Diese Impfnachweise gibt es schon länger, Schlüsselanhänger und Karten sind aber auch eine Möglichkeit. Sie werden in Schwerte hergestellt. © picture alliance/dpa/dpa-tmn
Coronavirus

Mit gefälschtem Impfpass zum digitalen Zertifikat: Fälle in Unna und Fröndenberg

Die Polizei bestätigt drei entdeckte Fälle, in denen Kunden in Apotheken mit gefälschten Impfpässen um ein digitales Zertifikat gebeten haben. Zweimal war die Ring-Apotheke in Unna betroffen.

Wer zur Impfung kein digitales Impfzertifikat bekommen hat, kann mit seinem Impfpass in die Apotheke gehen, um dort eines zu erhalten. Der QR-Code, der den vollständigen Impfschutz anzeigt und europaweit gültig ist, erleichtert unter anderem die schnelle Kontrolle für Reisende. Doch es gibt auch Missbrauch. In der Unnaer Ring-Apotheke haben in dieser Woche zwei Kunden versucht, sich mit gefälschten Impfpässen ein digitales Impfzertifikat zu erschleichen.

„Vorgestern und gestern wurden uns zur Digitalisierung gefälschte Impfpässe vorgelegt“, sagte Dr. Matthias Coen am Donnerstag (9. September). Das Apothekenpersonal habe bemerkt, dass es sich um eine Fälschung handelt und die Polizei gerufen. Die Stempel in den gefälschten Pässen waren jeweils Ärzten aus Dortmund zuzuordnen, deren Kontaktdaten nur zum Teil stimmten.

Dr. Matthias Coen aus der Ring-Apotheke in Unna stellt riesiges Interesse an den Schnelltests fest. Wann immer es möglichst ist, versucht er auch kurzfristige Schnelltest-Wünsche außerhalb der Terminbuchung zu erfüllen.
Dr. Matthias Coen aus der Ring-Apotheke in Unna stellt riesiges Interesse an den Schnelltests fest. Wann immer es möglichst ist, versucht er auch kurzfristige Schnelltest-Wünsche außerhalb der Terminbuchung zu erfüllen. © Vivien Nogaj © Vivien Nogaj

„Das sind keine Einzelfälle, die Apothekerkammer hat uns auch informiert, dass zahlreiche Fälschungen vorgelegt werden“, sagt der Unnaer Apotheker. Er möchte darauf hinweisen, dass mit einem gefälschten Impfnachweis nicht nur aus medizinischer Sicht nicht zu spaßen ist.

Apotheker will Täter und Berufskollegen warnen

Die Leute sollten gewarnt sein, so etwas zu tun. Es handle sich um eine Straftat. Die Männer, die in die Ring-Apotheke kamen, seien „seriöse Leute“ gewesen. Einer hatte einen Kinderwagen dabei. „Da verbaut man sich doch einiges“, so der Apotheker, der auch seine Berufskollegen sensibilisieren möchte.

Der digitale Impfnachweis ist eine zusätzliche Möglichkeit, um Corona-Impfungen zu dokumentieren. Geimpfte können damit Informationen wie Impfzeitpunkt und Impfstoff auf ihren Smartphones, entweder in der CovPass-App oder in der Corona-Warn-App, digital verwalten.

Polizeisprecher Christian Stein bestätigt, dass es in dieser Woche drei der Polizei gemeldete Fälle gab. Zweimal war die Ring-Apotheke in Unna, einmal eine Apotheke in Fröndenberg betroffen. „Für den Kreis Unna ist das noch ein relativ neues Phänomen“, sagt der Polizeisprecher. In der Vergangenheit habe es lediglich ab und an Strafanzeigen in Fällen gegeben, in denen gefälschte Impfpässe zum Kauf angeboten wurden.

Mit Impfnachweis mehr gesellschaftliches Leben

„Ohne einen Nachweis über 3G oder inzwischen auch 2G wird es immer schwieriger, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben“, so Stein zur möglichen Motivation der drei Täter. In allen Fällen seien Strafverfahren wegen der Fälschung von Gesundheitszeugnissen eigeleitet worden.

Problemlos, denn die persönlichen Daten mussten in der Apotheke ja ohnehin angegeben werden. Für Dr. Matthias Coen ist es nicht nur Urkundenfälschung. Wer mit gefälschtem Impfnachweis etwa im Fußballstadion Menschen anstecke, begehe doch Körperverletzung, meint der Apotheker.

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg
Jahrgang 1988, aufgewachsen in Dortmund-Sölde an der Grenze zum Kreis Unna. Hat schon in der Grundschule am liebsten geschrieben, später in Heidelberg und Bochum studiert. Ist gerne beim Sport und in der Natur.
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Dagmar Hornung

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