Lünern erwacht nach und nach aus dem Dornröschenschlaf: In den früheren Dorfladen zieht ein Café ein. Das moderne Konzept steht, die Eröffnung ist geplant für Ende Januar 2020.

Lünern

, 03.10.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Agnes Pester hatte schon länger mit dem Gedanken gespielt, ein Café zu eröffnen. Jelka Pape hatte auch schon einmal darüber nachgedacht. Jetzt wagen es beide gemeinsam: im ehemaligen Dorfladen von Lünern. Das Ladenlokal gegenüber der Lünerner Grundschule hat eine wechselvolle Geschichte, jetzt wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. „Lilos Glück“ heißt das Café, für das die Planungen gerade auf Hochtouren laufen.

Großmutter stiftet Namen und Grundgedanken

„Lilo“, so hieß Agnes Pesters Großmutter. Und wer versteht, wieso dieses Café nun so heißen soll, der bekommt eine Vorstellung von dem Konzept, das die beiden Betreiberinnen in spe und ihr Geschäftspartner auf die Beine gestellt haben. „Meine Oma hatte einen besonderen Sinn für schöne Dinge und gutes Essen“, sagt Pester. Die Enkelin hat davon einiges mitbekommen, wie die heute 45-Jährige selbst sagt.

Und so soll es vor allem gemütlich werden. Die Café-Gäste sollen sich direkt wohlfühlen, kündigt Pester an. Sie ist vielen in Unna als Künstlerin bekannt, zuletzt auch als eine Gastgeberin der Aktion „Kunstort Unna“. In ihrem Café wird es keine Einrichtung „von der Stange“ geben. Gezielt hat sie Einrichtungsgegenstände und Deko gesucht.

Ausgewählte Unternehmen verlegen den Steinboden oder liefern die Farben für die Wände. Und solche Elemente sind auch Teil des etwas anderen Konzepts, das es so in Unna noch nicht gebe, so Pester. Gäste, die sich für Elemente der Einrichtung interessieren, erhalten von ihr die Kontaktdaten der Lieferanten, mit denen das Café kooperiert.

Lilo soll Lünern Glück bringen: Neues Café im früheren Dorfladen eröffnet Anfang 2020

Agnes Pester zeigt eine Planung für „Lilos Glück“. Im vorderen Bereich gibt es für Café-Gäste verschiedene Möglichkeiten zum Sitzen, in der warmen Jahreszeit auch draußen. Hinten liegt ein Schulungsraum, der auch für Gesellschaften genutzt werden kann. © Raulf

Vieles selbst gemacht und aus der Region

Was in diesem Ambiente verspeist wird, ist vor allem Jelka Papes Fachgebiet. Die 32-Jährige ist gelernte Köchin und wird unter anderem „das beste Frühstück der Region“ auf den Tisch bringen, wie sie selbstbewusst ankündigt. Selbst gemachte Marmelade kommt auf selbst gebackenes Brot, für dessen Herstellung sie sich eigens mit Pester hat fortbilden lassen.

Der Kaffee soll mit „Lilo-Bohnen“ gebrüht werden, die eine kleine Kaffeerösterei in Soest liefert. Um verschiedene Kuchen anzubieten, wollen die Frauen unter anderem Rezepte der örtlichen Landfrauen verwenden.

Stielmus „cool“ serviert

Überhaupt legen sie Wert auf einen Spagat, der vermutlich wichtig wird für den Erfolg. Ein solches Café-Konzept würde vor allem in größere Städte passen, und die Betreiberinnen hoffen auch auf Kundschaft von außerhalb, die Modernes schätzt. Genauso aber wollen sie die Dorfbevölkerung für sich gewinnen.

In der Schüssel servieren möchte Pape tolle Salate mit Quinoa ebenso wie den deftigen Eintopf, den auch Senioren sehr wahrscheinlich mögen. „Stielmus gehört in die Region“, sagt Pape, „aber man kann es ja auch cool servieren.“

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Neugierige Fragen nach den Öffnungszeiten

Geröstete Brotscheiben, raffiniert belegt und auf dem Brett angerichtet – solche Dinge stellt sich die Köchin vor für den „kleinen, feinen und gesunden Mittagstisch“. Die Gäste können bei der Zubereitung zuschauen. „Und am Ende muss es schmecken“, sagt Pape.

Einige Leute hätte sie sogar schon satt machen können, wenn das Café nur schon geöffnet hätte. Durch einen Internet- und Facebook-Auftritt weiß schon mancher von den Café-Plänen, auch bei Kunstveranstaltungen oder der „Musik in Gärten“ in Lünern wurde darüber gesprochen. Und so meldete sich dieser Tage schon eine Wandergruppe telefonisch bei Jelka Pape, um sich nach den Öffnungszeiten des Cafés zu erkundigen. „Viele sehnen wieder einen Treffpunkt im Dorf herbei“, sagt Agnes Pester, die inzwischen auch in Lünern wohnt.

Eigentlich war eine Eröffnung schon für die Zeit vor Weihnachten geplant. Aber verschiedene Dinge haben das Team veranlasst, den Termin auf Ende Januar 2020 zu schieben und die Zeit für eine besonnene Planung und Umsetzung zu nutzen.

Unabhängig von alldem plant die Initiative „Wir in Lünern“ die Eröffnung eines Dorfladens. Als Konkourrenz sieht Agnes Pester dieses Projekt aber nicht – im Gegenteil. Die unterschiedlichen Konzepte würden sich sicher gut ergänzen, meint sie.

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Schulungsraum im Hintergrund

Die frühere Edeka-Immobilie wäre für ein Café allein zu groß. Im hinteren Bereich ist Raum, der für kleine Veranstaltungen genutzt werden kann. Für diesen Raum gibt es aber vor allem weitere Pläne: Die Firma Konzeptlounge wird dort Schulungen abhalten. Kopf dieses Unternehmens ist Thorsten Fälker, das Büro ist im Alten Lehrerhaus.

Die Firma berät beispielsweise Bäckereiketten oder Tankstellenbetreiber und schult deren Mitarbeiter, wenn es um die Zubereitung von Snacks mit bestimmten Öfen geht. Die neuesten Geräte sollen auch in Lünern, sozusagen im Hintergrund von „Lilos Glück“ zu Schulungs- und Anschauungszwecken installiert werden.

Jelka Pape ist bisher noch angestellt bei Konzeptlounge, Agnes Pester und Thorsten Fälker sind lange befreundet, so kam das Dreierteam zustande – zwei kreative Damen und ein netzwerkender Geschäftsmann.

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