Mehr Komfort, mehr Platz auch für Terrorschutz und kein Tetris mehr im neuen Polizeiauto

dzMit Bildergalerie

Polizisten im Kreis Unna freuen sich auf ihre neuen Streifenwagen. Die Ford-Minivans sind komfortabler als die umstrittenen BMWs. Und sie bieten nun auch Ausrüstung für Terrorfälle vernünftig Platz.

Kreis Unna

, 24.09.2019, 17:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Nordrhein-Westfalen werden 2200 neue Streifenwagen für die Polizei eingeführt. 27 davon sollen bis 2021 auch bei der Polizei im Kreis Unna ankommen. Der Standard-Sreifenwagen wird ein Ford S-Max. Der Minivan bietet nur Vorteile gegenüber den 3er-BMWs, die vor vier Jahren eingeführt worden waren.

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Die neuen Polizeiautos für den Kreis Unna

Mehr Komfort für Insassen und mehr Platz für Ausrüstung: Mit neuen Ford-Minivans wird die Polizei auch den Anforderungen an die Terrorabwehr gerecht.
24.09.2019
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Der Ford S-Max wird der neue Standard-Streifenwagen, auch im Kreis Unna. Insgesamt 27 neue Autos werden im Kreis Unna bis 2021 eingeführt, darunter auch ein paar Mercedes-Vito-Kleinbusse.© Marcel Drawe
Martin Volkmer (v. l.), Leiter der Polizeiwache Kamen, Landrat Michael Makiolla und Polizeikommissarin Janine Kulinski stellten am Dienstag die neuen Dienstwagen vor. © Marcel Drawe
Das erste dieser Autos ist der Wache in Kamen zugeordnet.© Marcel Drawe
Der S-Max ersetzt 3er-BMWs, die vor vier Jahren eingeführt worden waren.© Marcel Drawe
Die Polizeiwagen haben wenig überraschend Standardausrüstung wie Blaulicht. Ihre großen Qualitäten liegen aber im Innenraum.© Marcel Drawe
Dieser bietet deutlich mehr Platz als die BMW-Streifenwagen. Wer etwas größer ist, für den ist der BMW unangenehm eng.© Marcel Drawe
Mehr Platz hat auch der Laderaum. Alles, was Streifenpolizisten dabei haben müssen, ist in soliden Schubfächern verstaut. Der Zugriff geht schneller, und die Schubfächer fallen auch nicht wie beim BMW heraus, wenn sie geöffnet werden.© Marcel Drawe
Geräumiger und besser sortiert ist die Ausrüstungsabteilung im Ford. Das zeigt recht deutlich der direkte Vergleich... © Marcel Drawe
...mit dem vollgestopften Laderaum des BMW.© Marcel Drawe
Der S-Max ist eben ein Auto von 2019, erkennbar an ausreichend Stromanschlüssen auch für USB-Stecker.© Marcel Drawe
Landrat Michael Makiolla freut sich über die neuen Streifenwagen. „Der neue Wagen wird den Anforderungen an den Wach- und Wechseldienst deutlich mehr gerecht“, sagt der Chef der Kreispolizeibehörde.© Marcel Drawe

Mehr Platz für Mensch und Material

„Es gab von Anfang an Kritik an diesen Fahrzeugen, auch aus dem Kreis Unna“, sagt Landrat Michael Makiolla. Der Chef der Kreispolizeibehörde stellte am Dienstag gemeinsam mit Polizeivertretern den ersten neuen Ford vor. Schilderungen von Polizeisprecher Bernd Pentrop legen den Schluss nahe, dass es dringend Zeit wird, die BMWs auszurangieren. Mit seinen 1,91 Meter passe er als Fahrer kaum hinein, sagte Pentrop. Es sei schwierig, die Tür zu schließen, weil dann die Dienstwaffe an seiner rechten Seite gegen die Mittelkonsole stößt. „Der Wagen hat auch keine höhenverstellbaren Gurte“, sagt Pentrop. Im neuen Ford hingegen haben vorne die Menschen mehr Platz und hinten das Material. Von Kelle über Absperrband bis Maschinenpistole ist alles in soliden Schubfächern verstaut. „Das macht schon Spaß, wenn man hineinschaut“, sagt Pentrop. „Alles bleibt auch bei der Fahrt an seinem Platz, und Sie müssen nach einem Einsatz nicht Tetris spielen, um es wieder einzuräumen.“

Schwere Westen und Helme für den Terrorfall

Mehr Übersicht, schnellerer Zugriff - und auch die heutigen Notwendigkeiten wurden bei der Auswahl der Wagen mitgeplant. Schwere Schutzwesten, die auch Kugeln aus Sturmgewehren standhalten, und besonders stabile Helme haben Polizisten stets im Streifenwagen für den Fall eines Terrorangriffs. Und bisher müssen sie die Rückbank umklappen, um an Teile dieser Ausrüstung zu gelangen. Als der BMW vor vier Jahren eingeführt wurde, sei noch nicht absehbar gewesen, dass diese Dinge nötig würden, sagt Landrat Makiolla. „Der neue Wagen wird den Anforderungen an den Wach- und Wechseldienst deutlich mehr gerecht.“

Neuer Kleinbus von Mercedes

Der erste Ford gehört zur Polizeiwache Kamen und ist schon im Kreisgebiet im Einsatz. In diesem Jahr soll die Kreispolizeibehörde noch einen weiteren S-Max bekommen, außerdem einen Mercedes Vito. Der Kleinbus ist das zweite neue Polizeifahrzeug in NRW. Der eine oder andere Ford muss womöglich direkt noch einmal kurz in die Werkstatt. Ford kündigt eine deutschlandweite Rückrufaktion für rund 100.000 Fahrzeuge an. Ob auch Autos der Unnaer Polizei betroffen sind, sei nicht auszuschließen, sagte Sprecher Pentrop.

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