Mehr als „Fridays for Future“: Unnas Jugendliche wollen sich für die Stadt engagieren

dzMit Video: Ehrenamt

Spätestens seit „Fridays for Future“ ist klar: Jugendliche in Unna wollen sich engagieren – und das nicht nur für den Klimaschutz. Dieses Potenzial kann auch der Stadt nutzen – wenn sie weiß, wie.

Unna

, 14.11.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie pflanzen Bäume in Costa Rica, demonstrieren für den Klimaschutz, helfen Senioren beim Einkaufen oder organisieren Freizeitangebote für Kinder: Unnas Jugendliche sind aktiv. Neben Schule und Hobbys sind viele von ihnen ehrenamtlich engagiert – auch wenn sie selbst es vermutlich nie so nennen würden. Dieses Potenzial will das Netzwerk Ehrenamt jetzt gezielt nutzen – und ausbauen.

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Eigentlich war es nur ein Randaspekt der großen Umfrage des Forums Generationen, an der sich 1661 Unnaer Jugendliche beteiligten: Wie steht es um das ehrenamtlich Engagement der Jugendlichen in Unna? Die Antworten, die die 10- bis 18-Jährigen auf diese Frage gaben, überraschten die Initiatoren der Umfrage.

„Die Bereitschaft zum Engagement ist bei den Jugendlichen groß und teilweise auch schon da“, haben Dr. Joachim Hartlieb, Ulrich Weicken und Klaus Dunker vom Forum Generationen festgestellt, als sie die Fragebögen auswerteten.

Kernziel der Umfrage war es eigentlich, herauszufinden, wie Jugendliche zu dem Kultur- und Freizeitangebot in Unna stehen. Doch der Ehrenamtsbereitschaft der Jugendlichen wird nun besonderer Raum gewährt. „Die Ehrenamtsagentur wird sich in Zukunft verstärkt um die Schulen bemühen“, sagt Weicken.

Ein erster Schritt in diese Richtung ist die am Montag, 18. November, stattfindende Netzwerkkonferenz im ZIB. Sie steht ganz bewusst unter dem Thema „Junges Engagement“ – und soll natürlich vor allem Jugendliche ansprechen. „Wir möchten am Montag herausfinden, wie man Jugendliche zum Ehrenamt motivieren kann und welche Hürden es vielleicht gibt“, sagt Rita Weißenberg von der VHS.

Die Netzwerkkonferenz

Anmeldungen noch möglich

  • Die Netzwerkkonferenz findet am Montag, 18. November, von 16.30 Uhr bis 20 Uhr im ZIB statt. Neben Beispielen aus der Praxis, die Jugendliche aus verschiedenen Ehrenamtsbereichen geben, stehen auch Diskussionen zu den vier Schwerpunktthemen „Zusammenarbeit mit den Schulen“, „Nutzung von Social Media“, „Wertschätzungskultur für junges Ehrenamt“ und „Persönliche Kontakte“ auf dem Programm.
  • Am Ende soll gemeinsam eine Zusammenfassung erarbeitet werden, was junges Ehrenamt in Unna braucht.
  • Die Teilnehmer werden mit Kaffee und Kuchen sowie Fingerfood versorgt.
  • Angesprochen sind alle interessierten Bürger Unnas, natürlich vor allem Jugendliche. Die Organisatoren freuen sich über eine Anmeldung, um besser planen zu können. Anmeldungen sind per E-Mail an info@ehrenamt-unna.de oder telefonisch unter (02303) 103 713 möglich.

Ausdrücklich wolle man keine Konkurrenz zu bestehenden Angeboten der Schulen schaffen. Das Ziel sei vielmehr, das von den Jugendlichen bereits geleistete Engagement in die Stadtgesellschaft einzubinden. „Ein wichtiger Punkt am Montag ist daher, dass wir gucken, wie Schulen und Ehrenamtler hier zusammenarbeiten können“, erklärt Sofia Peters, Korrdinatorin des Netzwerks Bürgerengagement in Unna. Doch es sind längst nicht nur Jugendliche eingeladen, sich Montag zu beteiligen.

„Ehrenamt funktioniert nur über persönliche Kontakte, deswegen ist es sehr wichtig, dass Jugendliche Ansprechpartner bekommen, wo sie sich engagieren können“, sagt Peters. Gleichzeitig seien viele Vereine, die dringend auf Nachwuchs angewiesen seien, auch nicht unbedingt dort präsent, wo Jugendliche sich vielleicht informieren, wenn sie sich engagieren wollen.

Deswegen wird ein großer Baustein der Veranstaltung am Montag auch der richtige Umgang mit Sozialen Medien sein. Wie können Vereine und Ehrenamtler beispielsweise Instagram für sich nutzen? „Das werden zwei Jugendliche erklären, denn die nutzen es ja schließlich täglich“, sagt Peters. Mögliche Hürden, die sich zwischen engagierten Jugendlichen und Vereinen, die Unterstützung suchen, ergeben könnten, werden so abgebaut.

Ebenfalls ein Thema: Welche Wertschätzung wünschen sich Jugendliche? „Da sind wir, denke ich, vor allem beim Thema Zeit und Bürokratie“, meint Rita Weißenberg. Dass Projekte wie ein Skaterpark beispielsweise mehrere Jahre bis zur Umsetzung dauerten, sei für junge Menschen, die etwas in ihrer Stadt bewegen wollen, nur schwer verständlich. „Da resigniert man irgendwann, wenn es so lange dauert“, sagt Weißenberg und nennt als positives Beispiel den Kinderrat: „Dort gibt es ein festes Budget, die Kinder entscheiden, was damit gemacht wird und die Umsetzung erfolgt zügig. Das zeigt jungen Menschen, dass sie tatsächlich etwas in ihrer Stadt bewegen können.“

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Denn junge Menschen für ihre Stadt zu begeistern – das steht hinter all den Gedanken, die sich die Ehrenamtsagentur derzeit macht. Wer sich schon in jungen Jahren für sein Umfeld engagiert, wird auch später „am Ball bleiben“, so die Hoffnung.

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