Lokalpatrioten schwärmen aus: GfL und UWG treten im gesamten Kreis Unna an

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Sie treten an, um Politik für Lünen beziehungsweise Selm zu machen; das geschieht nicht unerheblich auch im Kreistag. Deshalb treten die Wählergemeinschaften GfL und UWG nun im gesamten Kreis an.

Kreis Unna

, 16.06.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie sind Lokalpatrioten – das gilt für die GfL in Lünen genauso wie für die UWG in Selm. Wählergemeinschaften, die ihre Intention schon im Namen tragen: Politik für ihre Städte ist das Ziel; die wird aber eben auch im Kreistag gemacht. Zur Wahl am 13. September treten denn auch beide Wählergemeinschaften mit dem ambitionierten Ziel an, auch Stimmen außerhalb Lünens und Selms zu holen.

GfL und UWG treten im gesamten Kreis Unna an

Dafür haben beide Wählergemeinschaften den ersten Kraftakt bereits bewältigt: Sie treten nicht mehr nur in Lünen beziehungsweise Selm, sondern im gesamten Kreis Unna an; die GfL wie auch die UWG haben alle 30 Wahlbezirke in den zehn Städten und Gemeinden des Kreises Unna besetzt. „Natürlich werden wir vorrangig in Selm gewählt“, sagt UWG-Spitzenkandidat Dr. Hubert Seier. „Aber es gibt auch Wähler, die weder SPD und CDU noch Grüne wollen und nach einer Alternative suchen.“

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So eine Alternative wollen unabhängige Wählergemeinschaften für gewöhnlich sein. Was sie landauf, landab eint ist, ihr Selbstverständnis. Nämlich im Unterschied zu Parteien ausschließlich unabhängige, kommunalpolitische und ohne parteipolitische Zwänge zu verfolgen.

Wählergemeinschaften: In Zielen vereint – und doch getrennt

Dieses Selbstverständnis trennt sie aber auch voneinander. Die Wählergemeinschaften von Selm bis Schwerte etwa für die Kreistagswahl zu einen, um mit gemeinsamer Kraft vielleicht mehr zu erreichen – ein schier aussichtsloses Unterfangen. Viel zu unterschiedlich sind erstens die politischen Typen in diesen Wählergemeinschaften; und zweitens die politischen Ziele. Wie gesagt: Sie sind vor allem Lokalpatrioten.

GfL sogar mit einem eigenen Landratskandidaten

Dennoch stellt die GfL sogar einen eigenen Landratskandidaten auf. Sicher: In Lünen luchste die Wählergemeinschaft der SPD 2015 mit Jürgen Kleine-Frauns das Bürgermeisteramt ab; der tritt in diesem Jahr übrigens parteilos an, die GfL stellt keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten mehr auf. In Andreas Dahlke als Landratskandidat dürfte die GfL vor allem ein Zugpferd für die Kreistagswahl sehen.

Die Wählergemeinschaft "Gemeinsam für Lünen" (GfL) stellt mit Andreas Dahlke aus Lünen einen eigenen Landratskandidaten auf.

Die Wählergemeinschaft "Gemeinsam für Lünen" (GfL) stellt mit Andreas Dahlke aus Lünen einen eigenen Landratskandidaten auf. © Bernd Hegert / GfL

Hat sie ernsthaft vor, mit ihm den nächsten Landrat zu stellen, scheint das vor allem lokalpatriotisch begründet. „Es wird höchste Zeit, dass ein Landrat aus der größten Stadt des Kreises Unna kommt“, wurde Dahlke im März in einer GfL-Mitteilung zur Landratskandidatur zitiert. Die Zusammenarbeit der zehn Kommunen verbessern, eine kosten- und leistungsgerechte Finanzausstattung des Kreises sowie der Städte und Gemeinden und ein zukunftsfähiger ÖPNV wurden darin als seine Hauptziele genannt.

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Neben Mario Löhr (SPD) aus Selm, Marco Morten Pufke (CDU) aus Bergkamen, Herbert Goldmann (Grüne) aus Fröndenberg und Susanne Schneider (FDP) aus Schwerte ist Andreas Dahlke (GfL) aus Lünen der fünfte bislang bekannte Landratskandidat für die Wahl am 13. September. Die Linkspartei und auch der Kreisverband der Freien Wähler erklärten bereits, keinen eigenen Landratskandidaten ins Rennen schicken zu wollen. Eine Anfrage bei der Piratenpartei blieb bislang unbeantwortet.

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