Liebhaber klassischer Musik fiebern den Meisterkonzerten des Musikvereins Unna Jahr für Jahr entgegen. Wegen der Corona-Pandemie ändern sich in diesem Jahr allerdings die Rahmenbedingungen.

Unna

, 24.08.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 4 min

Wer die Meisterkonzerte des Musikverein Unna besucht, der soll die Musik genießen können. In Corona-Zeiten heißt das: sich sicher fühlen, nicht ständig an das Virus denken und Ohren und Herzen für die Musik öffnen. Damit das so ist, gibt es einige Veränderungen.

Das Gute zuerst: Die Konzerte können auch weiterhin in der Stadthalle Unna stattfinden. Die ist technisch so gerüstet, das Aerosole von Künstlern und Publikum nach oben abgezogen werden. Und es finden immerhin bis zu 260 Besucher Platz.

Bestuhlung mit vielen Gängen

Das ist zwar weniger als üblich, aber die Mindestabstände müssen eingehalten werden. Deswegen gibt es auch nicht die gewohnte Konzertbestuhlung. Es werden jeweils zwei Stühle gestellt, dann bleibt ein Gang frei, dann folgen zwei weitere Stühle. Möglich ist das nur bei flacher Bestuhlung – ein Kompromiss, den der Musikverein eingeht.

Natürlich setzen die Organisatoren darauf, dass ihr treues Stammpublikum auch die kommende Saison zu einem Erfolg macht. Denn die bietet in diesem Jahr sogar sechs Konzerte, weil eines wegen der Corona-Pandemie nicht mehr durchgeführt werden konnte.

1. Meisterkonzert: Landesjugendorchester NRW

Den Auftakt macht am Sonntag, 27. September, das Landesjugendorchester NRW (LJO) mit seinem aus Unna stammenden Dirigenten Sebastian Tewinkel. Passend zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven in diesem Jahr präsentiert das Ensemble sein Programm „liberté“.

Der aus Unna stammende Sebastian Tewinkel eröffnet am 27. September mit dem Landesjugendorchester NRW den Reigen der Meisterkonzerte.

Der aus Unna stammende Sebastian Tewinkel eröffnet am 27. September mit dem Landesjugendorchester NRW den Reigen der Meisterkonzerte. © picture alliance / dpa

Beginnend mit Beethovens Violinkonzert präsentiert die Solistin Mira Marie Foron eines der anspruchsvollsten Werke der Literatur für Violine und Orchester op. 61. Komponiert wurde das Konzert für Franz Clement, erlangte allerdings erst später durch die Aufführung von Joseph Joachim mit Felix Mendelssohn-Bartholdy als Dirigenten an Bekanntheit. Mira Marie Foron, Jahrgang 2002, gewann zahlreiche erste Preise bei internationalen Wettbewerben.

Mit dem zweiten Stück, der „Eroica“ (Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55) blickt das LJO nach Frankreich. Beethoven war ein Befürworter der Ideale der französischen Revolution und nannte das Werk daher „Bonaparte“, revidierte ihn jedoch aufgrund der Kaiserkrönung Napoleons zu dem heute bekannten Titel.

2. Meisterkonzert: Eternum Quartett

Das Eternum Quartet, bestehend aus Manna-Marie Schäfer, Ajda Antolovic, Eva Kotar und Filip Orlovic, gehört zu den aufstrebenden jungen Ensembles der Kölner Musikszene. Mit ihrer charmanten und energiegeladenen Art zu musizieren, suchen die Saxophonisten den Kontakt zum Publikum und begeistern ihre Zuhörer.

Das Eternum Quartett ist eines der jungen Ensembles, die bei den Meisterkonzerten des Musikvereins Unna zu erleben sind.

Das Eternum Quartett ist eines der jungen Ensembles, die bei den Meisterkonzerten des Musikvereins Unna zu erleben sind. © Veranstalter

In Unna präsentiert das Quartett am Sonntag, 11. Oktober, Stücke von Georg Friedrich Händel, Antonin Dvorak, György Ligeti, Samuel Barber und George Gershwin.

3. Meisterkonzert: La Réjouissance

Am 22. November ist mit dem Ensemble La Réjouissance ein Trio in Unna zu Gast, das sich nach dem gleichnamigen französischen Volkstanz aus dem 18. Jahrhundert benannt hat. Aus eben dieser Ära stammen auch die Stücke, die Lars Hobein (Cembalo), Mariya Miliutsina (Traversflöte) und Amarilis Duenas (Viola da Gamba) präsentieren werden.

„La Réjouissance“ hat sich nach einem französischen Volkstanz aus dem 18. Jahrhundert benannt.

„La Réjouissance“ hat sich nach einem französischen Volkstanz aus dem 18. Jahrhundert benannt. © Veranstalter

Das Trio ist international besetzt. Während Lars Hobein in Hagen geboren wurde, stammt Mariya Miliutsina aus Weißrussland. Amarilis Duenas brigt schließlich spanische Wurzeln und südländisches Temperament mit. Mit diesem Konzert endet das Programm für das Kalenderjahr 2020.

4. Meisterkonzert: Laura Moinian und Alexander Vorontsov

Das Jahr 2021 startet am 17. Januar mit dem Konzert von Laura Moinian (Violoncello) und Alexander Vorontsov (Klavier). Beide präsentieren neben der Sonate Nr.2 D-Dur op. 58 von Felix Mendelssohn-Bartholdy auch Stücke von Robert Schumann, Johannes Marks und César Franck.

