Die Grundschulen in Unna haben sich mehrheitlich für iPads als digitale Endgeräte für ihre Schüler entschieden. Wann die bestellten Computer geliefert werden, ist jedoch zur Zeit unklar. © picture alliance / dpa
Schulen

Lieferschwierigkeiten: Grundschulen in Unna warten noch auf iPads

Während die weiterführenden Schulen in Unna in diesen Tagen Tablets bekommen, müssen die Grundschulen noch warten. Die bestellten iPads sind noch immer nicht geliefert.

Seit vergangener Woche verteilt die Stadt Unna die Computer, die mit Geld aus dem Digitalpakt des Landes NRW gekauft hat, an die Schulen. Diese verleihen sie dann wiederum an Schüler, die über kein eigenes Gerät verfügen, um auf diese Weise am Distanzunterricht teilnehmen zu können. Die Geräte gibt es jedoch zunächst nur für die weiterführenden Schulen.

„Was ist mit den Grundschulen? Wir gehen Tag für Tag in einen Unterricht, der höchst anstrengend ist und bekommen dafür nicht die notwendigen Rahmenbedingungen“, ärgert sich ein Grundschullehrer aus Unna angesichts der Meldung, das die Schulen nun ausgestattet werden. Seine Vermutung: Weil die Grundschulen sich für iPads als Endgeräte für ihre Schüler entschieden hätten, sind die Wartezeiten auf die Geräte besonders lang.

„Wie kann das sein, dass Unna da so hinterherhinkt?“

Ein Grundschullehrer aus Unna

Tatsächlich bestätigt Stadtsprecher Christoph Ueberfeld, dass die Firma Apple die Geräte noch nicht geliefert hat. „Die iPads wurden Anfang Oktober bestellt und sollten Ende Dezember geliefert werden. Doch die Anzahl der Bestellungen ist derzeit so hoch, dass Apple zur Zeit keine Liefertermine für Europa nennt.“ Jetzt eine verbindliche Zusage zu machen, wann die Geräte für die Grundschulen kämen, sei „nicht seriös“.

Bewusst Apple-Geräte für Grundschulen ausgewählt

Dass die Grundschulen, anders als der überwiegende Teil der weiterführenden Schulen sich für iPads und damit Apple-Geräte entschieden habe, sei der Bedienbarkeit der Geräte geschuldet, sagt der Grundschullehrer, der sich über die späte Lieferung ärgert: „Die Apple-Geräte sind für Kinder im Grundschulalter schnell zu verstehen. Sie sind sehr intuitiv aufgebaut. Das ist in dem Alter enorm wichtig, wenn die Kinder damit arbeiten sollen.“

Der Pädagoge ärgert sich, dass es in anderen Städten und Gemeinden mit der Lieferung der begehrten Apple-Produkte offenbar schneller ging. „Holzwickede hat die Geräte schon längst, auch an den Grundschulen. Wie kann das sein, dass Unna da so hinterherhinkt?“ Tatsächlich verfügen die Schulen in Holzwickede seit kurz vor den Herbstferien über die bestellten iPads. So nutzten Erstklässler der Nordschule bereits Anfang Dezember die Geräte, als eine Klasse wegen eines Corona-Falls in Quarantäne und damit in den Distanzunterricht musste.

Laut Unnas Stadtsprecher Christoph Ueberfeld habe die Stadt Unna die iPads „rechtzeitig“ bestellt. „Eher als Oktober ging es nicht“ so Ueberfeld.

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Sauerländerin, Jahrgang 1986. Dorfkind. Liebt tolle Geschichten, spannende Menschen und Großbritannien. Am liebsten draußen unterwegs und nah am Geschehen.
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Anna Gemünd

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