Mehr Platz in einigen Supermärkten in Unna

dzEinzelhandelskonzept

Der Rechtsstreit mit Lidl über den Markt an der Hansastraße hat Unna den Ruf eingebracht, Supermärkte mitunter eisern klein zu halten. Begründet war er schon bislang nicht. Und künftig könnte die Stadt noch liberaler werden.

Unna

, 11.10.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wo könnte der lang ersehnte Discounter für Massen entstehen? Wie groß darf die Handelsfläche für den neuen Norma-Markt am Kastanienhof sein? Es sind sehr konkrete Fragen, die im Einzelhandelskonzept der Stadt behandelt und festgelegt werden. In den vergangenen zehn Jahren war die sogenannte „Lehnerdt-Studie“ eine Art Bibel der Standort- und Ansiedlungspolitik. Wer einen Supermarkt bauen wollte, der nicht in die Vorgaben des Konzeptes passen würde, braucht im Grunde genommen gar nicht erst im Rathaus vorsprechen.

Zehn Jahre nach der Vorstellung des aktuellen Konzeptes liegt nun der Entwurf für einen neuen Plan vor. Verfasser ist heute wie damals der Diplom-Kaufmann Jörg Lehnerdt, Handelsberater mit Sitz in Köln. Lehnerdt kann in seiner aktuellen Arbeit die Entwicklung Unnas in den vergangenen Jahren ablesen. Wenig überraschend unterscheidet sich das neue Konzept von seinem Vorgänger aber eher in Nuancen. Trotz neuer Baugebiete haben sich die Siedlungsschwerpunkte im Stadtgebiet nicht so sehr verlagert, dass die Grundverteilung der Handelsstandorte geändert werden müsste. Allerdings legt Lehnerdt der Stadt heute etwas mehr Liberalität ans Herz, was die Flächenbedarfe von Supermärkten angeht – zumindest für einige Standorte.

Weiterhin beschreibt Lehnerdt die Innenstadt als „Hauptzentrum“ des Handels, die Geschäfte an Kamener Straße und Massener Hellweg als Stadtteilzentren in Königsborn und Massen. Außerdem gibt es „Nahversorgungszentren“ an der Berliner Allee, am Kastanienhof und in Hemmerde. Sie sollen den Menschen im Umfeld vor allem die Waren des täglichen Bedarfes bieten. Zusätzliche Sortimente sind im Prinzip zulässig, in der Praxis aber schwer zu etablieren.

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Ein Sonderfall ist der Rewe-Markt am Büddenberg. Er gilt als „Ergänzungsstandort“, da er eigentlich in einem Industriegebiet liegt. Für ihn sieht Lehnerdt eher nur begrenzte Möglichkeiten, seine Verkaufsfläche auszubauen.

Als schwierig beschreibt Lehnerdt zudem weiterhin die Ausbauwünsche Lidls für die Hansastraße, die nach einer zunächst erfolglosen Klage gegen die Stadt in der Berufung hängen.

Anderen Märkten stellt das Gutachten größere Verkaufsflächen in Aussicht – unabhängig davon, ob dafür ein Anbau nötig würde oder Lager- in Verkaufsflächen umgewandelt. Entsprechende Wünsche formulieren Aldi und Lidl für die Märkte an der Kamener Straße, Lidl zudem für den Standort im Wohnpark Süd. Normas Neubaupläne für den Kastanienhof waren schon vom alten Einzelhandelskonzept gedeckt.

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