CDU-Chef kontert Kritik: Murmann hat sich zu früh als Bürgermeisterkandidat gefeiert

dzPolitik

Frank Murmanns Kritik an der Auswahlprozedur des CDU-Bürgermeisterkandidaten wird von Parteichef Gerhard Meyer zurückgewiesen. Alles sei fair gelaufen – was man über Murmanns Reaktion nicht sagen könne.

Unna

, 12.02.2020, 13:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei der Suche nach einem Bürgermeisterkandidaten hat Unnas CDU nun einige Verschleißspuren angenommen: Der parteiintern unterlegene Bewerber Frank Murmann ist ausgetreten und hat damit zugleich den Vorsitz in der CDU-Mittelstandsinitiative MIT freigemacht. Seine letzten Worte an die Adresse der bisherigen Parteifreunde sind von Enttäuschung geprägt: Für seine Bewerbung habe er „mehr als nur böse Blicke“ bekommen.

Ein Adressat dieser Kritik ist Parteichef Gerhard Meyer. Mit seinem Austritt aus der Partei macht Murmann vor dem Stadtverbandsparteitag am 20. März den Weg für seinen Mitbewerber Dirk Wigant frei, den er als „den Kandidaten des Parteivorsitzenden“ bezeichnet. Murmann deutet an, dass eine Bewerbung gegen Wigant gar nicht gewollt gewesen und eher als störend aufgenommen worden sei.

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CDU-Stadtverbandschef Gerhard Meyer widerspricht. „Dirk Wigant ist nicht der Kandidat des Vorsitzenden, sondern der Kandidat der Findungskommission. Darin bin ich nur ein Mitglied von sechs“, so Meyer. Zudem betont der Stadtverbandsvorsitzende, dass das Vorgehen bei der Kandidatensuche so gelaufen sei, wie es im Vorfeld beschrieben worden sei – fair und korrekt.

Meyer: Bewertung der Bewerber war korrekt und fair

Beide Bewerber seien mit einer Eignungsmatrix auf Eigenschaften geprüft worden, die sich die Findungskommission aus den Vorsitzenden von Stadtverband und Ortsunionen für einen Bürgermeisterkandidaten wünscht. Ergebnis war, dass Murmann einen niedrigeren Punktestand bekam als Dirk Wigant, also im Vergleich unterlag.

„Dieses Ergebnis haben wir Frank Murmann mitgeteilt und ihm drei Tage Bedenkzeit gegeben, ob er seine Kandidatur nun zurückzieht oder sich trotzdem beim Parteitag zur Wahl stellt. Und diese Entscheidung sollte dann entsprechend auch in der Pressemitteilung mit aufgenommen werden“, so Meyer.

Murmann hat die Option einer Niederlage ausgeblendet

Dass sich Murmann nach seiner Bewerbung gegen Dirk Wigant ausgegrenzt gefühlt hat, vermag Meyer nicht nachzuvollziehen. „Das ist seine Empfindung, dafür kann ich nichts.“ Offenbar habe Murmann aber auch eine Erwartungshaltung entwickelt, die nun in eine schmerzliche Enttäuschung führen musste.

„Herr Murmann ist herumgelaufen und hat öffentlich erklärt: Hier kommt der Bürgermeisterkandidat der CDU. Niemand hat ihn dazu aufgefordert! Er selbst ist auf den Baum geklettert und musste dann wieder herunter. Das ist aber dann nichts, wofür man den Fehler bei anderen Leuten suchen sollte“, sagt Meyer.

Eine weitere Aussprache zwischen ihm und Murmann ist nicht vorgesehen. „Seine Entscheidung scheint festzustehen“, so Meyer.

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