Massen lehnt sich auf gegen Sparpläne für den Bürgerservice

dzHaushaltsberatung

Kurz vor der entscheidenden Hauptausschusssitzung präsentiert die Stadtverwaltung ein Modell für den reduzierten Bürgerservice in den Ortsteilen. Und kurz vorher erhebt sich Massen gegen diese Sparpläne.

Massen

, 28.11.2018, 14:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Dokumente sind quasi zeitgleich öffentlich geworden. Beide beziehen sich auf die umstrittenen Schließungspläne für Bürgeramtsaußenstellen.

Über deren Schicksal soll nach langer, auch öffentlicher Diskussion am Donnerstag, 29. November, der Haupt- und Finanzausschuss letztmalig beraten.

Das Ratsinformationssystem enthält eine Vorlage, die aus Sicht der Verwaltung Ergebnis der bisherigen politischen Beratungen ist und auch Einwände der betroffenen Bürger berücksichtige. Der Vorschlag, den der Rat beschließen möge: Die Bürgerservice-Außenstellen in Lünern und Hemmerde werden zum 31. Dezember 2018 geschlossen. Die Außenstellen in Massen und Königsborn sollen nicht komplett geschlossen werden, sondern weitergeführt werden mit eingeschränkten Öffnungszeiten von jeweils vier Stunden pro Woche.

Kracht: Vier Stunden zu wenig

„Vier Stunden sind zu wenig“, sagt Dr. Peter Kracht, Ortsvorsteher in Massen. Er hatte sich ähnlich wie Königsborns Ortsvorsteher Wolfgang Ahlers schon vor Monaten kritisch zu den Plänen geäußert, den Bürgerservice im Ortsteil einzuschränken. In einem offenen Brief an den Bürgermeister fordert Kracht, das Bürgeramt in Massen nicht zu schließen. Er schlägt vor, die Behördenzweigstelle an zwei vollen Tagen in der Woche zu öffnen. Dadurch gebe es für die Stadt den gewünschten Einspareffekt, und den Massenern bliebe „ihre heimatnahe und identitätsstiftende Einrichtung“ erhalten. „Das ist wichtig in Zeiten wie diesen“, schreibt Kracht.

Namhafte Massener unterschreiben

Bemerkenswert ist, dass er eine ganze Reihe Massener Persönlichkeiten hinter sich weiß, die den Brief unterschrieben haben, darunter die evangelischen Pfarrer und Vorsitzende mehrerer Massener Vereine von der DLRG bis zu den Musikfreunden. Kurzfristig am Mittwochnachmittag reihte sich auch noch der Massener Gewerbeverein bei den Unterstützern ein. Mit Brigitte Wass und Gudrun Friese-Kracht unterschreiben auch zwei Ratsmitglieder, die wie Kracht in der SPD sind. Auch der SPD-Landtagsabgeordnete Hartmut Ganzke setzte seinen Namen unter die Petition.

Unterlagen

Grundlage für Diskussionen

Wir haben beide aktuellen Dokumente zur geplanten Reduzierung des Bürgerservice auf unserer Internetseite hinterlegt: Beschlussvorlage für den Hauptausschuss

Beschlussvorlage (213 kB)

Offener Brief des Massener Ortsvorstehers

Offener Brief (102 kB)

Nun bleibt abzuwarten, wie die Politik über die Bürgerämter entscheidet, sicher auch, welches Gewicht die SPD-Namen unter Krachts Brief in der SPD-Fraktion im Stadtrat haben werden. Bei der Abwägung geht es letztlich um Geld: Die Stadt will mit der Reduzierung des Bürgerservice in Massen, Königsborn und den Ostdörfern insgesamt 1,5 Mitarbeiterstellen einsparen.

Der Haupt- und Finanzausschuss tagt am Donnerstag, 29. November, öffentlich im Ratssaal. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr. Das letzte Wort in Sachen Haushalt, also auch im Bezug auf die Bürgerämter, hat der Stadtrat. Dessen nächste Sitzung ist am 13. Dezember, ebenfalls um 17 Uhr im Ratssaal.
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