Laura Moinian und Alexander Vorontsov sind am 17. Januar 2021 in Unna zu erleben.

Laura Moinian und Alexander Vorontsov sind am 17. Januar 2021 in Unna zu erleben. © Veranstalter

Die deutsch-iranische Cellistin Laura Moinian stammt aus einer Musikerfamilie. Sie gab mit sechs Jahren ihr erstes Klavierkonzert und spielt seit ihrem achten Lebensjahr Violoncello. Mit 16 Jahren wurde sie als jüngste Studentin am Royal College of Music in London aufgenommen. Bereits mit 22 Jahren spielte sie ihre erste CD „Inside Out“ mit dem Pianisten Jamie Bergin ein. Ihre zweite CD „Cello Shadows“ als Solistin mit dem Bratislava Sinfonie Orchester erschien im Frühjahr 2019. Zahlreiche nationale und internationale Preise begleiten ihren Weg.

Das Klavierspielen hat Alexander Vorontsov, Pianist russischer Herkunft aus einer Musikerfamilie, im Alter von vier Jahren begonnen. Angefangen hat er bei seiner Mutter, bis er im Alter von elf Jahren das Frühstudium an der HMTM Hannover begann. Mittlerweile studiert er in der Klasse von Lars Vogt.

Passionskonzert mit dem Konzert-Chor Unna

Den Reigen der Meisterkonzerte unterbricht am 9. März 2021 das Passionskonzert des Musikvereins Unna. Der Konzert-Chor bereitet sich unter der Leitung von Hermann Kruse bereits auf dieses Konzert vor, bei dem die Sopranistin Rebecca Engel und Bass-Bariton Gerhard Pauli als Solisten zu erleben sein werden. An der Orgel unterstützt Daria Burlak den Chor, die Mendenerin Clara Busemann wird Harfe spiele. Felix Bous greift zudem zu Violine und Viola.

Tickets

Rabatte für Schüler und Studenten

  • Alle Meisterkonzerte beginnen jeweils sonntags um 18 Uhr in der Stadthalle Unna. Einzelkarten kosten 18 Euro, für Schüler und Studenten 5 Euro. Sie sind etwa vier Wochen vor dem jeweiligen Konzert im i-Punkt im ZIB sowie an der Abendkasse erhältlich. Auch eine Bestellung über die Internetseite www.musikverein-unna.de ist möglich. Auch in diesem Jahr gibt es wieder 5er-Abonnements (75 Euro/erm. 20 Euro) sowie 3er-Abonnements (50 Euro/erm. 10 Euro). Fragen dazu beantwortet Bettina Großebüter, Tel. (02303) 86074, E-Mail bgrossebueter@t-online.de.
  • Das Chorkonzert zur Passionszeit beginnt am Dienstag, 9. März 2021, um 19.30 Uhr in der Martinskirche Unna. Tickets dafür kosten 15 Euro für Erwachsene beziehungsweise 5 euro für Schüler und Studenten. Auch sie sind im i-Punkt im ZIB, an der Abendkasse und über die Homepage des Musikvereins zu bekommen.

Im Zentrum des Konzertes steht die Kantate Via crucis von Franz Liszt. Die Komposition gilt als die modernste, die Liszt je geschrieben hat. In der Aufführung wird die Kreuzweg-Kantate mit Bildern des Leipziger Kriegsfotografen Silvio Hoffmann verstärkt. Das Programm umfasst aber auch weitere Liszt-Werke sowie Stücke von Puccini, Fauré, Tournier und Mendelssohn-Bartholdy.

5. Meisterkonzert: Philipp Scheucher

Sei es der Goldene Saal des Wiener Musikvereins, das Gewandhaus in Leipzig oder die Elbphilharmonie in Hamburg – Philipp Scheucher spielte bereits in den bedeutendsten Konzertsälen der Welt. Besonders auszeichnend für den österreichischen Pianisten sind seine natürliche Ausstrahlungskraft und die Freude am Musizieren, die sein Publikum mitreißen.

Philipp Scheucher hat bereits in den bedeutendsten Konzertsälen der Welt gespielt.

Philipp Scheucher hat bereits in den bedeutendsten Konzertsälen der Welt gespielt. © Christian Jungwirth

Seine Konzerttätigkeit führt ihn um die ganze Welt, darunter nach Japan, Südafrika, Kanada, Brasilien, Russland, China sowie in die Vereinigten Staaten. Als Solist arbeitet er mit renommierten Musikern und Orchestern zusammen.

In Unna präsentiert er am 21. März Werke von Franz Schuber, Gerd Kühr, Krysztof Meyer und Robert Schumann.

6. Meisterkonzert: Vigato Quartett

Das Vigato Quartett holt am 18. April den Auftritt nach, der in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht mehr erfolgen konnte.

Veronika Bejnarowicz (Violine), Laura Kania (Violine), Marc Kopitzki (Viola) und Gereon Theis (Violoncello) bilden das Vigato Quartett, das seinen ausgefallenen Auftritt im nächsten Jahr nachholt.

Veronika Bejnarowicz (Violine), Laura Kania (Violine), Marc Kopitzki (Viola) und Gereon Theis (Violoncello) bilden das Vigato Quartett, das seinen ausgefallenen Auftritt im nächsten Jahr nachholt. © Veranstalter

Das Quartett bilden Veronika Bejnarowicz, Laura Kania, Marc Kopitzki und Gereon Theis. Sie spielen Werke von Leos Janacek, Robert Schumann und Ludwig van Beethoven.

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