Nach Postdiebstahl auch aus Unna leitet Polizei über 3000 Ermittlungsverfahren ein

dzPostdiebe

Der Postdiebstahl im großen Stil, der im Sauerland aufgeflogen war, ist inzwischen ein Fall für den Staatsanwalt. Die Polizei hatte über 3000 Verfahren eingeleitet dank Hinweisen von Opfern – auch aus Unna.

Unna/Hochsauerlandkreis

, 19.01.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Vorfälle liegen schon geraume Zeit zurück, nun werden sie juristisch verfolgt: Im Dezember 2018 hatte die Polizei im Hochsauerlandkreis (HSK) eine Bande mutmaßlicher Postdiebe geschnappt. Die Männer hatten säckeweise Postsendungen an die Seite geschafft, um daraus wertvolle Inhalte zu stehlen. Auch Sendungen aus Unna waren darunter.

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Polizei findet säckeweise gestohlene Briefe

Ein Unnaer hatte im Jahr 2018 vier Briefe an verschiedene Adressaten in ganz Deutschland verschickt, wie er unserer Redaktion berichtete. Keiner hatte sein Ziel erreicht. Zwei allerdings fand die Polizei später. Die Umschläge wurden in Sundern (HSK) gefunden. Zeugen hatten die Polizei auf einen Müllcontainer hingewiesen, in dem Säcke voller aufgerissener Postsendungen lagen. In einer Wohnung stießen Ermittler auf sechs Männer – und den Inhalt der vielen Briefe und Päckchen, die aus ganz Deutschland und anderen Ländern stammten.

Geld aus aller Welt, Sexspielzeug und vieles mehr

Die Polizisten stellten unterschiedlichste Wertsachen sicher, darunter unter anderem Geld in Währungen aus der ganzen Welt – insgesamt 18.000 Euro –, Sexspielzeug, Elektronik, Gutscheine oder Schmuck.

Die mutmaßlichen Diebe hatten als Subunternehmer der Deutschen Post gearbeitet und diese Tätigkeit offenbar für ihre kriminellen Machenschaften missbraucht. Sie sollen für den Transport von Sendungen zwischen verschiedenen Verteilerzentren zuständig gewesen sein.

Fast 4000 Opfer angeschrieben

Um das sichergestellte Diebesgut als Beweismaterial verwenden zu können, nahm die Polizei Kontakt zu den Absendern auf, sofern das möglich war. „Wir haben fast 4000 Leute angeschrieben“, berichtete ein Sprecher der Polizei Hochsauerlandkreis. Für jede sichergestellte Sendung mit Absenderadresse wurde jeweils ein Schriftverkehr in Gang gesetzt. Aufgrund der eingegangenen Rückmeldungen seien über 3000 Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

Ermittlungen dauerten mehrere Monate

Das alles brauchte eine gewisse Zeit. Im Spätsommer 2019 habe die Polizei ihren Teil der Arbeit abgeschlossen und den Vorgang an die Staatsanwaltschaft übergeben, so der Polizeisprecher. Die Anklagebehörde wiederum muss entscheiden, ob, gegen wen genau und aufgrund welcher Delikte sie Anklage erhebt.

Die Verdächtigen, die die Polizei im Sauerland ermittelt hatte, waren seinerzeit zwischen 18 und 32 Jahre alt. Fünf der Männer waren in Berlin gemeldet, einer in Oldenburg.

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