Lünern feiert seinen Sportverein, der seit 100 Jahren ein ganzes Dorf bewegt

dz100 Jahre SuS

Feiern, Ehren, Spielen - zum 100. Geburtstag macht der SuS Lünern das, was er am besten kann. Ein Dorf und seine Sportler verneigen sich vor denen, die all das überhaupt möglich gemacht haben.

von Sebastian Pähler

Lünern

, 14.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Bei dem dreitägigen Jubiläumsfest wurde gelacht, gefeiert, geehrt und natürlich auch gespielt. Nach dem 4:4 beim Legendenspiel am Freitag gegen den Traditionsgegner TuS Hemmerde, mit Spielmachern aus allen Generationen des Vereins, und dem anschließenden Dorfabend folgte am Samstag der eigentliche Festakt.

Lünern feiert seinen Sportverein, der seit 100 Jahren ein ganzes Dorf bewegt

Lünern feiert seine Fußballhelden mit stehendem Applaus... © Sebastian Pähler

Es schien, als sei das halbe Dorf auf den Beinen, als im vollen Festzelt am Sportplatz in Lünern verdiente Mitglieder geehrt und ein Blick in die Geschichte des Vereins geworfen wurde. „100 Jahre Fußball in Lünern mit Spaß und Leidenschaft“, dafür steht der SuS, erklärte Helge Kleinjohann in seiner Begrüßung, und das, so der Vorsitzende, sollte gefeiert werden.

Anekdoten von Spielern unterhielten die Festgäste

Den größten Teil des Festaktes übernahm das „Historien-Team“ um Ralf Schulze-Bramey, Achim Trempler und Wilhelm Knolle, die altgediente Vereinsmitglieder und Wegbegleiter auf der Bühne willkommen hießen und mit Anekdoten und Berichten auf vergangene Jahre zurückblickten. „Man sagt immer, der Verein hat Geschichte geschrieben“, so Ralf Schulze-Bramey. Das sei aber nicht ganz richtig. „Die Geschichte haben viele Leute geschrieben, die hier mit am Tisch sitzen“. Ohne die, so Schulze-Bramey, „wäre der Verein vielleicht nicht mehr hier. Der Verein hat durch euch gelebt. Dafür Dankeschön“.

Lünern feiert seinen Sportverein, der seit 100 Jahren ein ganzes Dorf bewegt

Bei den "alten Herren" kamen die Emotionen hoch, als das Publikum sie mit stehendem Applaus ehrte. © Sebastian Pähler

Spitznamen wie „Blitz“, „Düse“, „Fuchs“, „Kürbis“ oder „Kapitän“ fielen, als das Historien-Team die großen und verdienten Menschen aus der Vereinsgeschichte auf die Bühne bat. Dabei durften die Fußball-Damen genau so wenig vergessen werden wie jene, die hinter den Kulissen den Vereinsalltag am Laufen gehalten oder bleibendes geleistet haben, wie etwa den Aufbau des Sportlerheims. Dabei wurde gejubelt und auch manche Träne verdrückt.

Vereinsgründung war gesellschaftlich und politisch ein mutiger Schritt

Gastredner wie Ortsvorsteherin Anja Kolar, der Vorsitzender des städtischen Sportausschusses Volker König oder Kreisvertreter Horst Weischenberg erinnerten an die Gründung des Vereins, die 1919 durchaus politisch wie gesellschaftlich ein mutiger Akt war, und betonten die Bedeutung des Breitensportes.

Lünern feiert seinen Sportverein, der seit 100 Jahren ein ganzes Dorf bewegt

Mit einem kleinen Tänzchen wurde die erste Damenmannschaft in Lünern geehrt. © Sebastian Pähler

Die engste Verbindung von allen geladenen Gästen hatte aber wohl Wilhelm Dördelmann. Der ehemalige Bürgermeister und Ortsvorsteher von Lünern war zwar nie sportlich involviert, hat den Verein aber viele Jahre begleitet und bedankte sich für die Arbeit, die hier für das Dorf geleistet wurde. „Wir waren froh, wenn wir unsere Kinder hierher geschickt haben“, stellte er fest. „Sie sind ein Schatz!“

„Wir waren froh, wenn wir unsere Kinder hierher geschickt haben.“
Wilhelm Dördelmann, ehemaliger Bürgermeister und Ortsvorsteher

Nach den vielen warmen Worten und die verdienten Glückwünschen feierten Sportler und Gäste gemeinsam im Festzelt.

Grün-weiße Luftballons zum Abschied

Der Sonntag gehörte dann nach einem gemeinsamen Gottesdienst vor allem den Familien. Auf dem Sportplatz hatten die Organisatoren des Jubiläums eine Spaßolympiade aufgebaut, die abseits von Fußball Geschicklichkeit und Bewegung für Familien vereinen sollte. Die Resonanz war leider nicht so üppig wie erhofft - dennoch hatten alle die, die mitgemacht haben, viel Spaß.

Den Abschluss der Feierlichkeiten bildeten Luftballons in den Vereinsfarben grün und weiß, die leider nicht in den blauen, sondern in den eher grauen und wolkenverhangenen Himmel aufgelassen wurden.

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