Sorge vor mehr Lärm: Flughafen will Landebahn verlängern – Stadt Unna will notfalls klagen

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Der Flughafen Dortmund will seine Landebahn verlängern – in Richtung Massen. Die Planung wird jetzt konkreter. Die Stadt Unna kündigt Gegenwehr an, um ihre Bürger vor noch mehr Lärm zu schützen.

Unna

, 16.08.2019, 13:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Jahren ist bekannt, dass die Verantwortlichen des Dortmunder Flughafens die Landebahn verlängern wollen. Jetzt rückt der Airport näher an eine Umsetzung dieses umstrittenen Vorhabens – und damit näher an Unna-Massen heran. Voraussichtlich gegen Ende des Jahres wolle man eine Genehmigung bei der Bezirksregierung Münster beantragen, bestätigte die Flughafensprecherin Davina Ungruhe.

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Ziel: Mehr Passagiere

Der Hintergrund: Die Landebahn ist bisher offiziell zu kurz für Flugzeuge einer bestimmten Größe. Es geht vor allem um Maschinen des wichtigen Airport-Kunden Wizz Air. Die Fluggesellschaft will künftig ein neueres Airbus-Flugzeug einsetzen: den A321neo. 50 Passagiere zusätzlich können damit transportiert werden. Die Maschine ist schwerer und braucht deswegen eine längere Landebahn. Von 2000 Metern asphaltierter Strecke stehen derzeit nur 1700 Meter zur Verfügung. Um das zu ändern, wäre keine aufwendige Baumaßnahme nötig. Es geht lediglich um das Versetzen der Landeschwelle. Das ist die Markierung, ab der das Flugzeug am Boden aufsetzen darf. Sie soll um 300 Meter nach Osten verlagert werden. In Richtung Dortmund ist das technisch nicht möglich – in Richtung Unna-Massen schon.

15 Meter tiefer über Massen

Die meisten Flieger, die in Dortmund landen, steuern den Flughafen aus Richtung Osten an. Wenn Flugzeuge vor der bisherigen Schwelle aufsetzen, heißt das, dass auch der Sinkflug vorher beginnen muss. Beobachter gehen davon aus, dass die Flieger deswegen 15 Meter tiefer über Massen donnern würden. Viele haben Sorge vor noch mehr Fluglärm. Die Airbusse, die künftig in Dortmund landen sollen, seien grundsätzlich leiser als ältere Modelle, sagt Flughafensprecherin Ungruhe. Es sei denkbar, dass sich das Lärmniveau dadurch wieder ausgleicht. Ob sich tatsächlich das Lärmproblem nicht verschärfen würde für die Bewohner, könne aber bisher nur spekuliert werden, so Ungruhe. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens für die Schwellenverlängerung werde unter anderem geprüft, wie sich der Fluglärm entwickeln würde.

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Stadt behält sich Klageweg vor

Die Stadt Unna will zunächst abwarten, was für ein Verfahren durch den Flughafen in Gang gesetzt wird. Eventuell müsse die Stadt ohnehin daran beteiligt werden und würde sich dann konsequent gegen die Schwellenverlegung aussprechen, sagte Stadtsprecher Christoph Ueberfeld. Käme es zu einer Entscheidung zugunsten des Flughafens, werde die Stadt dagegen klagen, sagte Ueberfeld nach Rücksprache mit dem Bürgermeister.

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