Mehr Zivilcourage

dzKommentar zum Vorfall im Bahnhof Unna

Ein Mensch verübt zwar keine Straftat, begibt sich aber in Lebensgefahr. Darf ein Polizist wegsehen? Darf er nicht. Er muss Verantwortung übernehmen, doch das müssen wir alle. Ein Kommentar.

Unna

, 03.08.2018, 18:23 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein Mensch in Uniform ist grundsätzlich ein Vorbild. Beamte überhaupt haben eine besondere Stellung in der Gesellschaft. Sie genießen Privilegien, die „Normalbürgern“ verwehrt bleiben und haben eine besondere Verantwortung.

Das gilt auch nach Feierabend. Sollte der Bundespolizist in diesem Fall wirklich so intensiv weggesehen haben, dann muss er belehrt werden, was es bedeutet, Uniform zu tragen.

Das Wegsehen aber ist ein Phänomen, das nicht nur diesen Polizisten betrifft, der vielleicht einfach nur müde nach Hause wollte.

Wegsehen, das können wir alle gut. Menschen in Notlagen begegnen leider oft Zeitgenossen, die sich einfach nicht kümmern. Das ist nicht nur dann schlimm, wenn eine Person regungslos neben einem Geldautomaten liegt. Nicht nur dieser Skandalfall, der deutschlandweit Aufsehen erregte, sollte jeden nachdenklich stimmen. Es gibt auch in Unna im Alltag immer wieder Szenen, in denen mehr Zivilcourage angebracht wäre. Gefährliches Herumklettern auf Bahngleisen ist ein Beispiel.

Ein alter Mensch, der offenbar orientierungslos durch die Stadt irrt, ein jüngerer, der aus irgendwelchen Gründen in seinem Auto übernachtet – auch sie brauchen Aufmerksamkeit, Ansprechen, Hilferufen anstelle von Naserümpfen.

Und hier sind nicht nur Uniformierte gefordert, sondern alle.

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