Mit dem Rad von einem Hospiz zum nächsten - mit Halt in Unna

dzEhrenamt

Thomas Meier klappert mit seinem Fahrrad alle ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienste in vier Bundesländern ab. Auch der Niederlassung in Unna stattete er einen Besuch ab.

von Sebastian Pähler

Unna

, 09.08.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf einer erstaunlichen Reise für eine gute Sache befindet sich derzeit Thomas Meier. 1500 Kilometer ist der Bonner auf dem Rad unterwegs, um Aufmerksamkeit und Spendenbereitschaft für den „Deutschen Kinderhospizverein“ (DKHV) zu erwecken.

Auf seiner „DKHV Promotion Tour 2020“ durch Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Bayern besucht er fast alle ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienste. Am 1. August startete er in Bonn, vergangenen Samstag stattete er der Niederlassung in Unna einen Besuch ab.

Fahren statt Feiern

Thomas Meier kam grade aus Hamm und am Nachmittag ging es schon wieder weiter nach Soest. Für seine ambitionierte Reise auf dem Fahrrad hat er sich einen engen Zeitplan gesteckt. Sein Ziel ist Olpe, und das will er am 30. August erreichen.

Dass es genau dieser Termin werden soll, hat einen Grund. „In diesem Jahr besteht der Verein seit 30 Jahren. Eigentlich sollte in Olpe deswegen am 30. August eine große Familienfeier stattfinden“. Doch auch diese musste wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

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Informationen für Unterstützer und Neugierige

  • Wer den Deutschen Kinderhospizverein unterstützen möchte, kann das mit einer Spende an den DKHV (IBAN DE68 4626 1822 0224 7007 00, Volksbank Olpe) tun. Verwendungszweck: „Toms DKHV Promotion Tour 2020“.
  • Thomas Meiers Reise ist außerdem nachverfolgbar im Netz unter www.radundfuss.net oder facebook.com/Tom.Radundfuss
  • Der DKHV stellt sich im Internet vor unter www.deutscher-kinderhospizverein.de.

Seine DKHV Promotion Tour 2020 wollte Meier dennoch durchführen, denn die ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienste brauchen Spenden dringender denn je. Wegen der Krise sind Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit momentan kaum möglich, weswegen auch die Spenden, aus denen sich der Verein zu rund 75 Prozent finanziert, größtenteils ausgeblieben.

Strampeln für Familien

Meier ist selbst seit zwei Jahren Mitglied beim DKHV. Damals konnte er vorzeitig in Altersteilzeit und wollte die gewonnene Zeit für andere einsetzen. Die Tochter eines Freundes, die an einer lebensverkürzenden Behinderung litt, war vor ihrem Tod vom ambulanten Hospizdienst betreut worden. Daher war Meier schnell überzeugt, als der Verein per Inserat Familienbegleiter suchte.

Die Ehrenamtlichen des ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes (von links: Barbara Paduch, Hartmut Barkowski und Annette Schmitz) empfangen Thomas Meier (vorne) an der Unnaer Niederlassung.

Die Ehrenamtlichen des ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes (von links: Barbara Paduch, Hartmut Barkowski und Annette Schmitz) empfangen Thomas Meier (vorne) an der Unnaer Niederlassung. © Sebastian Pähler

Seine Promotion Tour gibt ihm auch die Gelegenheit, viele Ehrenamtler und Mitarbeiter kennenzulernen. „Ich bin immer wieder erstaunt, wie ähnlich sich viele Ehrenamtliche sind“, berichtete er. Kein Wunder, so Meier, denn für die Unterstützung lebensverkürzend erkrankter Kinder und ihrer Familien brauche es einen bestimmten Menschenschlag. „Andererseits erkenne ich aber auch immer wieder regionale Unterschiede“.

Auf seiner Tour begleitet ihn auch ein „Gastgeber-Buch“, in das sich die Ehrenamtler und Mitarbeiter der ambulanten Dienste, die ihm Essen, Trinken und oft auch einen Schlafplatz bieten, mit Texten und Bildern verewigen können. 475 Kilometer hatte er in Unna schon hinter sich.

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