Lösung für ein altes und gravierendes Problem: Toiletten für LKW-Fahrer sollen kommen

dzGewerbegebiet Unna-Nord

Das dürfte nicht nur Berufskraftfahrer freuen: Im Gewerbegebiet Unna-Nord sollen mobile Toilettenanlagen aufgestellt werden. Die sollen für mehr Sauberkeit sorgen und Truckern Nöte nehmen.

Unna, Kamen

, 20.08.2020, 15:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gute Nachrichten aus dem Gewerbegebiet Unna-Nord und für Anwohner, die die Not mit der Notdurft von LKW-Fahrern anprangerten: Mit mobilen Toilettenanlagen wollen dort ansässige Unternehmen den unhaltbaren Zuständen am Rande des Pröbstingholz an der Stadtgrenze von Kamen zu Unna in den kommenden Monaten den Kampf ansagen.

Erfolg bei erstem Logistikzirkel

Darauf einigten sich Vertreter der Fiege Unna GmbH & Co. KG, der Niederlassung Unna der van Eupen Logistik GmbH & Co. KG, von Amazon Logistics und der VDM Metals GmbH. Sie waren der Einladung von Sabine Radig, Wirtschaftsförderin bei der WFG Kreis Unna, zum ersten „Logistikzirkel“ gefolgt.

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In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Beschwerden der Naturfreunde Kamen, weil Lkw-Fahrer das Waldstück als Freilufttoilette nutzen. „Die Vertreter der Firmen aus dem Gebiet haben mich beauftragt, gemeinsam mit der Stadt Unna eine öffentliche Fläche zu suchen, auf der probehalber für einen Zeitraum von sechs Monaten mobile Sanitäranlagen aufgestellt werden können“, fasste Sabine Radig das Ergebnis des Treffens zusammen.

Alle Anrainer sollen sich beteiligen

„Die Firmenvertreter erklärten sich bereit, sich an den Kosten für eine solche Anlage zu beteiligen – allerdings nur, wenn alle Anrainer, die Verkehre verursachen, die Maßnahme finanziell unterstützen“, so Radig weiter.

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Das nächste Treffen soll im Oktober stattfinden. „Ich hoffe, dass dann alle Unternehmen einen Verantwortlichen entsenden können“, sagte die Wirtschaftsförderin. Sie wird zur Vorbereitung nach einer passenden Fläche suchen und anschließend Kostenvoranschläge einholen, um die mobile Anlage schnellstmöglich zu realisieren.

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Dass die Ursachen für das Problem im Pröbstingholz in erster Linie europa- und deutschlandweit zu suchen sind, hatte Landrat Michael Makiolla in einem Schreiben an Heribert Jurasik von den Naturfreunden erläutert. „Osteuropäische Speditionen, die im großen Umfang europaweit und innerdeutsch Aufträge übernommen haben, halten für ihre Fahrer in den Zielländern weder Stell- noch Rastflächen mit sanitären Anlagen vor. Verschärft wird das Problem durch fehlende und entsprechend ausgestattete Rastanlagen“, so Makiolla in dem Schreiben.

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Der Landrat zeigte sich auch in seiner Funktion als WFG-Aufsichtsratsvorsitzender nach dem gestrigen Treffen erfreut, dass sich nun zumindest auf lokaler Ebene eine Lösung abzeichnet.

Heribert Jurasik zeigt sich ebenfalls zufrieden: „Wir sind jetzt einen Schritt weiter“. Noch schöner fände er es aber, wenn jede Firma einen mobilen Toilettenwagen am Rande ihres Geländes aufstellen würde. Technisch müsse es für die Firmen ein Leichtes sein, diesen von außen zu bewachen. „Ich verstehe nicht, wo da das Problem liegt.“

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