Mehr Finanzkraft für das Gemeinwohl in Unna

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Als Motor des Gemeinwohls kommt die Bürgerstiftung von Jahr zu Jahr stärker auf Touren: Mehr Stifter, mehr Kapital und am Ende mehr geförderte Projekte – diese Trends halten weiterhin an.

Unna

, 04.12.2018, 21:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erfolgsmeldungen sind auf der Tagesordnung des jährlichen Stifterforums ein fester Tagesordnungspunkt, ist doch das Modell der Stiftung auf Wachstum angelegt. Bemerkenswert ist das Tempo, mit dem sich der Finanzierungstopf für das Gemeinwohl in Unna füllt. Nach gut einem Jahrzehnt ist die Bürgerstiftung eine der größten ihrer Art in Deutschland und ein Modell, das andernorts kopiert werden soll – wenn auch der Erfolg der Unnaer schwer nachzuahmen ist.

561 Stifter füllen den „Haupttopf“

Beim Stifterforum in der Sparkasse präsentierte Vorstand Werner Overwaul auch diesmal Zahlen, die ein dynamisches Wachstum beschreiben. Über 5,9 Millionen Euro werden inzwischen unter dem Dach der Bürgerstiftung betreut. Sie verteilen sich auf Töpfe verschiedener „Bauart“. Die Bürgerstiftung selbst besteht im Kern aus einem Geldvermögen von 575.300 Euro, das durch Stiftungen unterschiedlicher Höhen entstanden ist. 561 Stifter haben bislang das Sammelbecken der Stiftung befüllt. Darüber hinaus verwaltet die Bürgerstiftung aber auch zwei Treuhandstiftungen Unnaer Familien mit einem Volumen von 2,26 Millionen Euro und inzwischen 28 Stiftungsfonds, die mit größeren Ersteinzahlungen begründet wurden. Vier davon sind in den zurückliegenden zwölf Monaten aufgestellt worden. Neu- und Zustiftungen haben das Gesamtvolumen dieser Stiftungsfonds auf 2.485.500 Euro erhöht.

Spenden machen die Stiftung unmittelbar handlungsfähig

Neben den Stiftungen nimmt die Initiative aber auch Spenden entgegen, und diese Zweigleisigkeit erhöht die Handlungsfähigkeit der Bürgerstiftung enorm. Denn Spenden kann die Bürgerstiftung unmittelbar ausgeben, während Stiftungsbeträge erst einmal angelegt werden und Erträge abwerfen müssen. Gut 119.000 Euro an Spenden und gut 82.000 Euro als Finanzertrag bildeten im zurückliegenden „Stiftungsjahr“ die Basis, in Unna die unterschiedlichsten Projekte zu fördern.

Bürgerstiftung

Die Quellen des Kapitals

Grundsätzlich handelt es sich beim Kapital der Bürgerstiftung um privates Geld, das Bürger zur Förderung des Gemeinwohls entweder in die Stiftung einzahlen oder zur sofortigen Verwendung spenden. Hinter diesen Gaben stehen jedoch auch ganz unterschiedliche Geschichten.
  • Größere Stiftungen sind oft ein Ausdruck von Dankbarkeit: Menschen, denen es gut geht, wollen der Gesellschaft nachhaltig etwas zurückgeben.
  • Andere Geldgeber haben der Stiftung einen regelmäßigen Bankeinzug genehmigt.
  • Geburtstagskinder rufen die Gäste ihrer Feier bisweilen dazu auf, keine Geschenke zu machen, sondern für die Bürgerstiftung zu spenden.
  • Aber auch Trauerfälle sind ein Anlass, um Spenden zu bitten.
  • Manche Unternehmen spenden das Budget, das sonst im Advent für Werbegeschenke ausgegeben wurde.
  • Überweisungen sind möglich an Die Bürgerstiftung Unna, Iban DE 97 4435 0060 0000 0880 88

„Bürgersinn, Begegnung und bunte Vielfalt“ überschreibt Werner Overwaul die zuletzt geförderten Projekte. Genauer einzugrenzen, was die Bürgerstiftung aus Kapitalerträgen und Spenden macht, fällt zunehmend schwierig: Wer etwa einen Stiftungsfonds auflegt, kann der Bürgerstiftung dabei Vorgaben machen, was dieser Topf nähren soll. Und dabei gibt es in der Praxis durchaus Unterschiede. Sehr am Herzen liegen vielen Stiftern allerdings Kinder und sozial Schwächere. Gerne unterstützen Bürgerstiftung, Stifter und Spender, die jungen Menschen zu einem Start ins Leben verhelfen oder Hilfe zur Selbsthilfe bieten. Unter anderem ermöglichte dies zusätzliche Sportangebote, Deeskalationsprogramme und Bewerbungstrainings an Schulen, den Kauf von Fahrradhelmen für Flüchtlinge und von Gießkannen für die Friedhöfe, mehrere Kulturveranstaltungen, aber auch Naturschutzprojekte. Mit einer Art Patenschaft hat die Bürgerstiftung das Heilig-Geist-Hospiz auf seine Liste der Dauerempfänger genommen. Aber auch für Akuthilfen bei Bedarf ist die Bürgerstiftung eine gute Adresse. 20.000 Euro liegen dort bereits als Beitrag für die Turmsanierung an der Stadtkirche bereit. Ausgegeben werden sollen sie für ein Einzelgewerk, zudem dieser Betrag möglichst gut passt.

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