Mit dem Kreuz durch Massen: Dritte Auflage ist deutlich gewachsen

dzKirche in Unna

So viele Christen wie noch nie beteiligten sich an der Aktion „Mit dem Kreuz durch Massen“, bei der Buderussiedlung und die ehemalige Landesstelle in Massen-Nord im Vordergrund standen.

von Sebastian Pähler

Unna

, 08.03.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch mal deutlich gewachsen ist die Beteiligung an der Ökumene der Gemeinden in Unnas Westen. Bei der dritten Auflage der Aktion „Mit dem Kreuz durch Massen“ nahmen am Samstag so viele Christen unterschiedlicher Konfessionen teil wie noch nie. Diesmal lag der Fokus auf der Buderussiedlung und der ehemaligen Landesstelle in Massen-Nord.

Gemeinsame Wege

„Möge die Straße uns zusammenführen“, so der Titel eines der Lieder, das bei der Aktion „Mit dem Kreuz durch Massen“ gesungen wurde. Es ließe sich kaum besser zusammenfassen, wie der Gedanke hinter und die Stimmung bei der Wanderung zu verschiedenen Schauplätzen des Ortes mit geistlicher Begleitung gewesen sind. Denn seit seinem Start 2018 verbindet das ökumenische Projekt die Menschen in Massen.

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Damals fing es an mit einer Tour durch Niedermassen, bei der knapp 70 Teilnehmer aus der katholischen und evangelischen Gemeinde den Ortsteil erkundeten und von Pfarrern und Leihen Wissenswertes über Kirchen, Friedhöfe und säkulare Landmarken erfuhren.

Günther Kohl von der Neuapostolischen Gemeinde spricht ein Gebet.

Günther Kohl von der Neuapostolischen Gemeinde spricht ein Gebet. © Sebastian Pähler

Im Folgejahr schlossen sich für die Wanderung durch Obermassen auch viele Mitglieder der koptischen Gemeinde an. Beim dritten Gang, bei dem mit Massen-Nord die geistliche Erschließung des Dorfes komplettiert wurde, nahmen am Samstag nun auch Gemeindeglieder der Neuapostolischen Kirche teil. Knapp 100 Menschen bewegte die Massener Ökumene so im wahrsten Sinne des Wortes.

Geistiges und Geistliches

Information und Spiritualität wurden auch diesmal wieder von den Organisatoren, Gemeindeoberhäuptern und Helfern verknüpft. Nach der Begrüßung durch die evangelischen Pfarrer Jürgen Eckelsbach und Detlef Main so wie Presbyter Peter Hiddemann, Pastor Stefan Schmitz und Rainer Engel von der katholischen Gemeinde, dem koptischen Abuna Tawadros und dem neuapostolischen Diakon Günther Kohl begann die Wanderung mit dem Kreuz zunächst am Standort der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule. Hier erinnerten Heinz Witte und Udo Vieth an den Schulalltag in der Nachkriegszeit.

Auf Film gebannt wurde „Mit dem Kreuz durch Massen“ auch.

Auf Film gebannt wurde „Mit dem Kreuz durch Massen“ auch. © Sebastian Pähler

Nur ein Stück weiter stoppte der Umzug vor der Synagoge der Jüdischen Gemeinde „haKochaw“. Sie ist einmal ein evangelisches Gemeindehaus gewesen, erinnerte Pfarrer Eckelsbach, doch angesichts des Schicksals der Juden in Deutschland während des Nationalsozialismus habe man das Gebäude gerne gegeben. „Wir können ihnen die Leben nicht wiedergeben“, so Eckelsbach, aber wenigstens materiell wollte man den Jüdischen Geschwistern etwas zurückgeben.

Bergbaugeschichte des Ortsteils

In der Buderussiedlung erfuhren die Teilnehmer etwas über die Bergbaugeschichte des Ortsteils. Dabei verriet Heinz Witte auch, warum die Siedlung von vielen auch Korsika genannt wird. „Weil sie mitten im Feld lag und von Westen und Osten von Wasser umgeben war“, berichtete Witte.

