Keine Betreuung ohne Masernschutzimpfung: Tagesmütter kontrollieren jetzt die Impfausweise

dzMasernschutzgesetz

Seit dem 1. März gilt die Masernimpfpflicht. Auch Tagesmütter in Unna sind dazu angehalten, den Impfstatus ihrer Schützlinge zu kontrollieren. Überprüft wird das aber nicht.

Unna

, 04.03.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit dem 1. März gilt die bundesweite Masernimpfpflicht: Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr, die einen Kindergarten besuchen oder in die Schule gehen, müssen nun einen Impfschutz aufweisen. Aber auch Tagesmütter, die Kinder Zuhause oder in angemieteten Räumen betreuen, sollen den Impfschutz der Kinder kontrollieren. Wie das jedoch überprüft wird, ist einigen Tagesmüttern noch unklar.

Tagesmütter fertigen Kopien der Impfausweise an

So auch Stephanie Raaphorst. Sie betreut in Unna-Massen werktags bis zu fünf Kinder unter vier Jahren. „Ich habe auch vor der Impflicht schon in die Impfausweise der Kinder geschaut“, sagt sie. Derzeit fertigt Raaphorst zusätzlich Kopien der Ausweise an. „So kann ich im Zweifel nachweisen, dass ich den Schutz tatsächlich kontrolliert habe“, sagt sie.

Ob das überhaupt überprüft wird, und wie solche Kontrollen ablaufen sollen, weiß sie nicht. Auch eine Kollegin sei sich unsicher gewesen, berichtet Raaphorst.

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Auf Nummer sicher gehen will sie dennoch: „Zwei Mal im Jahr bekomme ich Besuch vom Jugendamt. Falls man hier die Impfausweise sehen möchte, kann ich dann die Kopien vorzeigen“, sagt sie.

Der Tagesmutter sei es auch von sich aus wichtig, dass ihre Schützlinge geimpft sind: „Ich möchte andere Kinder nicht gefährden“, sagt sie. Ein Kind ohne Schutzimpfung würde Raaphorst deshalb nicht in ihrer Gruppe aufnehmen.

Kein Betreuungsplatz ohne Impfnachweis

Das ist auch bei den „Rathausstrolchen“ in Unna so: Wer nicht geimpft ist, bekommt keinen Betreuungsplatz in der Großtagespflegestelle. Auch dort werde der Impfschutz seit der gesetzlichen Pflicht erneut kontrolliert. Wer bereits einen Betreuungsplatz hat, den Impfausweis aber noch nicht vorlegen konnte, hat dafür in einer Übergangsfrist noch bis zum 31. Juli 2021 Zeit.

Auch bei den Rathausstrolchen in Unna wird der Impfschutz der Kinder jetzt kontrolliert.

Auch bei den Rathausstrolchen in Unna wird der Impfschutz der Kinder jetzt überprüft. © Archivbild

Generell zeigten die meisten Eltern bereits bei der Anmeldung bereitwillig die Impfausweise vor, wie Tagesmutter Anke Mohr berichtet: „Widerstand gibt es nicht, die Eltern lassen ihre Kinder unserer Erfahrung nach sowieso gemäß der Empfehlungen impfen.“

„95 Prozent aller Kinder im Kreis Unna gegen Masern geimpft“

Das kann Birgit Kalle vom Kreis Unna mit Zahlen bestätigen: „95 Prozent aller Kinder im Kreis Unna haben einen ersten Masernimpfschutz“, sagt sie. Die gesetzliche Impfpflicht helfe jetzt zusätzlich, das hohe Niveau zu halten und gegebenenfalls zu bessern.

Für Eltern, die ihr Kind nicht impfen lassen wollen oder den Schutz nicht nachweisen können, könnte es zukünftig Konsequenzen geben. Diese seien allerdings noch nicht näher definiert, wie Kalle berichtet: „Wir wollen den Blick erst einmal auf die positiven Impfzahlen richten.“

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