Männerdomäne bröckelt: Der neue Kreistag ist weiblicher – aber nicht jünger

dzFrauen in der Politik

Ein bisschen älter – vor allem aber weiblicher. Der neue Kreistag in Unna wird nicht nur politisch vielfältiger.

Kreis Unna

, 21.10.2020, 12:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Kreistag: Eine Männerdomäne. Nicht mal jedes dritte Mitglied ist eine Frau. Das wird sich unverkennbar verändern. Wenn der neue Kreistag sich Anfang November konstituiert, wird er sehr viel weiblicher – wenngleich Männer in der Überzahl bleiben.

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Bei 30 Prozent liegt der Frauenanteil im Kreistag gegenwärtig, der offiziell ja noch bis Ende Oktober gewählt ist. Bis auf die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen (vier zu vier) und Linksfraktion (zwei zu eins) sind alle männerdominiert. Acht Frauen bei der SPD, sechs bei der CDU – ansonsten bleiben die Männer weitestgehend unter sich, wobei den Sozialdemokraten im Laufe der Wahlperiode bekanntlich zwei Frauen den Rücken zugekehrt haben.

SPD: Frauen künftig in der Überzahl

Im Vorfeld der Kommunalwahl im September zeichnete sich bereits ab, dass sich dieses Bild deutlich verändern wird. Schon die Wahlvorschläge der Parteien für den neuen Kreistag waren viel weiblicher als sonst. Nun ist es vor allem die SPD, die im neuen Kreistag für einen deutlich steigenden Frauenanteil sorgt.

In der neuen Wahlperiode sind 30 von 68 Kreistagsmitgliedern Frauen – das entspricht einem Anteil 44 Prozent. Bei der SPD sind sie sogar in der Überzahl: Elf Männer, zwölf Frauen; das kannte man wegen der in den Parteistatuten verankerten Gleichberechtigung bislang nur von den Grünen, wo das Geschlechterverhältnis auch nach der Spaltung in beiden Fraktionen ausgeglichen ist. Für die CDU sitzen zwölf Männer und acht Frauen im neuen Kreistag, für die FDP (3 Sitze) und die Linkspartei (2 Sitze) jeweils eine Frau. Für die WfU hat es eine Frau in den Kreistag geschafft, die Vertreter von GfL, Freie Wähler, UWG und Familienpartei sind dagegen allesamt Männer.

Unter 40-Jährige fast gar nicht vertreten

Anders als der Frauenanteil verändert sich die Altersstruktur kaum. Anfang des Jahres lag der Altersschnitt im Kreistag bei 53 Jahren – als Julius Will (FDP) noch Kreistagsmitglied war, war er als Jüngster sage und schreibe 51 Jahre jünger als das älteste Kreistagsmitglied. Im neuen Kreistag reicht die Altersspanne von 25 bis 71 Jahren. Vera Volkmann (CDU) ist die Jüngste – und zwar mit gehörigem Abstand, niemand sonst ist unter 40. Das Durchschnittsalter aller 68 Kreistagsmitglieder beträgt 55,85 Jahre.

Kleine Parteien und Wählergemeinschaften gehen Bündnisse ein

Derweil gehen die kleineren Parteien und Wählergemeinschaften im neuen Kreistag schon vor der Konstituierung auf Partnersuche. Linke und UWG gründen eine gemeinsame Fraktion mit Udo Gabriel (Die Linke) aus Selm als Fraktionschef. Auch GfL und WfU tun sich zusammen; mit Andreas Dahlke (GfL) aus Lünen an der Spitze. Helmut Stalz (Freie Wähler) und Ralf Piepenbrock (Familie) wollen gemeinsam eine Gruppe gründen.

Der Kreistag konstituiert sich am Montag, 2. November; nach gegenwärtiger Planung trotz der sich zuspitzenden Corona-Pandemie. Die Sitzung soll in der Stadthalle Unna stattfinden.
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