Landratswahl: Löhr und Pufke gehen in die Stichwahl

dzKommunalwahl 2020

Über die Nachfolge von Landrat Michael Makiolla entscheiden die Wähler im Kreis Unna erst in einer Stichwahl am 27. September. Die beiden Bewerber darin: Mario Löhr von der SPD und Marco Morten Pufke von der CDU.

Kreis Unna

, 13.09.2020, 23:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Wahl zum Landrat des Kreises Unna ist ausgezählt – mit dem Ergebnis, dass die Wähler in zwei Wochen erneut an die Urnen gehen. Denn eine Stichwahl ist notwendig. Die Entscheidung über die Nachfolge von Amtsinhaber Michael Makiolla (SPD) fällt am 27. September. Dann stehen nur noch Makiollas Parteigenosse Mario Löhr aus Selm und der Bergkamener CDU-Mann Marco Morten Pufke zur Auswahl.

Löhr erhielt im ersten Wahlgang 41,1 Prozent der Stimmen, Pufke 27,6.

Ausgeschieden sind nach dem ersten Wahlgang Herbert Goldmann aus Fröndenberg (Grüne, 18), Susanne Schneider aus Schwerte (FDP, 6,3) und Andreas Dahlke aus Lünen (GfL, 7).

Herbert Goldmann erzielte mit einem zweistelligen Ergebnis und Platz 3 ein echtes Achtungsergebnis. Er persönlich bezeichnete es als „respektabel“, freute sich aber vor allem über das Abschneiden seiner Partei. „Gerade die jungen Menschen scheinen wir mit Zukunftsthemen wie Umwelt- und Klimaschutz zu erreichen. Insofern stellt sich bei den Grünen ein anhaltender Trend nach oben dar.“

Pufke: Fangen in Stichwahl bei Null wieder an

CDU-Bewerber Macro Morten Pufke zeigte sich eingeschränkt zufrieden mit seinem Abschneiden, bleibt aber für die Stichwahl optimistisch. „Klar hätte ich mir etwas mehr erwünscht. Aber bei der Stichwahl geht es ja bei Null wieder los“, erklärte der Bergkamener. Seine Erfahrungen aus Begegnungen mit eigentlich zu den Grünen tendierenden Wählern am Wahlkampfstand machten ihn zuversichtlich, auch dort Stimmen einsammeln zu können. Wenn es zum Beispiel um die Energiewende gehe, gebe es zwischen CDU und Grünen durchaus Berührungspunkte.

Löhr: Bestätigung, aber will die Wahl gewinnen

Mario Löhr kann mit seinem Ergebnis zufrieden sein – und ist es wohl auch, wie er am Rande der Ergebnispräsentation im Kreishaus durchblicken ließ. „Es ist eine Bestätigung der Arbeit in den vergangenen Wochen. Aber ich bin angetreten, um diese Wahl zu gewinnen, und das gilt jetzt als nächstes auch für die Stichwahl.“ Löhr erklärt sein Wahlergebnis damit, dass die Inhalte der SPD für die Menschen überzeugender seien und dass es gelungen sei, ihnen dies auch zu vermitteln.

Es ist ein Ausdruck von Bescheidenheit. Denn der Vorsprung Löhrs vor seinem nächst stärkeren Mitbewerber Pufke fiel am Ende deutlicher aus als der Vorsprung, den die SPD als Partei vor der CDU bei der Wahl des Kreistages erhielt. Dass Löhr auch mit seiner Persönlichkeit zu überzeugen wusste, ist zumindest nicht ganz abwegig.

Dennoch will die SPD auch in der nächsten Phase des Wahlkampfes Inhalte und ihr Programm in den Vordergrund stellen. Die CDU hat ähnliches vor, will aber dabei ein paar neue oder bislang zu wenig gesehene Argumente auf den Tisch legen. Die Wähler werden es unter anderem in einem Austausch der Plakate bemerken.

Wer am Ende vorne liegt – egal ob aus inhaltlichen Gründen oder durch seine Person – wird am Abend des 27. Septembers feststehen. Die tatsächliche Sacharbeit beginnt nach der Amtsübergabe von Noch-Landrat Michael Makiolla an seinen Nachfolger und nach der konstituierenden Sitzung des Kreistages am 2. November.

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