Unna will den „Mietspiegel 2.0“ – aber erst ab 2022

dzWohnungsmarkt

Mit einer erweiterten Marktbeobachtung will Unna dem Anstieg der Mieten entgegentreten. Auch die Kreisstadt erhält einen „qualifizierten Mietspiegel“, allerdings erst ab 2022.

Unna

, 11.03.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mietspiegel bilden die Preisentwicklung am Wohnungsmarkt ab. Die Frage ist nur, was das über den reinen Erkenntnisgewinn hinaus bringt. Mehr und mehr setzt sich die Ansicht durch, dass der normale Mietspiegel, den die Kreisstadt Unna alle zwei Jahre aktualisiert veröffentlicht, vor Gericht wenig Gewicht hätte.

Im Sinne einer höheren „Gerichtsfestigkeit“ und als Abschreckungsinstrument vor ungerecht starken Mietaufschlägen will auch Unna nun einen sogenannten „qualifizierten Mietspiegel“ auflegen lassen. Nach erfolgten Vorberatungen mit der Kreisverwaltung bittet Unnas Rathaus seine Politiker um Freigabe für den Abschluss eines Vertrages. Der Kreis bietet sich als Dienstleister an, um das umfassendere Datenwerk aufzustellen und auszuwerten. Etwa 8.500 Euro im Jahr müsste die Stadt dafür zahlen.

Unna ist vergleichsweise spät dran bei der Umstellung auf den „Mietspiegel 2.0“. Sieben Kommunen nehmen diesen Dienst bereits in Anspruch. Die Kreisstadt aber würde erst 2022 folgen. Zuvor soll im Sommer 2020 noch einmal eine letzte Ausgabe des einfachen Mietspiegels veröffentlich werden. Begründung der Stadt: Die Erfassung der Daten nehme Zeit in Anspruch.

Leerstände sind in Unna äußerst selten

Dabei sind die zunehmende Wohnungsnot und steigende Mieten in Unna schon seit einiger Zeit ein Thema. In einem normalen Wohnungsmarkt würden schon Übergangszeiten durch Umzüge und Neuvermietungen eine Leerstandsquote von zwei bis drei Prozent bewirken. Unna aber meldete zuletzt vor gut einem Jahr eine Quote von nur 1,3 Prozent, was bereits ein klares Signal für Wohnungsnot ist.

Zum Mangel im Allgemeinen kommt noch das spezielle Problem, dass die in Unna vorherrschende Drei-Zimmer-Wohnung mehr und mehr an den Bedarfen der Wohnungssuchenden vorbei geht. Insbesondere kleine Wohnungen für Alleinstehende und größere Wohnungen für Familien seien zunehmend gesucht, hieß es in den damaligen Berichten.

Anstieg der Mieten war schon 2018 aktenkundig

Wo das Angebot knapper ist als die Nachfrage steigen die Preise. Das hat schon der aktuelle Mietspiegel aufgezeigt, der Mitte 2018 vorgestellt wurde und die Entwicklungen der beiden vorangegangenen Jahre beschreibt. Im Mittelwert waren die Mieten gegenüber der 2016er-Fassung um 3,2 Prozent gestiegen. Für Altbauten aus der Zeit vor Gründung der Bundesrepublik weist der Mietspiegel eine „ortsübliche Vergleichsmiete“ von 4,40 Euro pro Quadratmeter aus. Für Wohnungen ab Baujahr 2010 liegt der Wert bei 8,15 Euro.

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