Landwirte dürfen die Straße „Vor dem Holz“ benutzen

dzVerkehr

Die Landwirte und Subunternehmer, die mit ihren schweren Landmaschinen zu ihren Feldern im Bereich Vor dem Holz in Lünern wollen, dürfen aufatmen. Die Stadt will ihnen die Nutzung erlauben.

Unna

, 21.06.2019, 16:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Streit zwischen Landwirten und Anwohnern der Straße Vor dem Holz in Lünern hatte im Februar einen vorläufigen Höhepunkt erreicht, als ein Anwohner einen Traktor stoppte und zur Umkehr zwang. Der Anwohner war formal im Recht, schwere Fahrzeuge dürfen den Weg wegen einer Tonnagebegrenzung auf 2,8 Tonnen laut aufgestellter Verkehrszeichen nicht befahren.

Gefährdung für Kinder im Dorf

Die Bauern hadern mit dieser Regelung, denn sie zwingt sie, nicht nur weite Umwege zu fahren – im Dorf gefährden sie auch Kinder, die die Schule oder den Kindergarten besuchen. Werner Clodt, Ratsmitglied und früher selbst Landwirt, war mit Vermittlungsversuchen gescheitert.

Wie ernst das Thema ist, zeigt auch, dass die Landwirte die Frühjahrsputzaktion im Dorf boykottierten. Letztlich musste die Aktion „Saubere Landschaft“ ganz abgesagt werden. Die Stadtverwaltung macht nun einen Vorschlag, der nicht nur den Bauern die Anfahrt zu ihren Feldern ermöglicht, sondern auch den Durchfahrtsverkehr in Richtung zu einer Biogasanlage in Bönen verhindert und so den Anwohnern helfen soll. Eine Umsetzung könnte wieder für Frieden im Dorf sorgen – schließlich zeigten sich die Anwohner in Bezug auf die heimischen Landwirte schon zuletzt kompromissbereit. Für Ärger sorgte bei ihnen vor allem der Durchgangsverkehr.

Mehrere Maßnahmen sollen greifen

Die Politik befasst sich am 26. Juni im Ausschuss für Feuerschutz, Sicherheit und Ordnung (17 Uhr, Ratssaal) mit dem Thema. Folgt die Politik dem Vorschlag der Verwaltung, dann erlaubt das Zusatzschild „Landwirtschaftlicher Verkehr frei“ künftig das Befahren der Straße auch mit schweren Fahrzeugen. Gleichzeitig soll auf der Straße Hacheney eine Durchfahrtssperre errichtet und an der Einmündung Fröndenberger Straße zudem ein Sackgassen-Schild aufgestellt werden.

Straßenbelag wird geschont

Im Bereich der Wohnbebauung auf der Straße Vor dem Holz soll eine erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern gelten, bis zwei Ausweichbuchten geschaffen werden. Diese Buchten sollen Probleme beim Begegnungsverkehr vermeiden. Und nicht nur das: Weil Fahrzeuge dann nicht mehr auf den unbefestigten Bankettstreifen ausweichen müssen, soll die Fahrbahn keinen weiteren Schaden nehmen.

Die Stadtverwaltung erklärt dazu, dass die Straße über keine besonderen Schäden verfüge. Eine Neuasphaltierung ist demnach nicht absehbar und die Angst der Anlieger, an den Kosten einer solchen Sanierung beteiligt zu werden, zunächst vom Tisch.

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