Lünerns Dorfladen braucht noch Unterstützer, die investieren

dzNahversorgung

Frische Lebensmittel und ein Treffpunkt im Dorf: Lünern soll einen Laden bekommen. Die Bürger müssen dem Projekt jetzt Rückenwind geben. Dafür bekommen sie in diesen Tagen Besuch.

Lünern/Stockum

, 10.03.2020, 14:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Projekt Dorfladen für Lünern und Stockum nimmt in den Köpfen der Initiatoren bereits konkrete Züge an. Damit es Wirklichkeit werden kann, ist in den kommenden Wochen Hilfe von zwei Seiten nötig: aus Düsseldorf und aus dem Dorf selbst.

Fördermittel beantragt

Die Initiative „Wir in Lünern“ will einen neuen Dorfladen auf einer Freifläche vor der Grundschule einrichten. Das Projekt braucht Fördermittel. Diese seien bei der Bezirksregierung beantragt. Der Vorgang sei von Arnsberg inzwischen nach Düsseldorf weitergeleitet worden und liege nun dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung vor, berichtet „Wir in Lünern“. Ministerin Ina Scharrenbach muss also demnächst „grünes Licht“ geben für die erhofften Fördermittel.

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Die zweite Säule der Finanzierung wird aus dem Dorf selbst aufgebaut. Wie berichtet ist eine Genossenschaft geplant. Bürger sind aufgerufen, Anteile daran zu erwerben zum Preis von mindestens 300 Euro. Mit rund 150 dieser Beteiligungen habe man bereits etwa die Hälfte des Notwendigen geschafft, so Helmut Eichhorst von „Wir in Lünern“.

Mitmachen

Dorfladen braucht Förderer

  • Wer sich an dem geplanten Dorfladen für Lünern und Stockum beteiligen möchte, muss einen Zeichnungsantrag unterschreiben. Der Unterzeichner erklärt sich bereit, mindestens 300 Euro anzulegen.
  • Wichtig: Diese Zahlung wird erst fällig, wenn der Dorfladen tatsächlich eingerichtet wird. Kommt das Projekt nicht zustande, ist der Zeichnungsantrag hinfällig.
  • Wer noch keinen solchen Antrag hat, bekommt einen Vordruck im Bäckerladen der Familie Huske an der Lünerner Kirchstraße 8 oder im Internet über die Seite www.luenern.de.

Damit auch die andere Hälfte zusammenkommt, hat der Verein eine umfangreiche Werbekampagne gestartet. An zentralen Orten wurden großflächige Banner aufgehängt, gestaltet von Verena Huske. Die Ehrenamtlichen wollen nun möglichst viele Menschen erreichen und mit persönlichen Gesprächen von dem Projekt überzeugen. Sie gehen von Tür zu Tür und stellen die Dorfladen-Initiative vor.

Begeisterte und Skeptiker

Die Haustür-Akquise sei jetzt „unsere Hausaufgabe“, sagt Gabi Olbrich-Steiner. Sie berichtet, dass sich Menschen in diesen Gesprächen durchaus begeistern ließen. So habe sie an einer Straße gleich von sechs Haushalten nebeneinander Unterschriften bekommen.

Skeptikern begegnen die Sammler allerdings auch. So werde mitunter die Frage gestellt, warum für den Laden ein Neubau nötig sei, zumal im Dorf Immobilien leer stünden. Andere Standorte seien geprüft worden, so Olbrich-Steiner. Sie kämen nicht infrage, sei es wegen der Lage oder der Besitzverhältnisse.

Auch die Immobilie des früheren Dorfladens auf der anderen Straßenseite stehe einfach nicht zur Verfügung, da der Besitzer das Gebäude künftig anders nutzen wolle.

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Durch den Standort auf dem Schulgelände ergeben sich nach Einschätzung von „Wir in Lünern“ aber auch besondere Chancen. An zentraler Stelle in der Lünerner Ortsmitte soll der Laden auch als Treffpunkt eingerichtet werden. So sollen die Menschen dort nicht nur frische Lebensmittel, Fleisch, Aufschnitt, Obst und Gemüse sowie Drogerie- und sonstige Supermarkt-Artikel bekommen.

Sie sollen sich auch zum Kaffee verabreden können. Ein kleiner Café-Bereich soll ein Stück Aufenthaltsqualität bieten, die viele im Dorf vermissen. Außerdem ist ein Gemeinschaftsraum geplant. Dörfliche Gruppen und Vereine sollen ihn ebenso nutzen können wie die Grundschule, die Offene Ganztagsschule oder der Kindergarten. Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit würden derzeit ausgelotet.

Beratung von Profis

„Wir in Lünern“ ist nicht auf eigene Faust unterwegs, sondern mit professioneller Beratung. Der Verein arbeitet mit einem Unternehmen zusammen, das seit rund 20 Jahren die Gründung von Dorfläden begleitet und im Anschluss auch den erfolgreichen Betrieb unterstützt.

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