Mit Buchstaben im Kampf für Menschenrechte

dzAmnesty International

Für die Wahrung der Menschenrechte kämpft Amnesty International mit der Macht des Wortes. Das Jubiläum in Unna feiert die Ortsgruppe daher an diesem Montag mit einer Lesung.

10.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Menschenrechte sind ein teures und zugleich erschreckend fragiles Gut. Daher stellt die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ durch die Vereinten Nationen für viele eine Zeitenwende dar, die, obwohl es sich zunächst einmal um unverbindliche Empfehlungen handelte, die gesamte Menschheit mit einem Schlag in eine Weltgemeinschaft mit gleichen Rechten für jeden verwandelte. 70 Jahre ist das am 10. November her – ein Jahrestag, der jedes Jahr von Amnesty International mit einem Briefmarathon gefeiert wird. Am Samstag ergriff die Ortsgruppe Unna die Gelegenheit und warb im ZIB um Unterstützung.

Mit dem Amnesty-Briefmarathon versucht die Organisation die Freilassung oder zumindest eine Verbesserung der Haftbedingungen von politischen Gefangenen und den Schutz anderweitig politisch bedrohter Menschen zu erreichen, indem sie Bürger darum bittet, vorgefertigte Briefe mit ihrem Absender zu versehen und diese dann gesammelt an die verantwortlichen Regierungen zu schicken. „Viele fragen sich, wenn ich einen Brief schreibe, was soll das bringen, aber es ist die Vielzahl, die etwas bewirkt“, erklärt Gudrun Völcker von Amnesty. „Das Spannende ist“, so ihre Kollegin Heike Palm, „dass da irgendwo ein Regime sitzt und auf einmal kommen da etliche Briefe innerhalb von kürzester Zeit auf den Schreibtisch.“ In rund einem Drittel der Fälle konnte Amnesty International so etwas erreichen, erläuterte Völker. „Das ist schon eine ganze Menge.“

Wichtig sei es, die Regime wissen zu lassen, dass die Welt die Gefangenen nicht vergessen hat. „Das ist oft der einzige Schutz, den sie noch haben.“ 2018 ist ein Brief an den Iran gerichtet, wo Atena Daemi für ihren Einsatz gegen die Todesstrafe in Haft sitzt. In einem Zweiten wird Südafrika aufgefordert, für den Schutz der mit dem Tod bedrohten Menschenrechtsaktivistin Nonhle Mbuthuma zu sorgen.

Für die Unnaer Ortsgruppe ist 2018 ein besonderes Jahr, da sie ihr 50-jähriges Bestehen feiert. Mitglieder und Interessierte feiern am Montag, 10. Dezember, in der Buchhandlung Hornung ab 19.30 Uhr mit Lesung, Musik, Impro-Theater.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Arbeiten mit Holz

Grünholzwerken in der Jugendkunstschule Unna: Kinder nutzen uralte Techniken

Hellweger Anzeiger Stadtkirche

Auch der vierte Höllenhund liegt am Boden - Bald Steinmetz-Werkstatt auf dem Kirchplatz