Martina Porta hat sich ihren Wunsch nach einer beruflichen Veränderung erfüllt: Seit Freitag zeigt die Kamenerin den Menschen in Unna, wo sie ihren Abfall entsorgen können.

Unna

, 19.08.2019, 17:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Servicehof müssen sich Kunden an ein neues Gesicht gewöhnen. Martina Porta aus Kamen wird ihnen künftig zeigen, wo sie an der Sammelstelle an der Viktoriastraße ihren Müll abladen können. Sie tritt die Nachfolge des langjährigen Servicehof-Mitarbeiters Waldemar Ragnitz an, der sich zur Mitte des Monats in den Ruhestand verabschiedet hatte. Zu Portas Aufgaben gehört neben der Koordinierung der Abfallentsorgung und der Führung des Kassengeschäftes am Hof aber auch Kundenberatung.

Latzhose statt Kittel

Der Kontakt mit Kunden ist für die 43-Jährige dabei keineswegs fremd: In den vergangenen 20 Jahren hat sie nämlich in einer Apotheke gearbeitet. Die Arbeit dort übte aber nach eigenen Angaben auf sie nicht mehr den gewünschten Reiz aus. Den weißen Kittel hat sie daher vorerst an den Nagel gehängt, stattdessen schlüpft sie nun in eine orangefarbene Latzhose. Statt mit Medikamenten hat sie künftig mit Müll zu tun.

Radikaler Tapetenwechsel

Was ihre Tätigkeit betrifft, erkundet sie damit gewissermaßen neues Terrain. Die Entscheidung hierzu bereitete ihr keine großen Probleme. Denn mit diesem durchaus radikalen Tapetenwechsel erfüllte sich die Kamenerin, wie sie an ihrem ersten Arbeitstag am Freitag verriet, einen Wunsch, den sie schon länger hegte: „Ich wollte etwas neues ausprobieren. Das hier ist für mich eine tolle Herausforderung“, erzählt die 43-Jährige.

Und an Tag eins packte sie gleich mit an: Im Anschluss an ihre offizielle Vorstellung ging es sofort zur Annahmestelle. Kurz darauf kamen schon erste Kunden auf den Hof gefahren. Mit einem breiten Lächeln begrüßte sie ihren allerersten Kunden. Seine Resonanz – wenn auch nicht gerade repräsentativ – fiel schon mal gut aus. Ismail Patlar aus Unna kam mit der Kamenerin ins Gespräch. In seinem Fall blieb es aber bei einem Beratungsgespräch.

„Kein reiner Männerberuf“

Servicehof-Betriebsleiter Frank Peters zeigte sich erfreut über den Zuwachs an der Viktoriastraße. „Auch wenn sie die erste Frau ist, die diese Stelle bekleidet, ist es wichtig zu betonen, dass das kein reiner Männerberuf ist“, erklärt er.

„Mit Martina Porta haben wir nun eine Frauenquote von 50 Prozent erreicht“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Denn sie bildet mit ihrem Kollegen Hartmut Flunkert ein Zweiergespann, das auch in Zukunft in Abfallfragen einen guten Service bieten möchte.

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