Auch für die Schüler in der Sekundarstufe eins heißt es: Ab jetzt gilt die Maskenpflicht auch während des Unterrichts. © Vivien Nogaj
Schulbeginn

„Lieber Abstand als Maske“: Schüler am EBG berichten vom ersten Schultag mit Maskenpflicht

Die Maske muss nun auch im Unterricht getragen werden. Das gilt für alle Jahrgangsstufen der weiterführenden Schulen in NRW, auch am Ernst-Barlach-Gymnasium in Unna. Für Euphorie sorgt das nicht.

Der lang ersehnte Tag des schulischen Vollbetriebs ist mit dem Ende der Sommerferien endlich eingetreten: Am Mittwoch starteten die Schüler in Nordrhein-Westfalen in den Präsenzunterricht – mit durchgängiger Maskenpflicht. Schüler vom Ernst-Barlach-Gymnasium in Unna berichten, wie sich die Maskenpflicht im Unterricht für sie anfühlt – und warum sie sich im Vergleich dazu doch lieber Abstand und den Unterricht auf Distanz wünschen.

Sophie Hoffman aus der Klasse 8b trägt seit rund fünf Stunden ihre Mund-Nasen-Bedeckung. Um 7.50 Uhr beginnt der Unterricht am Ernst-Barlach-Gymnasium, um 13.05 ist er am ersten Schultag nach den Ferien beendet. Obwohl die 13-Jährige sich freut, dass der Vollbetrieb an ihrer Schule wieder startet, hätte sie sich den Unterricht lieber mit Abstand oder auf Distanz gewünscht, statt mit Maske: „Heute ging es zwar noch gut, aber ich glaube, wenn der Unterricht richtig losgeht, wird es anstrengend“, erzählt sie.

„Zum Trinken darf die Maske natürlich abgenommen werden, ebenfalls, wenn sich ein Schüler akut nicht wohlfühlt.“

Ulrich Schmitz, Schulleiter am Ernst-Barlach-Gymnasium, setzt beim Distanzunterricht auf die Kommunikationsplattform „Teams“.

Schulleiter Ulrich Schmitz

Akustik leidet unter der Maske

Zum einen, weil das durchgängige Tragen der Maske – gerade bei diesen Temperaturen – unangenehm sei, zum anderen, weil die Akustik darunter leide: „Eine Lehrerin hat uns heute schon gebeten, lauter zu sprechen, weil sie uns nur schlecht verstanden hat“, berichtet Sophie. Besonders bei bestimmten Unterrichtsinhalten, etwa beim Üben des „th“ im Englischunterricht, sei die Mund-Nasen-Bedeckung störend, vermutet auch Schulleiter Ulrich Schmitz.

In solche Fällen seien aber Alternativen erlaubt, berichtet der Schulleiter: „Wenn die Schüler einzeln nach vorne kommen, sodass der Abstand gewährleistet ist, dürfen sie die Maske abnehmen.“ Ansonsten gelte aber nahezu ausnahmslos, wie von der Landesregierung vorgegeben, die Maskenpflicht: „Grundsätzliche Maskenpausen sind da nicht vorgesehen“, sagt Schmitz.

Sicherheit der Schüler stehe an erster Stelle

Dennoch achte der Schulleiter in erster Line penibel auf die Sicherheit der Schüler: „Zum Trinken darf die Maske natürlich abgenommen werden, ebenfalls, wenn sich ein Schüler akut nicht wohlfühlt.“ Ein Szenario, das direkt am ersten Schultag vorgekommen sei, berichtet Schülerin Sophie Hoffmann: „Ein Mitschüler musste den Unterricht kurz verlassen, um frische Luft zu schnappen“, sagt sie.

Auch die Lehrer müssen im Unterricht eine Maske tragen, sofern der Mindestabstand nicht gewährleistet werden kann. © Vivien Nogaj © Vivien Nogaj

Damit der Unterricht für die Schüler daher angenehmer abläuft, hätten einige Lehrkräfte bereits angekündigt, diesen ohnehin nach draußen zu verlegen – sofern Wetter und Platzkapazitäten dies zuließen: „Unser Klassenlehrer hat uns gebeten, dafür ein Sitzkissen und eine Kopfbedeckung mitzubringen“, berichtet Sophie.

Maskenpflicht gilt auch für Lehrkräfte- mit Ausnahmen

Sofern der Unterricht jedoch im Klassenraum stattfindet, gilt auch für Lehrkräfte die Maskenpflicht – es sei denn, der geforderte Mindestabstand von 1,5 Metern ist beim Frontalunterricht gegeben. Dann darf – aufgrund des höheren Redeanteils und der damit verbundenen Anstrengung – die Maske abgelegt werden. Schulleiter Schmitz legt jedoch Wert darauf, dass sein Personal größtenteils mit Maske präsent ist, um mit gutem Beispiel voran zu gehen.

Wie sich die kommenden Tage dann entwickeln, müsse von Tag zu Tag geschaut werden. Sicher ist für Schmitz allerdings: „Alles ist besser, als das, was vor den Ferien war“ – selbst die Maskenpflicht im Unterricht.

Über die Autorin
Geboren 1992 mitten im Ruhrgebiet (Bottrop) und aufgewachsen am Rande des Münsterlandes (Dorsten), hat es sie zum Studieren nach Bielefeld verschlagen (die Stadt gibt es wirklich ;-)). Nach beruflichen Zwischenstationen in Braunschweig, Berlin und Aachen ist sie froh, wieder zurück im Pott zu sein und Geschichten für Unna zu schreiben. Wenn sie nicht journalistisch unterwegs ist, hört sie gerne Musik, wandert im Grünen oder faulenzt mit einem guten Buch im Café.
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Vivien Nogaj

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