Verschmähter Mann bewirft Frauen mit Gullydeckel und Stühlen

dzGefängnisstrafe

Ein betrunkener Mann will mit zwei Frauen anbändeln und erhält eine Abfuhr. Daraufhin eskaliert die Situation mitten in Unnas Fußgängerzone. Der Mann wirft mit einem Gullydeckel und Stühlen.

von Jana Peuckert

Unna

, 07.03.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf einer Party in der Unnaer Innenstadt traf ein 38-Jähriger am 11. August 2019 auf zwei junge Frauen, die ihm sehr gefielen. Der Versuch, sie näher kennenzulernen, scheiterte jedoch am Alkoholpegel des Mannes.

Die Frauen gaben dem Unnaer deutlich zu verstehen, dass sie nicht an ihm interessiert seien. Diese Abfuhr wollte der Mann jedoch nicht akzeptieren. Schließlich eskalierte die Situation. Nun musste sich der 38-Jährige vor dem Schöffengericht im Amtsgericht Unna verantworten.

Angeklagter muss ins Gefängnis

Dort wurde er wegen Körperverletzung und versuchter gefährlicher Körperverletzung zu einem Jahr Haft verurteilt. Für den Unnaer ist es nicht die erste Strafe. 15 Eintragungen, darunter zwei wegen Körperverletzung, hat der Mann bislang in seinem Vorstrafenregister gesammelt.

Aber was war an dem Partyabend im August passiert? Diesbezüglich gingen die Aussagen der Beteiligten auseinander. Eine der beiden Frauen gab – wie es auch in der Anklageschrift stand – an, der 38-Jährige sei ihnen einfach nicht von der Seite gewichen, habe sie nach Hause begleiten wollen.

„Dann hat der Herr einen Gullydeckel aus dem Boden gezogen und geworfen.“
19-jährige Zeugin

Schließlich sei ein anderer Mann dazugekommen, um ihnen den Angeklagten vom Leib zu halten. Die beiden seien in einem Wortgefecht immer lauter geworden. Die zweite Frau habe den Helfer letztlich gebeten, zu gehen, bevor ihm noch etwas passiere. Das habe der Mann auch getan.

Gullydeckel verfehlt sein Ziel

Der Angeklagte sei jedoch noch lange nicht fertig gewesen. „Dann hat der Herr einen Gullydeckel aus dem Boden gezogen und geworfen“, erklärte die 19-Jährige. Getroffen hatte das schwere Wurfgeschoss niemanden.

Die Gruppe sei habe sich vom Angeklagten entfernt und sei die Massener Straße in Richtung Kino gegangen – der 38-Jährige hinterher. Unterwegs habe er Stühle von einem Café nach ihnen geworfen und die 19-Jährige am Oberschenkel getroffen.

Faustschlag trifft Frau im Gesicht

Nach einem weiteren Stück Weg sei es dann zur zweiten Körperverletzung gegen dieselbe Frau gekommen. „Er hat mir ins Gesicht geschlagen. Mit der Faust gegen den Kiefer“, gab die Geschädigte an. Dann sei die Polizei gekommen.

Der Angeklagte erklärte vor Gericht, dass er die Frau nicht absichtlich geschlagen hätte. Vielmehr sei der andere Mann mit einem Messer auf ihn zugekommen. Er habe auf diesen los gewollt, aber die Frauen hätten ihn festgehalten. Beim Losreißen habe er eine der beiden mit der Hand im Gesicht getroffen. Den Wurf mit dem Stuhl räumte der Unnaer ein. Der Helfer gab im Zeugenstand an, kein Messer, sondern lediglich seinen Autoschlüssel in der Hand gehabt zu haben. Am Ende glaubte das Schöffengericht den Zeugen.

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