Einer längeren Landebahn bläst aus Unna politischer Gegenwind entgegen

Flughafen Dortmund

Besser Investitionen in klimaschonende Mobilität statt Subventionierung des Fluglärms: Mit deutlichen Worten kritisieren politische Kräfte in Unna die Pläne des Flughafens für eine Landebahnverlängerung.

Unna

, 19.08.2019, 17:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Einer längeren Landebahn bläst aus Unna politischer Gegenwind entgegen

Die Flughafenbetreiber wollen die Landebahn verlängern, damit größere Flieger in Dortmund landen können. © www.blossey.eu

Die Betreiber des Dortmunder Flughafens wollen eine Verlegung der Landeschwelle in Richtung Unna erreichen, damit größere Flugzeuge landen können. Aus Unna bläst ihnen politischer Gegenwind entgegen: Schon jetzt belaste der Fluglärm die Gesundheit der Unnaer Bürger, besonders im Stadtteil Massen, schreiben die Bündnisgrünen in einer Pressemitteilung.

Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass der Körper unter ständiger Lärmbelästigung leidet. Und: „In Hinblick auf den Klimawandel und seine Folgen für Umwelt und Gesellschaft sind Investitionen in klimaschonende Mobilität längst überfällig“, heißt es in der Grünen-Mitteilung.

Ein Teil der Flüge könne beispielsweise durch eine Wiederbelebung der Nachtzüge ersetzt werden. Dass die schwarz-gelbe Landesregierung den Flughafen im neuen Landesentwicklungsplan als „landesbedeutsam“ eingestuft hat, ist für die Grünen allerdings ein Zeichen dafür, dass ein Einsehen nicht erkennbar sei.

Die Bündnisgrünen kritisieren zudem einmal mehr die städtischen Planungen, auf der Freizeitbad-Brache in Massen eine Schule und einen Kindergarten zu bauen, „direkt neben der offiziellen Einflugschneise“.

Flughafen wird trotz Verlusten „künstlich am Leben gehalten“

Mit Blick auf die wirtschaftliche Situationen des Flughafens kritisieren sie auch den Defizitausgleich in Höhe von 14,2 Millionen Euro im vergangenen Jahr, der nötig sei, „damit unter dem Argument der Wirtschaftsförderung der Flughafen künstlich am Leben gehalten werden kann“.

In die gleiche Kerbe schlägt Jörg Nies, Flughafenbeauftragter des CDU-Stadtverbands Unna. Die Verluste des Flughafens würden in dessen öffentlichen Verlautbarungen „regelmäßig verschwiegen“. Überhaupt sähen die Zukunftsaussichten des Dortmunder Flughafens „alles andere als rosig aus“. Die Abhängigkeit von der Billigfluglinie Wizz Air sei groß, deren Verhandlungsposition bezüglich Start- und Landegebühren entsprechend stark.

Schwierige Rahmenbedingungen für Dortmunder Airport

Nies erkennt schwierige Rahmenbedingungen für den Airport: Die Einführung der Kerosinsteuer sei eine Frage der Zeit. Sollten die Grünen bei künftigen Kommunalwahlen ähnlich gut abschneiden wie bei den Europawahlen, „könnte es spannend werden, ob diese ihre Forderungen zum Rückbau wahr machen werden“. Nies erinnert zudem an immer noch anhängige Klagen gegen die Betriebszeiten. Zudem werde die EU-Kommission „genau hinschauen, um letztlich die negativen Folgen für Mensch und Umwelt zu begrenzen“.

Subventionierter Fluglärm

Insgesamt, so Nies, sei es „nicht vermittelbar, den Flughafen in immer größere Hamsterräder einsteigen zu lassen“. Der Airport beabsichtige ein Passagierwachstum von derzeit 2,3 Millionen im Jahr in Richtung 3 Millionen. „Aus der Sicht der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Unna ist weiterer subventionierter Fluglärm nicht vertretbar. Die Schwelle sollte deshalb nicht überschritten werden“, so Nies.

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