Mit Mettbrötchen fing alles an: Waltraud und Gerhard Chucher blicken auf 60 Jahre Ehe zurück

dzDiamantene Hochzeit

Weihnachtsbäume organisieren, Laub vorm Gemeindehaus fegen und immer ein Auge auf „ihre“ Kirche haben: Waltraud und Gerhard Chucher und die Friedenskirche, das ist eine enge Verbindung. Genauso wie die des Ehepaares selbst.

Massen

, 30.07.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 60 Jahren sind die beiden mittlerweile verheiratet. „Wir waren ein Leben lang so beschäftigt, da sind 60 Jahre schnell rum“, schmunzelt Gerhard Chucher. Er und seine Frau Waltraud sind Gesichter, die man in Massen einfach kennt. Kein Wunder, war Waltraud Chucher doch 22 Jahre lang die Küsterin der Friedenskirche - und ihr Mann „Hilfsküster“.

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„Wir waren ein Leben lang so beschäftigt, da sind 60 Jahre schnell rum.“
Gerhard Chucher, 82 Jahre

Was ein solcher „Hilfsküster“ so alles macht, ist in Teilen noch heute im Garten der Chuchers zu sehen: Die Lampen am Gartenrand zeigen noch an, dass hier einst ein kleiner Weg am Gartenzaun entlang führte - direkt bis auf das Kirchengelände. Denn seit 1980 wohnen Chuchers in Sichtweite der Friedenskirche. Und damit seine Frau stets einen sicheren und möglichst kurzen Weg zur Arbeit hatte, legte Gerhard Chucher einen Weg samt Törchen im Zaun an. „Wir haben damals die Kirche gefragt, ob wir in den Zaun ein Tor machen dürfen und das war gar kein Problem“, erzählt Gerhard Chucher. Vor allem, wenn seine Frau abends nach den letzten Gruppen, die das Gemeindehaus noch genutzt hatten, abschließen musste, war so ihr sicherer Nachhauseweg gewährleistet.

Er baute die Bänke in der Friedenskirche

Auch im Alltag als Küsterin wurde Waltraud Chucher von ihrem Mann immer wieder unterstützt. „Wenn er von der Arbeit kam, ist er im Herbst oft sofort wieder raus und hat das Laub vor der Kirche zusammengefegt“, erzählt Waltraud Chucher. Ihr Mann, der bei Wiederholt in Holzwickede im Qualitätswesen arbeitete, besorgte für die Friedenskirche auch die Weihnachtsbäume. Die enge Beziehung zur Friedenskirche kam nicht von ungefähr: „Ich habe als Lehrling die Bänke und Türen in der Friedenskirche mitgebaut“, erzählt der gelernte Tischler Gerhard Chucher.

„Ich bin an meinem freien Tag immer zu ihm gegangen und habe ihm Mettbrötchen vorbeigebracht.“
Waltraud Chucher, 80 Jahre

Das Arbeitsleben und das Private - das war bei den Chuchers von Anfang an eng miteinander verbunden. Denn kennengelernt haben sie sich tatsächlich während der Arbeit - wenn auch Gerhard Chucher da ein wenig nachgeholfen hat, wie er schmunzelnd gesteht. „Ich habe damals beim Neubau der Metzgerei geholfen, in der meine heutige Frau gearbeitet hat. Da habe ich öfter mal Holzspäne liegen lassen, damit sie vorbeikommt und sie wegfegt.“

Mettbrötchen ins Krankenhaus

Vielleicht war es aber auch die Ausdauer, mit der Waltraud Chucher ihren heutigen Mann besuchte, als er nach einem Motorradunfall elf Wochen im Krankenhaus liegen musste. „Ich bin an meinem freien Tag immer zu ihm gegangen und habe ihm Mettbrötchen vorbeigebracht“, erzählt Waltraud Chucher.

Ihren heutigen Ehrentag haben sich die beiden auch „frei“ genommen und verbringen ihn im Kurzurlaub. Doch die zwei Kinder, fünf Enkel und acht Urenkel haben schon angekündigt: 60 Jahre Waltraud und Gerhard - das muss nachgefeiert werden.

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