Stadt Unna schafft Messgeräte für Schulen und Kitas an Das sollen sie können

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Schulen und Kindergärten in Unna sollen CO2-Messgeräte erhalten (Symbolbild). Der Beigeordnete Sandro Wiggerich berichtet über die Hintergründe.
Schulen und Kindergärten in Unna sollen CO2-Messgeräte erhalten (Symbolbild). Der Beigeordnete Sandro Wiggerich berichtet über die Hintergründe. © dpa/Archiv
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Für ihre Schulen und Kindergärten schafft die Stadt Unna über 400 Luft-Messgeräte an. Hintergrund sind Erfahrungen aus der Corona-Pandemie. Nicht nur Schüler und Lehrer sollen davon profitieren.

Für die Beschaffung von CO2-Messgeräten erhält die Stadt Unna Landesfördermittel in Höhe von 160.000 Euro. Ein großer Teil der Geräte soll demnächst nicht nur dazu dienen, die Raumluft zu verbessern.

Erfahrungen aus der Pandemiezeit

Der vordringliche Zweck der Apparate ist die dauerhafte Überwachung des Kohlendioxidgehalts in der Raumluft. Hintergrund sind Erfahrungen aus der Pandemiezeit: Damit die Luft in Klassenräumen regelmäßig ausgetauscht wird, wurde intensives Lüften angeordnet.

Mitunter wurde es dadurch in den Schulen sehr kalt. „Das war sicher nicht optimal“, sagt Sandro Wiggerich, für Schulen und Kinderbetreuung zuständiger Beigeordneter.

Das Ziel sei nun zu lüften, wenn es nötig ist. Eine Art Ampel als Indikator für den Kohlendioxidgehalt der Luft soll dabei helfen. Der regelmäßige Luftaustausch soll auch ein Beitrag zum Infektionsschutz sein, denn mit der „alten“ Luft werden auch Viren hinausbefördert. Grundsätzlich sei frische Luft natürlich unter jedem Gesichtspunkt gut und wichtig, so Wiggerich.

Um die Virenlast in der Raumluft zu senken, wurde in Schulen im Zuge der Pandemie intensives Lüften eingeführt (Symbolbild).
Um die Virenlast in der Raumluft zu senken, wurde in Schulen im Zuge der Pandemie intensives Lüften eingeführt (Symbolbild). © picture alliance/dpa

Auch für Luftdruck, Temperatur und Feuchtigkeit

Die Geräte, die nun gekauft werden, haben etwa das Format eines Rauchmelders, nur „erkennen“ sie eben nicht Rußpartikel in der Luft, sondern Kohlendioxid. Zusätzlich sollen sie einen Mehrwert schaffen, der über den Schulbetrieb mit größtmöglicher Sauerstoffzufuhr hinausgeht.

Die ausgewählten Geräte sollen auch Luftdruck, Temperatur und Luftfeuchtigkeit messen. Diese Daten sollen dabei helfen, die städtischen Immobilien besser zu überwachen, dort Probleme zu erkennen und zügiges Gegensteuern zu ermöglichen. Als Beispiel nennt die Stadt die Gefahr von Schimmelbildung, der durch Feuchtigkeitsmessungen vorgebeugt werden soll.

Datensammlung für künftigen Energiemanager

Fehlt nur noch eine Stelle, an der diese Daten zusammenlaufen und sinnvoll verwendet werden: Die Stadt Unna plant einen Energiemanager für ihre Immobilien einzustellen, auch finanziert über Fördermittel, mit denen das Rathaus rechnet.

Gleichzeitig ist der Aufbau eines LoRaWan-Netzes für Unna in Planung: eines Drahtlosnetzes für den Datenaustausch, in das die neuen Messgeräte dann eingebunden werden. Hinter den Planungen für dieses Netzwerk stecken laut Stadt Unna unter anderem die Stadtwerke und Gelsenwasser.

251 Messgeräte für Schulen

Wo überhaupt Bedarf für die CO2-Melder besteht, hat die Stadt Unna im Vorfeld der Bestellung abgefragt. Ergebnis: Für Schulen werden insgesamt 251 der netzwerkfähigen CO2-Messgeräte gekauft. Alle weiterführenden Schulen und das Werkstatt-Berufskolleg sollen damit ausgestattet werden, außerdem alle Grundschulen mit Ausnahme der Osterfeldschule.

Die Grundschule in Mühlhausen-Uelzen habe vor kurzem erst eine neue Lüftungsanlage bekommen und daher keinen Bedarf gemeldet, so Wiggerich. Das Sauerland-Hellweg-Kolleg erhalte auch keinen dieser Apparate: Die Schulform Weiterbildungskolleg sei ausdrücklich von der Förderung ausgeschlossen gewesen.

Auch Kitas erhalten CO2-Messer

Die Kindertagesstätten in Unna befinden sich allesamt nicht in städtischer Trägerschaft. Sie mit netzwerkfähigen Geräten auszustatten wie die städtischen Immobilien, hätte also keinen Sinn. CO2-Messungen als Indikator fürs Lüften aber sind erwünscht.

Insgesamt 177 einfachere Apparate werden für 22 Kitas besorgt. Bekommen werden die Geräte die neun evangelischen und vier katholischen Kindergärten, vier Einrichtungen der Awo sowie weitere Kitas in Trägerschaft von Vereinen oder Initiativen. Auch drei Großtagespflegestellen sollen mit CO2-Messern ausgestattet werden.