Lösung nach dem Wochenmarkt-Streit: Händler kümmern sich eigenständig um Absperrungen

dzWochenmarkt

Nachdem sich die Kunden von Fischhändler Dieter Schröter und Waffelbäcker André Plauk über Monate in die Quere gekommen sind, haben beide Händler nun Absperrungen errichtet. So soll der Abstand eingehalten werden - und der Streit beendet.

Unna

, 23.10.2020, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es waren keine leichten Monate auf dem Wochenmarkt für Dieter Schröter. Immer wieder hatte er Streit mit Waffelbäcker André Plauk vom Nachbarstand, weil sich die Kunden der Händler an vollen Markttagen in die Quere kamen. Der coronabedingte Mindestabstand konnte kaum gewahrt werden, die Händler sorgten sich um die Zufriedenheit ihrer Kunden. Nun haben beide Parteien eine Absperrung errichtet - und somit eine zufriedenstellende Lösung gefunden.

„Meine Kunden standen nicht in seinen Tischen, sondern seine Tische in meinen Kunden.“
Dieter Schröter, Fischhändler

„Es läuft alles wieder, die Welt ist in Ordnung“, sagt Waffelbäcker André Plauk. Der Café-Bereich, in dem seine Tische stehen, ist jetzt durch ein Absperrband abgegrenzt. „Für die Kunden ist es besser, wenn sie wissen, wo sie stehen und in Ruhe ihren Kaffee genießen können“, sagt Plauk.

Schröter setzt Absperrung auch auf dem Wochenmarkt in Dortmund ein

Auch Dieter Schröter führt seine Kunden nun mittels einer Absperrung um seinen Wagen herum - weg von Plauks Café-Stand. Die nötige Einrichtung dafür hatte Schröter ohnehin, sie kommt bereits auf dem Wochenmarkt in Dortmund zum Einsatz. Warum Schröter diese dann nicht von vornherein auch in Unna aufgestellt hat, erklärt er so: „Es kommt ja darauf an, wie man das Gespräch miteinander beginnt - meines Erachtens nicht mit einem Angriff.“

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Zudem, so Schröter, habe sich das Abstandproblem erst ergeben, weil die Tische des Waffelbäckers am Freitag zwei Meter näher stehen als am Dienstag: „Freitags ist der Pilz-Händler aus dem Sauerland da. Deshalb muss Plauk seine Tische weiter in meine Richtung verschieben.“ Der Durchgang zwischen Café-Bereich und Fischwagen werde dadurch verengt. „Meine Kunden standen zuletzt also nicht in Plauks Tischen, sondern seine Tische in meinen Kunden.“ Dieses Problem habe sich nun insofern gelöst, als dass Plauk mittlerweile zwei Tische weniger aufstelle, so Schröter.

Dieter Schröter hat seinerseits auch eine Absperrung aufgestellt. Diese leitet seine Kunden nun um seinen Wagen herum.

Dieter Schröter hat seinerseits auch eine Absperrung aufgestellt. Diese leitet seine Kunden nun um seinen Wagen herum. © Vivien Nogaj

Umso zufriedener zeigt sich der Fischändler, dass der Streit nun gelöst sei: „Jetzt leben wir in einem friedlichen Miteinander“, sagt er. Und auch Plauk sagt: „Nun ist alles geregelt.“

Für Veranstalterin Daniela Guidara vom Stadtmarketing Unna ist die friedliche Lösung vorhersehbar gewesen. „Ich war von vornherein zuversichtlich, dass die Händler zueinander finden. Es ist immer schöner, wenn sich die Beteiligten untereinander einigen.“ Guidara selbst sei mit der Lösung der eigenständigen Absperrungen ebenfalls zufrieden: „So kümmern sich die Händler selbst um ihre Kunden. Wenn diese dann zufrieden sind, sind wir es als Veranstalter auch.“

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