Antje Weber-Drücke verkauft in ihrem Gartenzentrum aktuell viele Blumen. © Udo Hennes
Frühling

Mehr Zulauf im Gartencenter, einige Kunden aber durch Regeln verwirrt

Pflanzen und Saatgut darf man schon kaufen, Gartenmöbel und Dekoartikel erst ab Montag. Viele Kunden nutzen die Öffnung des Pflanzenhandels dennoch dazu, um „mal rauszukommen“.

Wenn der Frühling vor der Tür steht, lockt das milde Wetter viele Menschen in die Gartencenter: Der Vorgarten kann aufgehübscht, das Beet gestaltet oder die Blumentöpfe neu bepflanzt werden. Gerade aufgrund der begrenzten Shoppingmöglichkeiten ist der Ausflug in den Pflanzenhandel derzeit eine gern gewählte Option, auch in Unna.

„Die Menschen haben wieder Lust auf Blumen, sie können sich ja sonst nicht viel gönnen derzeit.“

Jörg Drücke von Gartenzentrum Drücke

Seit einem Monat ist das das Garten- und Naturwarenzentrum Drücke in Unna-Königsborn nun wieder für seine Kunden da; zuvor war es mehrere Wochen in coronabedingter Winterpause – obwohl aufgrund von „Schlupflöchern“ eine Öffnung des Geschäfts möglich gewesen wäre. So war es den Händlern etwa erlaubt, trotz des Lockdowns weiterhin Schnittblumen und kurzfristig verderbliche Topfpflanzen zu verkaufen, später auch Gemüsepflanzen und Saatgut. „Nicht jeder Kunde weiß daher aktuell genau Bescheid“, sagt Gartenzentrum-Inhaberin Antje Weber-Drücke.

Menschen nutzen vermehrt Gelegenheit, Blumen zu kaufen

Während das Gartencenter Drücke etwa komplett geschlossen war, hatte die Konkurrenz teilweise durchgängig für Kunden geöffnet. „Das hat jeder für sich selbst entscheiden“, sagt Weber-Drücke. „Für uns war der Verlust aber überschaubar und die Sicherheit stand im Vordergrund.“

Nun können die Kunden aber auch in Königsborn Pflanzen einkaufen, was viele von ihnen derzeit auch gerne in Anspruch nehmen. „Die Menschen haben wieder Lust auf Blumen, sie können sich ja sonst nicht viel gönnen derzeit“, sagt Mitinhaber Jörg Drücke.

Extreme Spitzen bei den Verkaufszahlen, wie etwa im April vergangen Jahres, gebe es aber nicht, so Antje Weber-Drücke: „Vor einem Jahr hatten wir einen deutlicheren Kundenansturm, mittlerweile hat sich das reguliert“, so Weber-Drücke. Froh ist sie in diesen Zeiten dennoch über jeden Kunden.

Kundin Susanne Schmidt aus Unna lässt sich von der Osterdeko im Gartenzentrum Drücke inspirieren. © Udo Hennes © Udo Hennes

Kunden sind froh über Anlaufstelle zum Shoppen

So etwa über Renate und Holger Ogrzal, die extra aus Dortmund gekommen sind, um sich einen Baum zu kaufen. Der Ausflug in ein Gartencenter kommt ihnen zu diesen Zeiten gelegen: „Sonst kann man nur wenig unternehmen“, sagt Holger Orgzal, „außer Spazierengehen und Gartenarbeit ist nichts möglich.“

Auch, um Geschenke zu kaufen, sei das Gartenzentrum daher eine beliebte Anlaufstelle, wie eine Kundin befindet: „Normalerweise würde ich etwas anderes schenken, aber weil der Einzelhandel geschlossen ist, habe ich mich für Blumen entschieden.“

Und auch der Blick auf die Osterdeko lockt Menschen in das Gartenzentrum, wie Kundin Susanne Schmidt aus Unna erklärt: „Man möchte es sich ja auch zuhause schön machen – und vor allem vor die Tür kommen.“ Für viele Menschen ist das Gartencenter Drücke in Königsborn daher aktuell eine beliebte Anlaufstelle.

Über die Autorin
Geboren 1992 mitten im Ruhrgebiet (Bottrop) und aufgewachsen am Rande des Münsterlandes (Dorsten), hat es sie zum Studieren nach Bielefeld verschlagen (die Stadt gibt es wirklich ;-)). Nach beruflichen Zwischenstationen in Braunschweig, Berlin und Aachen ist sie froh, wieder zurück im Pott zu sein und Geschichten für Unna zu schreiben. Wenn sie nicht journalistisch unterwegs ist, hört sie gerne Musik, wandert im Grünen oder faulenzt mit einem guten Buch im Café.
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Vivien Nogaj
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