Horrorvideo fürs Netz: Mann aus Unna wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht

dzProzessbeginn

Immer wieder sorgen Fälle schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern für Entsetzen. Und: Viele Taten werden gefilmt. Jetzt muss sich ein Mann aus Unna in einem solchen Fall verantworten.

Unna

, 01.03.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine 25-minütige Video-Collage zeigt, was ein normaler Mensch kaum ertragen kann: sexuelle Handlungen eines Erwachsenen an einem Kind. Schnell fallen einem dazu die Stichworte Lügde und Bergisch Gladbach ein. Doch ab Dienstag, 3. März, muss sich auch ein Mann aus Unna wegen einer solchen Straftat vor Gericht verantworten.

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Um 9.15 Uhr beginnt dann der Prozess vor der 31. Kammer des Landgerichts Dortmund. Angeklagt ist ein heute 46 Jahre alter Mann. Er soll sich zwischen April 2016 und März 2019 mehrfach an seiner heute neunjährigen Nichte vergangen haben. Er wurde am 10. September 2019 festgenommen.

Angeklagter sollte seine Nichte beaufsichtigen

Im genannten Zeitraum sollte der Angeklagte seine Nichte beaufsichtigen. Während dieser Aufenthalte des Mädchens in seiner Wohnung in Unna soll es zu sexuell motivierten Übergriffen gekommen sein.

So schwer schon dieser Vorwurf wiegt, so schwer erträglich ist auch, dass der Angeklagte seine Taten gefilmt haben soll. Diese Videos soll er Pädophilen zur Verfügung gestellt haben. Wer Zugriff darauf hatte, ist bislang nicht bekannt, wird aber sicher Thema in dem Prozess.

Jedenfalls bekam auch eine Privatperson Zugang zu dem Video, die der Polizei dann einen entscheidenden Hinweis gab. Sie stellte den Beamten das Video auch zur Verfügung.

Die Polizei fand über die sogenannte Schulfahndung heraus, um welches Kind es sich handelte. Zwei Lehrkräfte einer Unnaer Grundschule hatten das Kind auf zur Verfügung gestellten Bildern wiedererkannt und führten die Polizei so zum Täter.

Zunächst sechs Verhandlungstage angesetzt

Der 46-Jährige ist wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie wegen des Besitzes und Verbreitens pornografischer Schriften angeklagt. Im Falle einer Verurteilung wegen schweren sexuellen Missbrauchs sieht das Gesetz einen Strafrahmen von zwei bis 15 Jahren Freiheitsstrafe vor.

Bislang sind fünf weitere Prozesstage bis zum 19. Mai angesetzt. Wie lange das Verfahren tatsächlich dauern wird und ob auch das Kind aussagen muss, hängt davon ab, ob der Angeklagte ein Geständnis ablegen wird und in welchem Umfang er das gegebenenfalls tut.

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Die Verhandlung vor dem Landgericht Dortmund wird öffentlich geführt, eine Befragung des Mädchens würde aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. In vergleichbaren Fällen wurden in der Vergangenheit auch schon Angeklagte von der Befragung ausgeschlossen, ihre Verteidiger vertraten dann ihre Rechte.

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