Frische regionale Zutaten gibt es zweimal in der Woche auf Unnas Wochenmarkt. Jetzt soll ein weiteres Angebot dazu kommen: Die „Marktschwärmer“ setzen auf die Abendzeiten.

Unna

, 07.01.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Erntefrischer Feldsalat aus Billmerich, Äpfel aus der Soester Börde oder Honig vom Imker nebenan: Wer Wert auf frische und regionale Produkte legt, findet diese und weitere Angebote auf dem Wochenmarkt Unna. Doch wer dienstags und freitags zwischen 7 und 14 Uhr arbeitet, hat keine Chance, in den Genuss des Wochenmarktes zu kommen. In diese Lücke stößt nun ein neues Angebot, das sich in Unna etablieren könnte.

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„Marktschwärmer“ heißt das Konzept, das Julia Welkoborsky nach Unna bringen möchte und über das sie am 27. Januar in der Lindenbrauerei informieren wird. Die Idee: Der Kunde bestellt online bei Lebensmittelerzeugern aus der Region die Produkte, die er braucht. Einmal in der Woche holt er sie dann in seiner „Schwärmerei“ ab. An diesen Ort bringen die Produzenten die bestellten Lebensmittel und stehen für Fragen zur Verfügung – eine Art „Mini-Wochenmarkt“.

Die Bestellungen der Produkte bei „Marktschwärmer“ funktionieren ähnlich wie in einem Onlineshop.

Die Bestellungen der Produkte bei „Marktschwärmer“ funktionieren ähnlich wie in einem Onlineshop. © Screenshot: Anna Gemünd

Regionale Lebensmittel

So funktioniert die „Marktschwärmerei“

  • Wer bei „Marktschwärmer“ einkauft, kauft seine Ware direkt vom Erzeuger. Über das Onlineportal marktschwaermer.de oder die entsprechende App bestellt der Kunde die gewünschte Ware.
  • Das funktioniert ähnlich wie in einem Onlineshop: Die angebotenen Produkte der ausgesuchten „Schwärmerei“ werden mit Bild, Preis und Mengenangabe dargestellt und per Klick dem Warenkorb zugefügt.
  • Bezahlt wird per Kreditkarte, Paypal oder Sofort-Überweisung. Der nächste Abholtag wird dem Kunden auf seiner Bestellseite angezeigt. An diesem Tag kann er die bestellten Waren in seiner „Schwärmerei“ abholen.

Genau so einen möchte Julia Welkoborsky in der Lindenbrauerei etablieren. In Dortmund ist sie seit zwei Jahren Gastgeberin einer „Schwärmerei“ und koordiniert einmal wöchentlich die Verteilung der bestellten Produkte im Café im Westpark.

Dass das auch in Unna funktionieren kann, davon ist die 31-Jährige überzeugt: „Für eine Schwärmerei ist eine gute Loaction wichtig, wo die Leute gerne hingehen, deswegen gucke ich immer nach schönen Standorten. Und die Lindenbrauerei hat sofort gepasst“. Sowohl die Kneipe „Schalander“ als auch das Team der Lindenbrauerei haben Welkoborsky beeindruckt. „So, wie dort gearbeitet wird, passt es genau ins Konzept und den Gedanken hinter den Marktschwärmern“, sagt Welkoborsky.

Den Tipp, sich Unna als möglichen „Schwärmerei“-Standort anzusehen, bekam die Dortmunderin von zwei Unternehmern, die sich selbst erst vor einem Jahr mit ihrer Geschäftsidee in Unna niedergelassen haben: „Die Jungs von Hitzefrei kenne ich, weil sie zu den Produzenten meiner Schwärmerei gehören. Sie sagten, dass Unna super sei und sie sehr positiv überrascht waren, als sie dort ihre Eisdiele aufgemacht haben.“ Seit April 2019 befindet sich die Eisdiele „Hitzefrei“ an der Wasserstraße.
„Ich muss gestehen, dass ich bisher auch noch nicht wusste, wie schön Unnas Innenstadt ist und wie viel Potenzial in der Stadt steckt“, sagt Julia Welkoborsky.

Julia Welkoborsky

Julia Welkoborsky © Julia Welkoborsky

„Ich muss gestehen, dass ich bisher auch noch nicht wusste, wie schön Unnas Innenstadt ist und wie viel Potenzial in der Stadt steckt.“
Julia Welkoborsky, Gastgeberin einer „Marktschwärmerei“ in Dortmund

Ob auch Potenzial für eine „Marktschwärmerei“ vorhanden ist, muss sich nun allerdings erst noch zeigen. Julia Welkoborskys Infoabend am 27. Januar ist nur der Anfang. „Die entscheidende Frage ist, ob sich jemand aus Unna findet, der sich engagieren möchte und Gastgeber für die Marktschwärmerei wird“, erklärt die Dortmunderin.

Ungefähr zehn Zeitstunden pro Woche sollte ein Gastgeber für die Betreuung seiner „Schwärmerei“ einplanen, weiß Julia Welkoborsky aus eigener Erfahrung. „Ich koordiniere die Bestellungen, halte den Kontakt zu den Produzenten und bin bei den Abholungen vor Ort, falls es Fragen gibt“, erklärt sie ihren Arbeitsaufwand. Mittlerweile organisiert sie auch viermal im Jahr Verkostungen und Fahrten zu den Produzenten.

Ganz wichtig: Gastgeber aus Unna gesucht

Bevor es eine „Marktschwärmerei“ in Unna geben wird, muss sich der neue Gastgeber allerdings erstmal um Produzenten aus der Region bemühen. „Das ist ganz wichtig, dass der Gastgeber ein Netzwerk aufbaut von Produzenten, die sich beteiligen wollen“, so Welkoborsky. Das können Milchbauern, Landwirte oder auch Seifenhersteller sein – Hauptsache, sie kommen aus der Region und produzieren ihre Ware selbst.

Eine andere wichtige Voraussetzung für den Start einer „Marktschwärmerei“ in Unna ist hingegen bereits erfüllt: Mit der Kneipe „Schalander“ in der Lindenbrauerei hat Julia Welkoborsky bereits einen Standort gefunden, der einmal in der Woche als „Marktplatz“ für Kunden und Produzenten dienen kann. „Die Abholung der bestellten Produkte könnte in Unna jeweils montags ab 17.30 Uhr im Schalander stattfinden, das habe ich bereits geklärt“, sagt Welkoborsky.

17.30 Uhr – eine Uhrzeit, die für viele Menschen bereits im Feierabend liegt und damit einen Vorteil gegenüber den Wochenmarktzeiten bietet. Doch das ist Julia Welkoborsky auch ganz wichtig: „Wir wollen auf gar keinen Fall eine Konkurrenz zum Wochenmarkt in Unna sein, sondern nur ein weiteres Angebot schaffen.“

Der Infoabend über die „Marktschwärmerei“ allgemein und die Möglichkeiten eines solchen Angebotes in Unna findet am 27. Januar um 17.30 Uhr in der Lindenbrauerei statt. Eingeladen sind alle, die sich für das Angebot interessieren.
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