Mit Eseln von Kamen nach Unna: Herta und Henna auf großer Tour

dzEseltour

Mehr als vier Kilometer sind zwei Eseldamen mit ihren neuen Besitzerinnen gewandert. Aber nicht nur im realen Leben sind die Eselstuten aktiv, auch online auf Instagram mischen sie mit.

Unna

, 20.08.2019, 15:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Eseldamen Herta und Henna grasen gemütlich auf der Weide. Sie lassen sich bereitwillig von Mia und Stina, ihren neuen Besitzerinnen, streicheln. Dass die beiden Esel gerade erst einen zweistündigen Marsch durch Felder und Wiesen hinter sich haben, merkt man ihnen nicht an.

Vier Kilometer plus einen Umweg sind die beiden Freundinnen, Mia Bergmann und Stina Haferkamp, mit ihren neuen Haustieren gelaufen.

Der Grund für die Eseltour: Henna und Herta sollten umziehen.

Ein Pferd hat doch jeder

„Ich wollte schon immer ein außergewöhnliches Haustier haben", erzählt die zwölfjährige Mia. Während andere Mädchen von einem eigenen Pferd träumen, wurde ihr schnell klar: Es soll ein Esel sein.

Bei Verwandten auf dem Hof Middendorf im Kamen-Heeren fand sie dann Herta und Henna.

Auf die Frage, ob sie sich mit ihrer besten Freundin Stina um das Mutter-Tochter-Gespann kümmern dürfe, lautete die Antwort: „Na klar!" Die beiden Esel können sogar zu Mia auf den Hof Wisselmann in Mühlhausen umziehen.

Sie mussten nur von einem Hof zum anderen gelangen. Dafür brauchte es aber einige Zeit an Vorbereitung. „Bereits vor den Ferien haben die beiden angefangen, die Tour zu planen", sagt Mias Mutter Sabrina Bergmann.

Mit Butterbrot und Fahrrad ausgerüstet, haben sich Mia und Stina die letzten Wochen dann fast jeden Tag auf den Weg zu den beiden Eselstuten gemacht.

Vertrauens- und Muskelaufbau

Gegenseitiges Vertrauen musste aufgebaut werden. Am besten klappte das mit dem Lieblingsfressen von Henna und Herta: Möhren und Mais. Von 11 bis 18 Uhr standen Eselputzen und spazierengehen auf dem Programm. Für die Wanderung mussten die Tiere Muskeln aufbauen.

Auf der Zielgeraden kam es dann zu einer unerwarteten Unterbrechung. Henna und Herta hatten einen Eiweißschock und konnten fast gar nicht mehr laufen. Die beiden Esel hatten verbotenerweise einen langen Hals über ihren Zaun gemacht und sich mit Getreide überfressen. 15 bis 20 Kilogramm Getreide waren definitiv zu viel des Guten für die Esel.

Der Bahnübergang – ein unüberwindbares Hindernis

Nachdem sich die beiden Tiere dann aber wieder erholt hatten, konnte es diesen Montag gegen 11.15 Uhr endlich losgehen. Der erste Teil der Wanderung klappte super. Doch dann machte ein Bahnübergang den beiden Freundinnen einen Strich durch die Rechnung. Sie wollten weder vor noch zurück. Henna und Herta erfüllten das typische Esel-Klischee.

Laut Stina und Mia sind die Eseldamen aber nicht störrisch, sondern einfach nur vorsichtig. Manchmal dann auch eben etwas zu vorsichtig. Sie wollten sich partout nicht bewegen. Erst der heranrollende Zug versetzte die Esel ziemlich schnell in Bewegung.

Auch in den sozialen Medien aktiv

Mia und Stina mussten dann einen Umweg laufen. Doch um 13.15 Uhr hatten die vier es geschafft. Sie waren in Mühlhausen angekommen. Nach einer wohlverdienten Erfrischung konnten die beiden Esel ihr neues Zuhause begutachten. Einen eigenen Instagram-Account plus kleiner Fangemeinde haben Henna und Herta auch schon.

In Zukunft kümmern sich Mia und Stina auch weiterhin um die Esel. Abends stehen diese im Stall, tagsüber kommen sie auf die Weide. Dort können sie ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen: fressen.

Eins ist klar, langweilig wird es niemals mit den Eseln. Einmal sind die Eseldamen sogar schon ausgebüchst, um auf eigene Faust die Umgebung zu erkunden.

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