Lebenszentrum Königsborn sucht neue Mitstreiter

Lebensbegleiter gesucht

Das Lebenszentrum Königsborn, vor allem der Bereich der Lebensarche, und der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Kreis Unna (AKHD) wollen verstärkt zusammenarbeiten: Damit die Kinder und Jugendlichen in der Lebensarche mehr Besuch bekommen, werden Ehrenamtler gesucht.

Unna

, 31.07.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lebenszentrum Königsborn sucht neue Mitstreiter

Barbara Paduch (v.l.), Frank Stewart und Liesel Polinski sind ehrenamtlich beim Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Kreis Unna aktiv. Nun suchen sie Mitstreiter. © UDO HENNES

Zwischen der Diagnose einer lebensverkürzenden Krankheit und dem tatsächlichen Tod liegen vor allem bei Kindern und Jugendlichen oft Jahre. Zeit, in der das Leben die Hauptrolle spielen soll. Die Lebensbegleiter des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes können da eine wichtige Stütze sein. Ob als Ansprechpartner für die Eltern, eine Bezugsperson für gesunde Geschwisterkinder oder einfach als Freund für den oder die Betroffenen: Aufgabenfelder gibt es viele. Selbst in der Organisation des Vereins selbst fallen viele Aufgaben an, die Ehrenamtler auf ihre Schultern laden können.

Auf unterschiedlichen Wegen zum AKHD

Frank Stewart wurde über eine Spende auf den AKHD aufmerksam und kümmert sich inzwischen um die Öffentlichkeitsarbeit. „Wir haben Kinder und Jugendliche mit Gendefekten, mit Muskelkrankheiten. Krebskranke sind sehr selten“, erklärt er. 60 ehrenamtliche Helfer gebe es aktuell im AKHD, ihre Zahl reiche aber bei Weitem nicht aus. „Im Südkreis stoßen wir an unsere Grenzen“, sagt er. Wer auf der Suche nach einer wertvollen Beschäftigung ist, kann daher jetzt fündig werden. Über die Arbeit des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes Kreis Unna wird unverbindlich an zwei Informationsabenden genauer Auskunft gegeben.

Über einen solchen Abend kamen auch Liesel Polinski und Barbara Paduch zum AKHD. Das ursprüngliche Interesse an der Arbeit hatten Zeitungsartikel geweckt, die von der Arbeit der Ehrenamtlichen in Familien berichteten. „Wir machen jetzt aber eine andere Arbeit“, schilderten die Frauen. „Wir besuchen Kinder und Jugendliche in der Lebensarche. Die Nachfrage ist gerade groß.“ Die Ehrenamtlichen sind dort auch flexibler: Sie sind an keinen Tag gebunden, rufen einfach kurz an, ob ein Besuch passt, und achten lediglich darauf, dass es einmal die Woche zu einem Besuch kommt.

Jugendliche und Kleinkinder

Der Begleitjunge von Barbara Paduch ist 15 Jahre alt. Seit fünf Jahren besucht sie ihn regelmäßig, in der ersten Zeit als 1:1-Besucherin, seit zwei Jahren hat sie einen Co-Begleiter dabei. „Er bekommt keinerlei Besuch von seiner Familie, jetzt können zumindest wir zweimal die Woche bei ihm vorbeischauen – und er freut sich dann immer so“, schildert Barbara Paduch. Der doppelte Besuch hat weitere Vorteile: Ihr junger Freund bekommt oft Krämpfe – und wenn das der Fall ist, kann einer der beiden Lebensbegleiter bei ihm bleiben, während der andere Hilfe des Fachpersonals herbeiholt. „Wir pflegen oder behandeln ja nicht“, betont Liesel Polinski. „Wir verbringen lediglich Zeit mit den Kindern.“ Natürlich sind die Aktivitäten der Tagesform des Patienten und seiner Erkrankung geschuldet. Mal ist es ein Spaziergang an der frischen Luft, mal nur eine Schmusestunde. „Wir schauen immer, was gerade benötigt wird“, sagt Barbara Paduch.

Auch Liesel Polinski ist seit fünf Jahren dabei: Sie kümmert sich um Babys und Kleinkinder – und musste in der Zeit schon von dreien Abschied nehmen. „Man weiß von Anfang an, dass man irgendwann loslassen muss, dass es passieren wird“, sagt sie. Sie hat für sich einen besonderen Weg gefunden, mit der Situation umzugehen. „Ich hab mich gefreut, wenn ich kommen konnte. Ich habe es jedes Mal als Geschenk betrachtet, dass die Kleinen noch da waren.“

Freude der Kinder gibt viel zurück

Beide Frauen möchten ihre Arbeit nicht mehr missen: „Ich habe selbst gesunde Kinder und Enkel, ich möchte der Gesellschaft etwas zurückgeben“, erklärt Paduch ihre Motivation. „Ich betrachte nun vieles anders“, reflektiert sie. „Ich habe so viele tolle Menschen in der Kinderhospizakademie kennengelernt, und die strahlenden Augen der Kinder geben so viel zurück.“

Der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Kreis Unna sucht neue, ehrenamtliche Lebensbegleiter. Wer Interesse hat, kann an einem von zwei Informationsabenden teilnehmen: Dienstag, 18. September, um 18 Uhr in Schwerte im Haus am Stadtpark, Beckestraße 3 - 5 Donnerstag, 4. Oktober, um 18 Uhr in Unna-Königsborn im Dienstsitz des AKHD, Gabelsbergerstraße 5. Informationen gibt es außerdem unter www.deutscher-kinderhospizverein.de sowie während der Bürozeiten beim AKHD, montags von 9 bis 12 Uhr und donnerstags von 14 bis 17 Uhr. Der aktuelle Befähigungskurs beginnt dann am 29. Oktober und läuft bis zum 11. März 2019.
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