermeister ganz anders zustande kommen müssten als bisher. „Ich müsste viel moderieren, für jede Mehrheit Überzeugungsarbeit leisten. Dafür wäre ich aber auch frei und unabhängig von den Ideologien, kann mir von allen Parteien das Beste aussuchen“ – oder eben einen eigenen Vorschlag machen.

Pressetermin zum Westfalenmarkt: Die Herren im Harnisch sind keine gebuchten Schausteller, sondern die Organisatoren. Rechts im Bild schwingt Jens Ole Wilberg das Schwert – das Thomas Weber vom City-Werbering aber lässig mit der Axt pariert.

Pressetermin zum Westfalenmarkt: Die Herren im Harnisch sind keine gebuchten Schausteller, sondern die Organisatoren. Rechts im Bild schwingt Jens Ole Wilberg das Schwert – das Thomas Weber vom City-Werbering aber lässig mit der Axt pariert. © Udo Hennes

Wer mit Jens Ole Wilberg über seine Kandidatur spricht, lernt schnell einen Mann kennen, der als Person nicht leicht in Schubladen zu stecken ist. Wilberg ist der Spaßvogel, der für die Pressekonferenz zum Westfalenmarkt ins Ritterkostüm steigt. Aber er hat auch die Machermentalität eines Freiberuflers und Veranstalters. Wilberg hat die hemdsärmelige Offenheit eines Amateursportlers, obwohl er einmal auf Leistungsniveau in der zweiten Liga Volleyball gespielt hat. Das Funkeln in seinen Augen lässt einen mitreißenden Witz erahnen. Doch Wilberg hat auch schwierigere Zeiten durchlebt, ist gereift an ihnen und nachdenklicher geworden.

„Sich wohlfühlen, das kommt nicht von allein in meinem Alter. Man muss da schon was tun.“
Jens Ole Wilberg (52), Bürgermeisterkandidat

Wenn er seinen Lieblingsort für das Video-Interview mit der Zeitung nah an seiner Laufstrecke im Bornekamp wählt, dann ist das trotz eines immer schon sportlichen Lebensstils nicht einfach Gewohnheit, sondern auch Ausdruck einer bewussten Wahl. „Der Bornekamp ist ein Quell der Erholung für mich“, sagt er. Gezielt suche er ihn auf, um Kraft zu tanken – sei es körperlich beim Joggen oder eher mental mit einem einfachen Spaziergang. „Sich wohlfühlen, das kommt nicht von allein in meinem Alter“, sagt der 52-Jährige. „Man muss da schon was tun. Ich kümmere mich um meinen Körper und er dankt es mir.“

Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität sind auch die Hauptziele, die er sich für eine Bürgermeisterschaft in Unna vornehmen würde. Und ganz konkret meint er damit, die Voraussetzungen dafür zu schaffen in einem Maß, dass sie sogar zum Markenzeichen werden. Unna als „gesunde Stadt“, mit gesunden Bewohnern, einer gesunden Umwelt und einer gesunden Wirtschaft.

Dieses Porträt ist Teil einer Serie zur Kommunalwahl 2020, in der wir alle acht Bürgermeisterkandidatinnen und -kandidaten für Unna vorstellen. Täglich um 17 Uhr gibt es auf dieser Seite eine neue Folge.
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