Corona-Gipfel

Lockerungen mit Notbremse: Offene Fragen nach den Bund-Länder-Beschlüssen

Die Notbremse kommt: Bund und Länder nehmen die regionalen 7-Tages-Inzidenzen in den Fokus, um kurzfristig auf das Pandemiegeschehen reagieren zu können. Eine wichtige Frage bleibt offen.
Zuletzt war das Pandemiegeschehen im Kreis Unna eher hoch – trotzdem könnten nach dem Bund-Länder-Treffen weitere Öffnungen und Lockerungen bevorstehen. © picture alliance/dpa

Die Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz vom 10. Februar waren eigentlich eindeutig: Weitere Öffnungen erst ab einer stabilen 7-Tage-Inzidenz von maximal 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner – dagegen umfangreichere Maßnahmen für Landkreise, die eine Inzidenz von 50 nicht unterschreiten.

Im Kreis Unna war das Infektionsgeschehen seitdem nach wie vor hoch. Trotzdem: Schon was im Vorfeld der Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten bekannt wurde, deutete auf weitere Lockerungen hin. Und tatsächlich sind auf Basis der Beratungsergebnisse von Mittwoch weitere Öffnungsschritte geplant – verbunden mit einer Notbremse.

Notbremse greift ab einer Inzidenz von 100

Diese Notbremse soll gezogen werden, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über 100 steigt. Mit der „Notbremse“ würden etwaige Öffnungen sowie Lockerungen der Kontaktbeschränkungen regional wieder rückgängig gemacht.

Über 100 lag die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Unna im Zeitraum vom 21. Oktober bis 28. Januar; seitdem nicht mehr. Zwar ist die Tendenz seit Mitte Februar insgesamt wieder eher steigend, den höchsten Ausschlag erreichte die Kurve jedoch am 26. Februar mit 80,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Aktuell liegt die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Unna bei 68,4.

„Notbremse“: So ist die Lage im Kreis Unna

Gemessen an den zurückliegenden Wochen würde die „Notbremse“ im Kreis Unna also nicht greifen. Allerdings ist noch offen, ob der Inzidenzwert eines Kreises oder des Landes Nordrhein-Westfalen Grundlage für die Entscheidung ist. Wie genau die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz in NRW umgesetzt werden, wird voraussichtlich erst an diesem Freitag bekannt.

Übrigens: Den am 10. Februar festgelegten Schwellenwert von 35 hat der Kreis Unna zuletzt am 5. Oktober unterschritten – überhaupt lag die Inzidenz in der Region bis dahin seit Ausbruch der Pandemie nur an fünf Tagen über 35; und zwar im April. Unter 50 lag die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Unna zuletzt am 6. Oktober, im Land Nordrhein-Westfalen am 16. Oktober.

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