Markthändlerin aus Unna denkt an alles – nur nicht an die Ladung

dzGerichtsprozess

Wer seine Waren regelmäßig auf Wochenmärkten anbietet, der braucht dafür ein passendes Fahrzeug. Eine Frau aus Unna bestellte einen solchen Wagen – und machte dabei einen Fehler.

von Jana Peuckert

Unna

, 16.11.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Seit nunmehr 40 Jahren ist eine Frau aus Unna regelmäßig auf Wochenmärkten unterwegs, um ihre frische Ware anzubieten. Doch nun fand sie sich auf der Anklagebank das Amtsgericht Unna wieder, wo sie sich wegen eines aus ihrer Sicht dummen Fehlers verantworten musste. Fahren ohne Fahrerlaubnis lautete der Vorwurf gegen die 59-Jährige.

Bei einem Spezialisten hatte die Angeklagte einen Verkaufswagen anfertigen lassen. Ihr Führerschein erlaubt es ihr, Fahrzeuge bis zu einem Gewicht von zwölf Tonnen zu steuern. Dementsprechend beauftragte sie den Hersteller, das Fahrzeug unter zwölf Tonnen Gewicht zu halten. Schließlich war der Wagen fertig und die Unnaerin machte sich damit auf zu ihren Märkten.

Polizeikontrolle in Hemmerde

Acht Monate lang ging alles gut. Doch am 4. August geriet sie auf der Hemmerder Dorfstraße in Unna in eine allgemeine Verkehrskontrolle. Dabei fiel auf, dass ihr Fahrzeug mehr als zwölf Tonnen auf die Waage brachte. Damit hatte die Frau keine gültige Fahrerlaubnis. Die Beamten erklärten ihr, dass es nicht auf das Gewicht im unbeladenen, sondern im beladenen Zustand ankomme. Und genau das hatte die Markthändlerin mit ihrem Verkaufsgut überschritten.

Verkaufswagen wird umgebaut

Sie habe aus ihrem Fehler gelernt, erklärte die Angeklagte im Gericht. Ihr Verkaufswagen soll gewichtsmäßig reduziert werden, sodass sie künftig ohne Probleme den Wagen fahren dürfte, so die 59-Jährige. Die Unnaerin brachte weder Eintragungen im Vorstrafenregister noch im Verkehrszentralregister mit. Aufgrund dessen und wegen der bevorstehenden Änderung des Fahrzeuges und der damit verbundenen, künftig erlaubten Fahrten sah der Richter von einer Verurteilung ab. Stattdessen stellte er das Verfahren gegen die Angeklagte vorläufig ein. Zahlt die Frau 900 Euro an die Tafel in Unna, wird ihre Akte geschlossen.

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