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Fehlen durfte auch ein Besuch in der ehemaligen Landesstelle nicht, wo zunächst Spätaussiedler aus der Sowjetunion, nach der Wende ehemalige DDR-Bürger und vor der Schließung 2009 Flüchtlinge des Kosovo-Krieges vorübergehend Unterkunft fanden. Seit 2012 ist sie wieder für Menschen aus aller Welt geöffnet, die meist aber nur sehr kurz hier verweilen. Die wöchentlich stattfindende Spielstube hilft, den Kindern die hier ankommen, ein bisschen Freude in einer schlimmen Situation zu bieten.

Das Kreuz erreichte die Koptische Kirche.

Das Kreuz erreichte die Koptische Kirche. © Sebastian Pähler

Nach einem kurzen Besuch am Hochschulcampus fand die Wanderung ihren Abschluss in der ehemaligen Kirche St. Hedwig, die mittlerweile als Kirche St. Maria und St. Philopater Mercurius Anlaufstelle für koptische Christen aus der ganzen Region ist. Ein gemeinsames Mal gab es hier auch.

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Mit dem Kreuz durch Massen

So viele Christen wie noch nie beteiligten sich an der Aktion „Mit dem Kreuz durch Massen“, bei der Buderussiedlung und die ehemaligen Landesstelle in Massen-Nord im Vordergrund standen.
08.03.2020
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Abuna Tawadros begrüßt die Teilnehmer und erklärt die Gestaltung der Koptischen Kirche.© Sebastian Pähler
Auf Film gebannt wurde die Aktion „Mit dem Kreuz durch Massen“ auch.© Sebastian Pähler
Der Start einer Mini-Pilgerreise durch Massen.© Sebastian Pähler
Mit dem Kreuz durch die Colonie.© Sebastian Pähler
Halt in der ehemaligen Landesstelle.© Sebastian Pähler
Die Vertreter fast aller christlichen Konfessionen kamen für die Aktion „Mit dem Kreuz durch Massen“ zusammen.© Sebastian Pähler
Die Vertreter fast aller christlichen Konfessionen kamen für die Aktion „Mit dem Kreutz durch Massen“ zusammen.© Sebastian Pähler
Ohne Lautsprecher wäre bei rund 100 Teilnehmern nichts gegangen.© Sebastian Pähler
Fast 100 Teilnehmer, so viele gingen noch nie "Mit dem Kreuz durch Massen".© Sebastian Pähler
Das Kreuz wurde abwechselnd geragen.© Sebastian Pähler
Bei der Wanderung gab es auch viel Wissenswertes über den Ort zu erfahren.© Sebastian Pähler
Der Bollerwagen mit der Technik musste immer mit.© Sebastian Pähler
An der Synagoge wurde an die Pogrome aber auch den Neuaufbau der Jüdischen Gemeinde in Unna erinnert.© Sebastian Pähler
An der Synagoge wurde an die Pogrome aber auch den Neuaufbau der Jüdischen Gemeinde in Unna erinnert.© Sebastian Pähler
Das Kind auf dem Schild zur Gründung der Boderussiedlung ist Heinz Witte selbst.© Sebastian Pähler
Günther Kohl von der Neuapostolischen Gemeinde spricht ein Gebet.© Sebastian Pähler
Mit dem Kreuz durch die Colonie.© Sebastian Pähler
Mit dem Kreuz durch die Colonie.© Sebastian Pähler
Halt in der ehemaligen Landesstelle.© Sebastian Pähler
Halt in der ehemaligen Landesstelle.© Sebastian Pähler
Das Kreuz erreicht die Hochschule Unna.© Sebastian Pähler
Das Kreuz erreicht die Hochschule Unna.© Sebastian Pähler
Das Kreuz erreicht die Koptische Kirche.© Sebastian Pähler
Das Kreuz erreicht die Koptische Kirche.© Sebastian Pähler
Das Kreuz erreicht die Koptische Kirche.© Sebastian Pähler
Das Kreuz erreicht die Koptische Kirche.© Sebastian Pähler
Abuna Tawadros begrüßt die Teilnehmer und erklärt die Gestaltung der Koptischen Kirche.© Sebastian Pähler
Abuna Tawadros begrüßt die Teilnehmer und erklärt die Gestaltung der Koptischen Kirche.© Sebastian Pähler
Abuna Tawadros begrüßt die Teilnehmer und erklärt die Gestaltung der Koptischen Kirche.© Sebastian Pähler
Mit dem Kreuz durch die Colonie.© Sebastian Pähler

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