Letzter Umtrunk bei Oma Kepmann in Kessebüren

dzGastronomie

Bei „Oma Kepmann“ war Weihnachten ein Abschiedsfest. Die Betreiber der traditionsreichen Gaststätte ziehen sich aus dem Geschäft zurück. Wie es nun weitergeht in Kessebüren, bleibt vorerst offen.

Unna

, 26.12.2019, 16:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Mittagszeit am Zweiten Weihnachtstag war die letzte reguläre Öffnung von „Oma Kepmann“ unter der Regie der bisherigen Betreiber. Nachmittags gaben Juliane und Christoph Niemeyer ihren Ausstand: Ein kleiner Empfang des Teams für geladene Gäste markierte das Ende von neun Jahren erfolgreicher Arbeit. Und vielleicht ist es auch das Ende einer Ära.

Die beiden Niemeyers wollen sich kleinersetzen. Ihr Fröndenberger Imbissbetrieb „Pelle und Wurst“, der einst eher zufällig und als Nebenprojekt entstanden war, soll künftig das wirtschaftliche Standbein der Familie sein.

„Oma Kepmann“ ließ zu wenig Zeit für die Familie

Familie ist auch der Hauptbeweggrund für die Niemeyers, sich von der Traditionsgaststätte in Kessebüren zu trennen. Das Wirtepaar ist inzwischen auch ein Elternpaar geworden, und ein echtes Familienleben ist mit der Verantwortung für einen Gastronomiebetrieb dieser Größe kaum zu vereinbaren.

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Dabei galten die Niemeyers seinerzeit als Glücksgriff und vielleicht schon damals als Retter eines Gastronomiekonzeptes, als sie im Sommer 2010 den Restaurantbetrieb in dem historischen Hofgebäude übernahmen. Die Bewohner von Kessebüren diskutierten bereits über ein mögliches Aus für „Oma Kepmann“, als sich dann doch noch ein vielversprechendes Betreiberpaar vorstellte: Juliane und Christoph Niemeyer haben beide nach einer Hotelfachausbildung und praktischen Erfahrungen im Anschluss ein Studium der Betriebswirtschaft für Hotel und Gastronomie an der Hotelfachschule in Berlin absolviert.

Die künftige Nutzung des Gebäudes ist noch offen

Unter ihrer Führung würde „Oma Kepmann“ schnell wieder zu einer etablierten Adresse, die Gäste auch aus dem weiteren Umland anzog. Wie es für die Gastronomie in Kessebüren nun weitergeht, ist noch nicht gänzlich entschieden. Im Ort wird auch heute wieder über das Aus für „Oma Kepmann“ und einen Umbau in eine Wohnimmobilie gesprochen, aber bestätigt ist davon noch nichts.

Einen unmittelbaren Nachfolger für die Niemeyers gibt es allerdings tatsächlich noch nicht. Die Gebäudeeigentümerin zieht unterschiedliche Nutzungsmodelle für das Gebäude in Betracht, betont aber, noch keine Entscheidung getroffen zu haben.

Wenn es einen gastronomischen Nachfolger geben soll, müsse dieser aber auch das Zeug dazu haben, Oma Kepmann erfolgreich und mit einem für Kessebüren stimmigen Konzept zu führen. Der Fachwerkhof, der 1486 von der namensgebenden Familie Kepmann gebaut wurde, liegt in einem Wohnumfeld, in dem Verkehr und Geräuschentwicklung schnell zu Verärgerung führen könnte.

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