Langfrist-Sparverträge mit Prämien: Sparkasse Unna-Kamen prüft noch, ob sie kündigen soll

dzSparen

Prämien-Sparverträge werden für Banken zu einem teuren Klotz am Bein. Die Sparkasse Unna-Kamen prüft noch, wie sie damit umgehen soll. Für Sparer sind Kündigungen kein Thema - noch nicht.

Unna

, 29.09.2019, 12:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Meldungen über massenhafte Kündigungen von Prämien-Sparverträgen machen in diesen Tagen wieder die Runde. Mehrere Sparkassen in Deutschland kündigen langfristige Verträge oder planen dies, weil die Sparbücher für sie teuer werden. Es geht um das Prämiensparen: Anleger bekommen Zinsen, zusätzlich für das regelmäßige Anlegen festgelegter Beträge Prämien, die Jahr für Jahr steigen. Der Bundesgerichtshof hatte es für zulässig erklärt, dass Sparkassen diese Verträge kündigen, wenn der Sparer die höchste Prämienstufe erreicht hat. Einige Sparkassen machen Gebrauch davon. Hintergrund: Für die Geldhäuser werden diese Verpflichtungen zu einer zunehmenden Belastung, denn auf der anderen Seite stehen niedrige Zinsen, zu denen die Banken ihr Geld verleihen.

Umfangreiche Prüfung

Diese Rahmenbedingungen gelten auch für die Sparkasse Unna-Kamen. Bisher hat sie keinen dieser Prämienverträge gekündigt. Aber: Was nicht ist, kann noch werden. „Wir sind in einer umfangreichen Prüfung, die noch nicht abgeschlossen ist“, sagt Sparkassen-Sprecher Markus von Brochowski. Wann und wie über den Umgang mit langfristigen Prämien-Sparbüchern entschieden wird, sei noch nicht bekannt. Von Brochowski ergänzt: „Wir wollen allen Interessen gerecht werden, insbesondere denen unserer langjährigen Kunden.“

Sparkasse Unna-Kamen: „Wenige Verträge, die unter das Urteil fallen“

Um wie viele Sparverträge es für die Sparkasse Unna-Kamen überhaupt geht, konnte der Sprecher auf unsere Anfrage bisher nicht mitteilen. Es seien aber „wenige Fälle, die unter das BGH-Urteil fallen“, sagte er.

Auch nach dem BGH-Urteil darf eine Sparkasse nicht jeden Vertrag kündigen, der für sie aufgrund hoher Prämien unwirtschaftlich wird. So muss die volle Höhe der Prämienstaffel erreicht sein, die Bank und Kunde bei Abschluss des Sparvertrags vereinbart hatten. In der Regel wachsen die jährlichen Prämien bis zu einer Höhe von 50 Prozent an.

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Verbraucherzentrale berät Betroffene

Das Kündigen dieser Sparverträge durch die Bank ist in der Region durchaus schon ein Thema gewesen. Bei der Sparkasse Bergkamen-Bönen ging es zuletzt um 529 betroffene Kunden, zu deren ungunsten die Bank von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch machte. Die Verbraucherzentrale rät betroffenen Kunden in solchen Fällen, genau hinzuschauen und zu widersprechen. Die Verbraucherzentrale bietet Beratung an und liefert auch Hintergrundinformationen auf ihrer Internetseite www.verbraucherzentrale.nrw.

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