Fremder Mann drohte schwangerer Frau mit Messerangriff und Pump-Gun

dzGerichtsprozess

Ein 23-jähriger Unnaer mit fünf Vorstrafen wurde jetzt zu einer Geldstrafe von 400 Euro verurteilt: Er hatte eine Schwangere bedroht und den Außenspiegel eines Fahrzeuges beschädigt.

von Jana Peuckert

Unna

, 25.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Ich komme runter und stech dich ab“ und „Gib mir mal meine Pump-Gun“ – mit diesen Worten hatte ein Mann eine hochschwangere Frau in Angst und Schrecken versetzt. Deswegen stand er nun vor Gericht.

Der 23-Jährige konnte sich aufgrund seiner Alkoholisierung zwar nicht mehr an das Geschehen vom 20. August vergangenen Jahres erinnern, stellte sich dem Vorwurf aber nicht entgegen.

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Die Geschädigte indes hat den Tag nicht vergessen. Im Zeugenstand gab sie an, abends mit ihrem jetzigen Ehemann in Unna zu Fuß auf dem Weg ins Krankenhaus gewesen zu sein. Sie habe sich schlecht gefühlt und Sorge um das Baby gehabt. Unterwegs hätten sie angehalten und sich kurz unterhalten. Plötzlich habe ein Mann aus einem Fenster heraus die oben genannten Drohungen in ihre Richtung gerufen.

Aus Angst zurück nach Hause statt ins Krankenhaus

Sie wisse nicht, ob es sich dabei um den Angeklagten handelte. Jedenfalls habe sie solche Angst bekommen, dass sie nicht weiter zum Krankenhaus, sondern lieber zurück nach Hause gegangen seien. Der Ehemann bestätigte die Angst seiner Frau. Er selbst habe nicht daran geglaubt, dass der Angeklagte seine Drohung wahrmachen würde.

Auch einen weiteren Vorwurf, wonach der 23-Jährige mit der Faust den Außenspiegel eines Fahrzeugs beschädigt hatte, räumte dieser sofort ein. Er sei wütend über etwas gewesen und habe sich auf diese Weise abreagiert, erklärte der Verteidiger des Unnaers.

Richter bejaht Nötigung

Bezüglich der Zurufe bejahte der Richter eine Nötigung, da das Paar deswegen den Ort verlassen hatte und nicht weiter gegangen war. Gesundheitliche Auswirkungen hatte die Tat für die Schwangere nicht.

Mit dem Zerstören des Spiegels hat sich der Angeklagte einer Sachbeschädigung strafbar gemacht. Und das nicht zum ersten Mal in seinem Leben, wie die insgesamt fünf Vorstrafen, davon zweimal Sachbeschädigung, zeugten.

„Letzte Chance“ für mehrfach süchtigen Angeklagten

Am Ende verurteilte der Richter den Hartz-IV-Empfänger zu 400 Euro Geldstrafe. „Das ist der letzte Warnschuss“, gab der Vorsitzende dem Angeklagten mit auf den Weg. Der Richter honorierte damit dessen Bemühen, mittels Therapie von seiner Sucht nach Alkohol, Kokain und Spielen loszukommen.

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